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Kultur Ben gibt den Schlagerfans Zucker
Nachrichten Kultur Ben gibt den Schlagerfans Zucker
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14:02 05.02.2018
Smarter Typ: Ben Zucker und wie er die Welt sieht. Quelle: Ben Wolf
Hannover

Enge Röhrenjeans und cooles Hemd, unter dem ein tätowierter Arm hervorlugt – so sieht 2018 moderner Schlager aus. Ben Zucker ist ins Capitol gekommen, stellt sein Album „Na und?!“ vor.

Schon beim Intro mit „Was für eine geile Zeit“ wird Zucker von einem frenetischen, überwiegend weiblichen Jubelchor empfangen. Ganz ohne Aufforderung setzen die 1300 Fans in der ersten Strophe zum Mitsingen an und feierten ihre ganz persönliche geile Zeit mit ihrem Newcomer des Jahres. Eigentlich hätte sich der neue Schlagerheld auch einfach ausruhen können, so perfekt wie seine Fans die Songtexte beherrschten – manchmal sogar besser als er selbst.

Einfach drauflos plappern

Bei „Nimm mich in den Arm“ zum Beispiel ist Zucker anscheinend so überwältigt von der Welle der Begeisterung, dass der Text kurzerhand mit weggespült wird. Es soll nicht der einzige Texthänger bleiben. Kommt vor, wenn man, wie er selbst zugibt, „die Anweisungen des Teleprompters nicht befolgt und einfach so drauflos plappert“. Charmant. Und später hört Zucker doch noch auf die Anweisungen des Monitors: „Da steht, ich soll jetzt ins Publikum gehen“, liest er vor, tut’s und ist prompt von wild filmenden Fans umgeben.

Bewährte Unterstützung

Der 33-jährige Berliner hat irgendwie ein bisschen was von allem: ein bisschen David Beckham am Kopf, ein bisschen Andreas Gabalier in der Performance und ein bisschen Joe Cocker in der Stimme. Und auch die Songs haben bewährte Paten: Am Debütalbum wirkten Thorsten Brötzmann (Unheilig, Matthias Reim, Helene Fischer) und Philipp Klemz (Glasperlenspiels „Geiles Leben“) mit.

Inhaltlich widmet sich Zucker Themen wie Trennungen („Einfach weg“), Familienbindung („Du bist alles für mich“), Freundschaft („Die Welt wartet auf Dich“) und Heimat („Schönstes Haus“) – das kommt an beim Schlagervolk: Viele Fans reisten sogar 300 Kilometer weit an, um den Sänger mit der rauchig-warmen Stimme live zu erleben, ergibt eine Umfrage – einer immerhin fünf Minuten mit der Bahn.

Von Lara Sagen

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