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Kultur Cornelia Funke über ihr neues Buch Reckless
Nachrichten Kultur Cornelia Funke über ihr neues Buch Reckless
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00:07 14.09.2010
Cornelia Funke

VON DORIT KOCH

Sie sagten, Sie hätten nicht geglaubt, nach der Tintenwelt so schnell eine neue Welt zu finden. Warum nicht?

Die meisten Fantasyautoren stoßen, wie es scheint, in ihrem Leben nur auf eine wirklich große Welt. Deshalb dachte ich mir nach der Tintenwelt: Na, vielleicht war’s das. Und plötzlich steck ich bis zum Scheitel in einer ganz neuen Welt und verspüre größte Lust, dort noch etliche Jahre zu verbringen.

Die „Reckless“-Welt haben Sie zusammen mit Filmproduzent Lionel Wigram entdeckt – wie viel Einfluss hatte er?

Wir haben jeden Charakter und jeden Schritt der Geschichte über Monate zusammen entwickelt, meist sechs bis acht Stunden am Tag. Es war eine unglaublich inspirierende Erfahrung. Einige Figuren, wie Valiant und Hentzau, sind ganz und gar Lionels – auch wenn ich sie zum Leben erweckt habe. Ich versuche es oft so zu erklären: Ich kann ein sattes Gelb malen und er ein tiefes Blau, zusammen wird ein aufregendes Grün daraus.

Ist die „Reckless“-Welt auch ein Dankeschön an Jakob und Wilhelm Grimm?

Mit dem Dankeschön bin ich vorsichtig, denn während meiner Recherche musste ich feststellen, dass sie die weiblichen Gestalten doch allzu oft sehr brav und fügsam gemacht haben. Trotzdem habe ich es natürlich den Grimms zu verdanken, dass ich als Kind von Dornröschen, Hänsel und Gretel und Rapunzel hörte. Jakob Grimm sieht dem Jacob in meinem Kopf sogar ähnlich.

Was macht deren Märchen so faszinierend?

Dass wir in ihnen all die Bilder finden, die Volksmärchen schufen, um die Lebenswirklichkeit des Menschen auszudrücken. All unsere Ängste, Begierden, Grausamkeit, Rachsucht, innersten Wünsche – in Märchenbildern drücken sie sich oft sehr viel mächtiger aus als in realistischen Schilderungen, weil Bilder Unaussprechliches begreifbar machen. Märchen sind oft reaktionär und dann wieder weise. Dummheit und Klugheit, Gut und Böse Seite an Seite.

Woran schreiben Sie?

Im nächsten Jahr erscheint eine Geistergeschichte, mit der ich vor Reckless begonnen hatte. Friedrich Hechelmann hat wunderbare Illustrationen gemalt und im Herbst 2011 soll es in Oldenburg eine Oper dazu geben, Arbeitstitel „Der Ritter und sein Knappe“. Es wird ein Kinderbuch für Acht- bis Zwölfjährige. Und ich arbeite an „Reckless 2“ – 180 Seiten habe ich schon.

Was lesen Sie gerade? Könnte auf Ihrem Nachttisch ein eBook liegen?

Ich lese „Wolf Hall“ (Wölfe) von Hilary Mantel. Nein, auf dem Nachttisch werden wohl weiter Papierbücher liegen. Aber ich denke, dass ich für Recherchen immer mehr auf eBooks zurückgreifen werde, weil mein Haus von Büchern überquillt. Zeitung lese ich bereits auf dem iPad.

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