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Seit 26 Jahren beisammen: Rapper Sen Dog (v.l.), DJ Muggs, Rapper B-Real und Percussionist Eric Bobo.

Seit 26 Jahren beisammen: Rapper Sen Dog (v.l.), DJ Muggs, Rapper B-Real und Percussionist Eric Bobo.
 © Foto: Travis Shinn

Konzert

Cypress Hill im exklusiven NP-Interview

Die Oldschool-Rapper über ein neues Album, Donald Trump und Marihuana.

Hannover.  Als Cypress Hill 1991 ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlichen, definierten sie ein ganzes Genre gleich mit. Die Neunziger, das „goldene Zeitalter“ des HipHop, sind ohne ihre Songs wie „Insane in the Brain“ oder „Hits from the Bong“ gar nicht denkbar. Am Donnerstag treten sie um 19.15 Uhr auf der Parkbühne auf.

Es gab seit sieben Jahren kein neues Cypress-Hill-Album. Warum die Tour?

Die Band ist gut drauf, hat eine geile Energie, und die Fans freuen sich uns wiederzusehen. Wir werden definitiv unsere Klassiker in den Fokus rücken, mit denen viele unserer Fans aufgewachsen sind.

Wird es auch neue Songs geben?

Das wissen wir noch nicht. Wir haben jede Menge neues Material, aber haben das noch nicht geprobt. Wir arbeiten aber an einem neuen Album, das nächstes Jahr rauskommt.

Was kann man darüber sagen?

Es ist auf jeden Fall ein HipHop-Album, aber keins wie wir es vorher gemacht haben. Es wird eine neue Ära für uns und so hört sich das Album auch an. Nach 26 Jahren im Geschäft ist es wichtig, dass man sich entwickelt.

Wie hört sich diese Entwicklung an?

Es ist ein sehr großer Ska-Einfluss zu hören. Wir haben es sehr funkig gehalten, damit die Hörer auch ordentlich überrascht sind.

Wie entsteht ein Cypress-Hill-Album?

Wir bauen aufeinander auf. Ich habe eine Idee, vielleicht schon einen Text. Dann kommt B-Real dazu und fügt noch etwas ein. Wir hatten auch schon Konzeptalben, aber dieses Mal kommt alles direkt aus dem Herzen. Es ist keine Raketenwissenschaft, es ist Rock’n’Roll.

26 Jahre im Hip-Hop-Geschäft. Wie beurteilt ihr die heutige Szene?

Ich bin kein Fan von allem, was man heute Rap nennt, aber es ist wichtig, dass man Respekt hat für jeden Künstler, der bei uns Musik macht. Es ist ein harter Beruf, vor allem wenn man länger dabei sein will. Klar finde ich zum Beispiel die Sachen von Kendrick Lamar super. HipHop verändert sich aber auch stark und das brauchen wir, damit die Musik interessant und neu bleibt.

Vermisst ihr etwas im heutigen HipHop?

In den Neunzigern war die Vielfalt etwas größer, weil es noch keinen echten Mainstream gab. Alle haben damals einfach gerappt, ohne jetzt genau zu wissen, was die anderen machen. Heute bekommt man oft den gleichen Inhalt nur mit einer anderen Stimme präsentiert.

Wie beurteilt ihr als latino-amerikanische Musiker die politische Situation in den USA?

Es ist außer Kontrolle geraten. Es gibt viele rassistische Spannungen, Gewalt und Hass. Die politische Situation fühlt sich sehr an wie in den 60er Jahren. Das gute ist, dass wir da schon einmal rausgekommen sind. Mit Hass zu leben, ist hart. Diese Menschen in Virginia tun mir fast Leid.

Was würdest du Trump sagen, wenn du ihn treffen könntest?

Ich würde diesen Menschen niemals treffen wollen. Es gibt, denke ich, auch nichts, was man ihm sagen könnte, das seine Einstellungen ändert. Der Präsident gibt einen Scheiß.

Was hat sich in den 26 Jahren am meisten bei Cypress Hill verändert?

Wir sind auf jeden Fall professioneller geworden. Das kommt wahrscheinlich auch mit dem Alter. Es war damals alles sehr wild, was schön war, aber die Zeit vergeht eben. Jetzt arbeiten wir anders, aber das macht auch Spaß.

Und was hat sich gar nicht verändert?

Wir sind immer noch ein Sprachrohr für die Marihuana-Kultur. Wir sind Teil dieser Bewegung und setzen uns schon immer dafür ein, dass es entkriminalisiert wird. Man sollte für das Rauchen von Gras niemanden ins Gefängnis stecken.

Befinden sich die USA und andere Länder auf dem richtigen Weg?

Auf jeden Fall. Solche Veränderungen bewerkstelligt man nicht über Nacht. Da muss man dran bleiben und die richtigen Kämpfe austragen. Die Menschen brauchen Cannabis heute mehr als je zuvor, als medizinische Option zum Beispiel.

Wie schafft man es so lange in der Ursprungskonstellation zusammenzubleiben? Nur wenige Bands bringen so etwas zustande.

Es hat viel mit unseren Wurzeln zu tun. Wir waren schon lange befreundet, bevor die Band Erfolg hatte. Wir wussten, wie wir uns aushalten. Und glücklicherweise haben auch die Fans nie aufgehört, uns zu feiern. Wie schon gesagt: Kein neues Album aber die Leute kommen trotzdem zu den Konzerten. Und bringen ihre zwölfjährigen Kinder mit. Die geben Cypress Hill eben einfach weiter an die nächste Generation.

Noch gibt es Tickets für die Rap-Show der Kalifornier für 48 Euro pro Karte in den NP-Ticketshops.

Von jan heemann


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