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Kultur "Das A-Team" - ein zu rasant geschnittenes Kinospektakel
Nachrichten Kultur "Das A-Team" - ein zu rasant geschnittenes Kinospektakel
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17:17 11.08.2010
Egal, was detoniert, die vier wissen, dass ihnen nichts passiert.

VON LAURENZ LIERENZ

Sie wurden für ein Verbrechen bestraft, das sie nicht begangen hatten“, hieß es in den 80ern im Fernsehen, wenn das A-Team am Start war. Dieses Team ist durch die Zeit gehopst und hat jetzt einen Irakkämpfer-Hintergrund bekommen, soll den Arabern amerikanische Gelddruckplatten abjagen. Liam Neeson spielt den Hannibal Smith, Quinton „Rampage“ Jackson ist Kraftmeier B. A. Baracus. Was hier passiert? Es detoniert alles, und kein Held hat am Ende ‘nen Kratzer. Das passierte schon in allen 98 Serienfolgen.

Hand aufs Herz: Haben wir auf einen „A-Team“-Film gewartet? Die Serie zählt nicht wirklich zu den Sternstunden des Fernsehens, und als man die ersten Kinoplakate sah, entrang sich unserer Brust kein kassenträchtiges nostalgisches „Hach!“

Regisseur Joe Carnahan hat mit Mitteln, die das Bruttosozialprodukt wenig hoffnungsvoller Länder überschreiten, ein B-Movie der C-Klasse gedreht. In dem der zigarrenschmölkende Smith aber auch schon mal „Adios, Motherfucker!“ brüllt, ein Moment, in dem man sich fragt, wie verschuldet Liam Neeson (immerhin war er ja Spielbergs Schindler) wohl sein muss. Der Film ist rasend schnell geschnitten, mehr noch, er ist geschreddert in gefühlte Fünfsekundensplitter. Man kapiert bald nicht mehr, wo wer mit wem gerade ist und welche physikalischen Gesetze gelten. Augenzwinkernd, sagt wer, sei das doch gemeint, und wers ernst nehme – selber Schuld.

Allein, wer da einmal zwinkert, hat schon drei Szenen verpasst. Erinnernswert ist allerdings sowieso nur die Szene, in der das A-Team einen Panzer aus einem explodierenden Flugzeug „fliegt“, das heißt ihn durch Kanonenfeuer in einen See lenkt. Und das Bilderballern wird nur eingestellt, als A-Teamer Peck (Bradley Cooper) die hübsche Sosa (Jessica Biel) küsst. Hach!

„Igitt! und „Laaaangweilig!“ quietschen da die Zwölfjährigen.

„Das A-Team“, US 2010, 118 Min. Regie: Joe Carnahan.

Actionsause aus dem Land der Unverwundbaren.

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