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Nachrichten Kultur Das Comeback des Charlie Sheen
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13:31 28.04.2013
Charlie Sheen scheint sich gefangen zu haben. Foto: Rick Giase
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Berlin

Spätestens als Sheen auf dem Dach stand, fragte sich so mancher: Wie lange geht das noch gut?

Doch Sheen scheint nochmal die Kurve gekriegt zu haben und feiert jetzt sogar sein Comeback auf der großen Leinwand. In "Scary Movie 5" nimmt er sich selbst - und seine nicht minder skandalgeschüttelte Kollegin Lindsay Lohan auf die Schippe. Ihr hat er kürzlich 100 000 Euro überwiesen, damit sie ihre Steuerschulden begleichen kann. In "Charlie's Welt", der an diesem Donnerstag (2. Mai) startet, spielt er ebenfalls weitgehend sich selbst - auch wenn er in der Rolle "Charles Swan III." heißt.

Fast scheint es so, als wolle Sheen seine Skandal-Vergangenheit öffentlich aufarbeiten. In seiner neuen Serie "Anger Management" spielt er einen ehemaligen Baseball-Profi, der seine Wutausbrüche nicht immer im Griff hat, aber als Psychotherapeut Rat erteilt. In "Scary Movie" vergnügt er sich mit Lohan im Bett - vor einem ganzen Schrank voller privater Sex-Filmchen. Nur die elektronischen Fußfesseln stören beim Rummachen.

In "Charlie's Welt" ist die Auseinandersetzung zwar auch ironisch, aber subtiler und berührender. Sheen spielt darin einen ebenso charmanten und erfolgsverwöhnten wie etwas abgehalfterten Grafikdesigner, dessen Leben völlig aus dem Ruder läuft, als seine große Liebe ihn verlässt. Er suhlt sich in Kummer und Einsamkeit und tut Dinge, die gelinde gesagt nicht unbedingt schlau sind - Alkohol und seltsame öffentliche Auftritte inklusive.

Zwar sagt Regisseur Coppola: "Es ist eine Fantasie-Projektion auf mich selbst. Ich hatte auch so eine Trennung." Berührend wird sein Film aber vor allem durch die deutlichen Parallelen zum Leben seines Hauptdarstellers. Am Ende findet "Charles Swan III." seine Selbstachtung wieder - und hört mit seinen seltsamen Aktionen auf. Ob auch bei Sheen mangelnde Selbstachtung der Grund für seine öffentliche Totalausfälle war, ist natürlich nicht bekannt.

Augenscheinlicher Grund für den öffentlichen Totalabsturz, war wohl der Rausch, der für den Schauspieler ("Platoon", "Wall Street", "Hot Shots") zum permanenten Begleiter wurde. Im Oktober 2010 randalierte er betrunken in einem New Yorker Hotel. Außerdem wurden Vorwürfe laut, er sei einem Escort-Girl gegenüber gewalttätig geworden. An Weihnachten 2009 ging er in Aspen mit einem Messer auf seine dritte Ehefrau Brooke Mueller los. Er bekannte sich schuldig, kam damit um eine Gefängnisstrafe herum, musste aber für einen Monat in eine Entzugsklinik.

Nachdem Sheen nach exzessivem Drogen- und Alkoholkonsum sowie groben Beleidigungen des Produzenten 2011 aus Erfolgs-Sitcom "Two and a Half Men" gefeuert worden war, sagte sein Kollege Jon Cryer: "Das Schlimmste an dem Ganzen war, dass ich zuschauen musste, wie ein Freund von mir, ein Kerl, mit dem ich jahrelang gearbeitet hatte, zu einer völlig anderen Person wurde. Das zu sehen, ist entsetzlich, weil man das Gefühl hat, der Mensch, den man kannte, existiert nicht mehr."

Drogen und Alkohol gehören inzwischen der Vergangenheit an, betont Sheen, der in letzter Zeit auch mit besonderer Großzügigkeit Schlagzeilen gemacht hat. Nicht nur Kollegin Lohan bekam Geld, auch ein kleines, krebskrankes Mädchen. Sheen spendete 75 000 US-Dollar für die Behandlung. Laut Klatschseite "TMZ.com" spendete er zudem seine gesamte Gage von 250 000 Dollar, die er für einen Drehtag bei "Scary Movie 5" verdiente, drei Wohltätigkeitsorganisationen.

"Es konnte ja nicht so weitergehen", sagte Sheen kürzlich dem Magazin "InstyleMEN". "Ich lebte seit Jahren am Limit. Alkohol, Drogen, Pillen und Stress, das volle Programm. Ich wäre nicht der Erste gewesen, der diesen Lebensstil nicht überlebt hätte." Im vergangenen Jahr sagte er, er könne sich sogar vorstellen, seine Schauspielkarriere zu beenden und nur noch für seine Kinder da zu sein. Vielleicht hilft ihm beim neuen Lebenswandel auch eine neue Rolle. Sheen wird Opa. Im Januar verriet er, seine Tochter Cassandra Estevez sei schwanger. Er sei zwar noch nicht so wirklich bereit, den Titel des Großvaters anzunehmen, aber er freue sich trotzdem sehr. "Das ist wunderbar."

dpa

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