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Kultur Claude-Oliver Rudolph in Bergs "Hauptsache Arbeit!"
Nachrichten Kultur Claude-Oliver Rudolph in Bergs "Hauptsache Arbeit!"
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10:48 25.04.2012
LOCKERER FIESLING: Claude-Oliver Rudolph als Frank N. Schäfer und Nadja Engel als bedröppelte Angestellte. Quelle: Jochen Quast
Hannover

In Sybille Bergs Groteske „Hauptsache Arbeit!“ treibt er Versicherungsangestellte in „paardynamische“ Spiele - um ihren Arbeitsplatz. Ein bitterböses Vergnügen.

Denn Berg rechnet keineswegs nur mit den Chefetagen ab, sondern zeigt die Untergebenen als Duckmäuser, die sich noch in der Freizeit schinden, um für die Firma fit zu bleiben - sagen sie. Und die doch in innerer Kündigung an ihren Computern E-Kanasta spielen.Bloß nicht anecken, bloß keineKanten zeigen. Vertane Leben. Da hat Frank N. Schäfer leichtes Spiel, sie in zynische Konkurrenz zu treiben - von der Bekenntnisrede bis zum Stromschlag-Duell. Wer überlebt, behält den Job.

Claude-Oliver Rudolph spielt eine lockere Mischung aus Kotzbrocken und Prophet.Keine Rampensau - oder nur gezielt, wenn er ins Publikum stürmt, dass einige sich ducken. Doch dann säuselt er buddhistelnde Sprüche, schwingt sich an die Theke und lässt den Rest machen. Zurückhaltend, aber intensiv.

Sein Engagement vermittelte Regisseur Michael Knof, und der führt nicht nur ihn hochdifferenziert. Überzeichnete Figuren, aber keine Klischees, starke Leistungen. Wie Oliver Jaksch, früher in Hannover: Fast flehentlich beteuert der die körperliche Fitheit, vergeblich, sein ausbeulender Cordanzug straft ihn Lügen. Nadja Engel sieht die vollen 100 Minuten lang bedröppelt aus, ohne dass es zur Maske wird; und Gabriela Lindlova ist auf einzigartige Weise durchgeknallt. Großartig gelingt ihr die geforderte Gratwanderung zwischen Realismus und Künstlichkeit. Berg hat surreale Elemente wie zwei Ratten eingestreut; die Celler Aufführung kommt arg gradlinig realistisch daher. Und das Bullaugen-Bühnenbild schafft zwar viel Spielmöglichkeit, aber auch Distanz zum Zuschauer. Das aber ist in diesem provisorischen Theaterraum ungünstig.

Bewertung: 4/5

Bis 15. Mai; Karten unter Tel. 05141/ 9 05 08 75.

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