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Kultur Chefredakteur Klaus N. Frick: „Perry Rhodan wird es noch lange geben“
Nachrichten Kultur Chefredakteur Klaus N. Frick: „Perry Rhodan wird es noch lange geben“
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12:21 11.02.2019
Würde sich über eine gut gemachte „Perry Rhodan“-Fernsehserie freuen: Klaus N. Frick, Chefredakteur der Heftreihe, die dieser Tage ihr großes Jubiläum feiert. Quelle: privat
Hannover

Heute erscheint das 3000. Heft der weltgrößten Science-Fiction-Romanserie „Perry Rhodan“. Der Raumfahrer Perry Rhodan, seit 1961 in deutschen Kiosken und Buchhandlungen, kehrt im „Mythos Erde“-Zyklus in eine Michstraße zurück, in der die Erde für eine Erfindung gehalten wird. Klaus N. Frick, Chefredakteur der Perry-Rhodan-Redaktion, kann sich auch Band 4000 der Heftreihe vorstellen.

Wo steht Perry Rhodan heute? Was passiert in Band 3000, startet da ein neues großes Kapitel?

Mit Band 3000 eröffnen wir einen neuen Handlungsabschnitt, der es auch neuen Lesern ermöglichen soll, in die Geschichte einzusteigen. Im „Mythos“-Zyklus, der weit in der Zukunft spielt – etwa Ende des sechsten Jahrtausends –, erzählen wir, wie Perry Rhodan und die Besatzung des Raumschiffes Ras Tschubai nach einer langen Reise durch Raum und Zeit in die Milchstraße zurückkommen. Dort hat sich einiges verändert: In der Milchstraße ist die Cairanische Epoche angebrochen. Und die Erde gilt als ein Mythos, als ein erfundener Planet, den es nie gegeben hat …

Welche Zukunft hat Perry Rhodan Ihrer Meinung nach als Romanheld? Ist für Sie Heft 4000 vorstellbar?

Ich tue mich schwer damit, Prognosen für die Zukunft abzugeben. Perry Rhodan als Romanfigur wird es noch lange geben, da bin ich mir sicher – ob die Romane in zwanzig Jahren immer noch gedruckt erscheinen oder wir nur noch digital veröffentlichen, kann ich allerdings nicht sagen. Aber die Menschen mögen Geschichten, und eine Geschichte, die von der Mondlandung aus in die ferne Zukunft reicht, ist nach wie vor einmalig.

Der europaweit bekannte Sci-Fi-Autor Andreas Eschbach hat schon sechs Hefte geschrieben, Ende Februar erscheint sein großer Roman über Perry Rhodans Jugend. Gibt es noch weitere Star-Gastautoren? Gehört das inzwischen zum Konzept der PR-Reihe?

Wir haben immer wieder Gastautoren. Zuletzt waren Tanja Kinkel und Gisbert Haefs dabei, der demnächst erscheinende Band 3005 wurde von Andreas Brandhorst geschrieben. Es bringt unserer Serie neue Gesichtspunkte, wenn „fremde“ Autoren einen Roman beisteuern.

Damals in den Sechziger- und Siebzigerjahren gab es Risszeichnungsbände mit Plänen von Raumschiffen und es gab Revell-Modelle etwa der Kugelraumer, mit denen Rhodan und seine Leute im All herumkreuzten. Warum stehen die heute nicht mehr in den Kinderzimmern? Warum haben die Kinder von 2019 keine Guckyposter an der Wand und keine Icho-Tolot-Plastikfigur, mit der sie gegen Topsider-Plastikfiguren kämpfen? Hat die PR-Merchandising-Abteilung den Betrieb diesbezüglich eingestellt oder gibt es kein Interesse an Dingen jenseits der Romane?

Es gibt „Perry Rhodan“-Merchandise wie Sammelfiguren und dergleichen, Comics und beispielsweise das Modell einer „Stardust“-Rakete. Die Serie wird aber vorrangig von einem Publikum gelesen, das zwischen 45 und 50 Jahren alt ist; in dieser Altersgruppe ist Merchandise sicher nicht mehr das große Thema. Aber wir sind immer wieder auf der Suche nach Partnern, die entsprechende Produkte auf den Markt bringen wollen.

Und warum gibt es bislang nur diesen trashigen „Perry Rhodan“-Film von 1967? Warum stehen inzwischen nicht drei monumentale „Rhodan“-Filmtrilogien in den DVD-Regalen von Millionen Sci-Fi-Fans? Schließlich ist PR 16 Jahre älter als „Star Wars“ und der Verlag hat immer mit der globalen Popularität seiner Heftchenserie geworben – sogar in China.

Die Geschäftsführung verhandelt immer wieder mit Produktionsfirmen, die eine Verfilmung der „Perry Rhodan“-Serie anstreben. Leider haben bisherige Versuche nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben. Möglicherweise gibt es im deutschsprachigen Raum nicht die Partner für eine solche Verfilmung – zuletzt sprach unsere Geschäftsführung mit Produzenten aus den USA.

Eine Alternative wäre – in den Zeiten der großen Qualitätsfernsehserien – eine große TV-Serie über Perry Rhodan.

Wir alle würden eine gut gemachte Fernsehserie begrüßen, die „Perry Rhodan“ für das große Publikum umsetzt. Da sind sich die Autoren und das Team in der Redaktion absolut einig. Bisher sind entsprechende Versuche – über die ich leider nichts sagen kann – aber nicht weit genug gediehen.

Von Matthias Halbig / RND

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