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Kultur Children of Bodom: Mehr Metal geht nicht
Nachrichten Kultur Children of Bodom: Mehr Metal geht nicht
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00:16 12.03.2017
Die wollen auch nur spielen: Children of Bodom waren im Capitol. Quelle: Handout
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Hannover

Es sind die „Metal-Superstars“ aus Finnland, heißt es, und Children of Bodom spielen die erste Show ihrer Tour in Hannover. „20 Years Down & Dirty“ nennen sie das. Der Song „Black Widow“ ist 18 Jahre alt, verkünden sie. Eigentlich Zeit, erwachsen zu werden. Doch in diesen Metal-Men stecken noch wilde Kinder.

COB haben sich exzellent vorbereitet. Ihr Mix aus Black-, Thrash- und Melodic-Death-Metal (mehr geht nicht), läuft rund und schnell, wie eine gut geölte Motorrad-Kette. Allerdings um Längen lauter: Da hämmert ein unbarmherziger Vierzylinder, angriffslustig und eisern; der Keyboarder ist dabei erfreulicherweise eher im Hintergrund.

Das ist sicher nicht Jedermanns-Musik, aber Jedermanns-Metal. Besonders für die knapp 600 Zuschauer im Capitol. Alles echte Fans, die ihre Fäuste schütteln, alles treue Fans, dem Metal ergeben. Und Alexi Laiho ist ein starker Sänger. Messerscharf setzt er zu seinen harten und mittigen Schreien an, spielt gleichzeitig noch Sologitarre. Schnell ist der Mann. Schlagzeuger Jaska Raatikainen, auch ein Gründungsmitglied, toppt das alles: er kickt unermüdlich und punktgenau Sechzehntel in seine Basstrommeln, diese Konzentration und Ausdauer sind erstaunlich und äußerst unterhaltsam. Die hohe Technik, gepaart mit einer tiefen Leidenschaft, überzeugt.

Laiho scheint zudem ein großer Fan der Metal-Ikone Randy Rhoads zu sein, dem legendären, früh verstorbenen Gitarristen von Ozzy Osbourne. Er spielt dessen Gitarren-Model, reißt und zieht wie er an den Saiten, lässt die Axt gerne kreischen. Alle haben jetzt eine „great time“, eine super Zeit – die Musiker schütteln ihre langen und kräftigen Haare. Sie verarbeiten Bernard Herrmanns Gruselklänge aus Hitchcocks „Psycho“-Film, die Bühne schimmert atomgrün.

Der Rhythmus-Gitarrist verteilt Wasserflaschen in den ersten Reihen, die ganze Band ist sympathisch. Kümmert sich, heizt ihr Publikum an, es macht Spaß ihnen dabei zuzuschauen. Und heute ist mal „Headbanging“ angesagt. Das gute, alte Kopfschütteln bis zum Nacken-Schmerz. Kein „Crowd-Surfing“ oder eine „Wall of Death“. Archaisch und herrlich altmodisch geht es dabei zu.

„Möchtet ihr was Schnelleres und Lauteres hören?“, ruft Alexi. „Yeah!“, die Fans wissen was gut ist, auch wenn die nachfolgende Geschwindigkeit dieselbe ist. Doch die Trommelschläge tanzen wie Wassertropfen auf einer heißen Herdplatte, und die Band lässt einfach nicht nach. Nach 70 Minuten musikalischer Hochleistungen und zwei Zugaben taumeln Musiker und Fans erschöpft und zufrieden zu ihren Ausgängen. Children of Bodom haben richtig abgeräumt.

Von Kai Schiering

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