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FRÜHLINGSGRÜSSE FÜR NEW 
YORK: Zwei Wochen lang stan
den die „Tulips“ im sturm
gebeutelten Manhattan, Jeff 
Koons präsentierte sie
persönlich.

FRÜHLINGSGRÜSSE FÜR NEW
YORK: Zwei Wochen lang stan
den die „Tulips“ im sturm
gebeutelten Manhattan, Jeff
Koons präsentierte sie
persönlich.© Jamie McCarthy

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Kunst

Blüten für die Kunstförderung: Jeff Koons "Tulips"

Heute sollen Jeff Koons’ „Tulips“ aus Hannover inNew York 20 Millionen Dollar einbringen. Die Nord/LB will mit dem Geld eine Kulturstiftung aufbauen.

Als würde die Kamera die Blüten streicheln, so sanft und liebevoll tastet sie Jeff Koons’ „Tulips“ ab und erfasst im Detail, wie sie sich gegenseitig spiegeln, wie die Farben ineinander widerscheinen, wie die Umgebung reflektiert wird. Und zu sanfter Musik erzählt der Künstler von Liebe, Frieden, Glück, Fruchtbarkeit und Lebensenergie und was seine Tulpen sonst noch symbolisieren. Doch, das Video könnte den Will-ich-haben-Impuls wecken.

So wirbt das New Yorker Auk-tionshaus Christie’s im Internet für seine Versteigerung des Kunstwerks aus Hannover. Heute um 19 Uhr Ortszeit, für uns Donnerstag,ein Uhr morgens, stehen Jeff Koons’ fünf Meter große „Tulips“ aus der „Celebration“-Serie auf der Auktionsliste, ein begehrtes Stück, Schätzpreis „in der Region von 20 Millionen Dollar“ (15,75 Millionen Euro), kalkuliert Christie’s. Es könnte noch mehr werden, die Arbeit gilt als die komplexeste ihrer Art, und die vier anderen Varianten sind in veräußerungsunwilligen Händen wie dem Guggenheim-Museum in Bilbao.

In Hannover schmückten die Tulpen acht Jahre lang leuchtend bunt und tonnenschwer den Innenhof der Nord/LB, beliebtes Motiv nicht zuletzt für Touristen. Doch Anfang Mai 2012 kam der Kran: Die Nord/LB wolle eine Kulturstiftung gründen, man wolle so „einen Beitrag zur Bereicherung der Kulturszene in Norddeutschland leisten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Gunter Dunkel. Die Stiftung soll noch in diesem Jahr in Hannover etabliert werden.

Die Kunstblumen des Amerikaners Jeff Koons (57) sind riesigen Luftballons nachgebildet,wie bei einem Kindergeburtstag, sagt er selbst im Video, sie feierten die Lebensenergie. Jede der 5000-Kilogramm-Blüten wurde individuell aus Stahl gestaltet, 15000 Fertigungsstunden waren für die ganze Skulptur nötig, schreibt der Hersteller, die deutsche Firma Arnold. Koons ist beliebt, seine meist bonbonpapierbunten Skulpturen spielen mit dem Kitsch und sind meist überaus dekorativ - und doch eindeutig als Kunstwerke anerkannt.

2,5 Millionen Dollar zahlte die Nord/LB 2002 für die Skulptur, jetzt hofft man auf den zehnfachen Wert. Mit drei Auktionshäusern verhandelte das Bankhaus über die Versteigerung, warum wählte man Christie’s? „Sie machten das beste Angebot“, sagt Pressesprecher Jan-Peter Hinrichs, „und wir sind sehr zufrieden: Sie haben die Auktion sehr professionell vorbereitet und vermarktet.“ Schließlich muss man Bieter auch umwerben und anlocken. Und so leuchten seit 2. November die „Tulips“ vor dem Rockefeller Center in New York. Ein Stück Frühling im sturm- und wintergebeutelten Manhattan.


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