Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Calixto Bieito feiert Doppelpremiere in Berlin
Nachrichten Kultur Calixto Bieito feiert Doppelpremiere in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:38 02.03.2015
Jubel für «Gianni Schicchi» in Berlin. Quelle: Felix Zahn
Anzeige
Berlin

m.

Die beiden Einakter, die am Sonntag Premiere feierten, haben außer dem Jahr ihrer Uraufführung 1918 wenig miteinander gemein: Puccinis abgedrehte Komödie "Gianni Schicchi" um eine erbgeile Familie steht unvermittelt gegen das abgründige Psychodrama "Herzog Blaubarts Burg" von Béla Bartók. Gerade der Kontrast habe ihn begeistert, erklärt Bieito im Programmheft.

OUVERTÜRE: Es beginnt mit der klamaukhaft inszenierten Geschichte einer italienischen Familie, die sich schon am Totenbett des Familienpatriarchen in Habgier über das Erbe zerfleischt. Böse Anspielungen auf scheinheiligen Katholizismus, aberwitzige Streitszenen und skurrile Spieleinfälle bestimmen den Ton. Die junge Schweizer Sopranistin Kim-Lillian Strebel bekommt als unbescholtene Braut mit dem Schmachtfetzen "O mio babbino caro" Szenenapplaus.

DRAMA: Ohne Pause, ohne Umbau geht's in "Herzog Blaubarts Burg". Fast unmerklich fällt die bürgerlich-antiquierte Wohnstube von "Gianni Schicchi" nach und nach auseinander und macht düsteren, assoziativen Räumen Platz. Hier will Judith (Ausrine Stundyte) um jeden Preis das Reich ihres verschlossenen Geliebten (Gidon Saks) erkunden. In einem auch körperlich ausgetragenen Zweikampf zwischen Liebe und Hingabe, Unterwerfung und Machtgelüsten ist das Verhängnis unausweichlich. Das Orchester der Komischen Oper macht unter Dirigent Henrik Nánási die Schreckenskammern der siebentürigen Burg beklemmend hörbar.

FINALE: Regisseur Bieito inszeniert das mit seinen beiden großartigen Sängern (und Schauspielern) so dicht und beklemmend, dass dem Publikum fast der Atem stockt. Als am Schluss auch die bunte Truppe von "Gianni Schicchi" wieder auf die Bühne kommt, wirkt sie wie aus einer anderen Welt. Auch "Blaubart" allein hätte für einen furiosen Theaterabend gereicht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der neue Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, Dieter Wedel (72), will für den Sommer mehr Stars verpflichten. Zuletzt seien die Schauspieler in Bad Hersfeld zu unbekannt gewesen, sagte Wedel der Deutschen Presse-Agentur.

02.03.2015

Israel ist ein winziges Land und Hebräisch wird nur von verhältnismäßig wenig Menschen auf der Welt gesprochen. Dennoch ist die zeitgenössische Literatur in Israel sehr reich and vielfältig.

02.03.2015

Der Autor Peter Härtling ist mit dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis der Stadt Alzey für sein Gesamtwerk ausgezeichnet worden. Das teilte ein Vertreter der Stadtverwaltung am Samstag mit.

01.03.2015
Anzeige