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Kultur Dagmar Menzel - vom „Tatort“ ins Schauspielhaus
Nachrichten Kultur Dagmar Menzel - vom „Tatort“ ins Schauspielhaus
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00:19 04.03.2018
Menschenskind: Dagmar Menzel singt im Schauspielhaus. Frank Schulte spielt dazu Klavier. Quelle: Villegas
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Hannover

Als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn jagt sie im „Tatort“ Verbrecher, doch hat sich Dagmar Manzel auch ein anderes Ermittlungsgebiet vorgenommen: Die von der Theaterbühne her und aus dem Fernsehen bestens bekannte Schauspielerin singt leidenschaftlich gerne und hat unter anderem das Programm „MENSCHENsKIND“ mit Chansons von Friedrich Hol-laender (1896–1976) zusammengestellt. Die Präsentation im proppevollen hannoverschen Schauspielhaus wurde zum Triumphzug.

Viele Facetten des „lachenden Melancholikers“, als den sich Hollaender einst selbst bezeichnete, kamen an diesem Abend zum Tragen. Die Berliner Jahre der 20er und beginnenden 30er Jahre waren ebenso vertreten wie die Filmmusik der US-amerikanischen Zeit im Exil, und die Bandbreite der Stimmungen reichte von amüsant über nachdenklich bis fies. Wenig erstaunlich, dass die wandlungsfähige Interpretin den Vamp nicht minder überzeugend auf die Bühne brachte als die Göre – und dabei doch stets sie selbst blieb.

„Wenn ich mir was wünschen dürfte“ machte den Auftakt, bald darauf gelang Manzel beim „Mädchen mit den Schwefelhölzern“ eine besonders schwierige Gratwanderung: Es gibt nämlich durchaus so etwas wie schönen Kitsch, man muss es halt nur können. Englischsprachige Titel mischten sich- mit leicht teutonisch angehauchtem Zungenschlag vorgetragen – ins Programm, unter anderem „Falling in love again“, hierzulande besser bekannt als „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.

Zu den Glanznummern gehörten „Die hysterische Ziege“, in deren Text sich „Männer“ auf „Henna“ reimt, und die aberwitzige „Circe“-Sprachakrobatik; sehr schön balancierte Manzel die Zwischentöne bei „Wenn ick mal tot bin“ aus, für die Interpretin selbst das „liebste Lieblingslied“. Zwischendurch gab‘s mal ein kleines Gedicht oder eine Anekdote; stolz schwang Manzel einen Fächer, der vormals der Chansonette Blandine Ebinger gehörte, Hollaenders erster Frau.

Weit mehr als nur Begleiter waren die äußerst feinfühligen Musiker Frank Schulte (Klavier), Ralf Templin (Gitarre) und Arnulf Ballhorn (Kontrabass). Einige auf dem Programmzettel angekündigte Kurt-Weill-Titel fanden nicht statt, und man vermisste sie auch nicht. Kein sensationeller Abend, aber ein sehr sehr sympathischer. Jubel, Begeisterungsgetrampel, drei Zugaben.

Von Jörg Worat

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