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Kultur Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen
Nachrichten Kultur Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen
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18:47 02.02.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Ein geschiedenes Regie-Ehepaar und viele deutschsprachige Filmschaffende gehen ins Rennen um die Oscars 2010: James Camerons „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ und der Irak- Kriegsfilm „Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ von Camerons Ex- Frau Kathryn Bigelow führen die Nominierungen für die Oscars an. Beide Produktionen wurden am Dienstag in Los Angeles in je neun Kategorien für den Preis vorgeschlagen, darunter als beste Produktion des Jahres und für die beste Regie. Das deutsche Drama „Das weiße Band“ von Michael Haneke wurde nach vielen internationalen Auszeichnungen nun auch mit einer Nominierung als beste ausländische Produktion des Jahres gewürdigt.

Außerdem gab es für den Schwarzweiß-Film des Österreichers Haneke auch eine Nominierung für die beste Kamera (Christian Berger). Der Österreicher Christoph Waltz erhält die Oscar-Chance für seine Rolle eines charmant-zynischen SS-Mannes in „Inglourious Basterds“. Quentin Tarantinos Nazi-Satire wurde mit vielen deutschen Darstellern vor allem im Studio Babelsberg gedreht und ist auch unter den zehn Kandidaten für den besten Film des Jahres. Eine weitere deutsche Oscar-Hoffnung ruht auf dem Filmkomponisten Hans Zimmer (52). Er geht mit der Musik für die Filmkomödie „Sherlock Holmes“ ins Rennen. Zimmer lebt seit langem in Los Angeles und hat 1995 für „Der König der Löwen“ bereits einen „Goldjungen“ gewonnen. Um den Preis in der Königskategorie „bester Film“ konkurrieren mit Cameron und Bigelow geschiedene Eheleute. Die beiden waren von 1989 bis 1991 miteinander verheiratet. Das 3D-Spektakel „Avatar“ hat mittlerweile Camerons „Titanic“ als kommerziell erfolgreichster Film aller Zeiten abgelöst. Bigelows Thriller „Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ ist ein harter Beitrag zum Irak-Krieg.

Den jeweils neun Nominierungen „Avatar“ und „Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ ist Quentin Tarantino mit acht Oscar-Chancen seiner „Inglourious Basterds“ dicht auf den Fersen. „Up in the Air“ von Jason Reitman mit George Clooney als vielfliegendem Entlassungs- Experten heimste sechs Nennungen ein, ebenso das beklemmende Sozialdrama „Precious“ über ein von seinen Eltern geschlagenes und vergewaltigtes schwarzes Mädchen. Unter den erstmals zehn Anwärtern für den Haupt-Oscar ist auch der Animationsfilm „Oben“ aus der Trickfilmschmiede Pixar.

„Das weiße Band“ hatte Mitte Januar den Golden Globe als bester ausländischer Film gewonnen. Im vorigen Jahr wurde er schon mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Europäischen Filmpreis gekürt. Das intellektuell anspruchsvolle Drama erzählt die Geschichte seltsamer Unfälle und Gewalttaten in einem norddeutschen Dorf in den Jahren 1913/14. Haneke verbindet menschliche Grausamkeiten mit den überkommenen gesellschaftlichen und religiösen Werten der deutschen Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg. Die Konkurrenten für den Auslands-Oscar kommen aus Israel, Argentinien, Peru und Frankreich.

Unter den Hoffnungsträgern für den Hauptrollen-Oscar sind Jeff Bridges als saufender Country-Musiker in „Crazy Heart“, George Clooney („Up in the Air“), Morgan Freeman („Invictus“), Colin Firth („A Single Man“) und Jeremy Renner („The Hurt Locker“).

Bei den Schauspielerinnen erhielt Sandra Bullock nach dem Golden Globe auch eine Oscar-Nominierung für „The Blind Side“. Chancen haben auch Meryl Streep als Starköchin Julia Child in „Julie & Julia“, Helen Mirren („Ein russischer Sommer“), Carey Mulligan („An Education“) und Gabourey Sidibe („Precious“).

2007 hatte Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ zuletzt den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. „Der Baader Meinhof Komplex“ ging im vergangenen Jahr leer aus.

Die Oscars werden am 7. März abends in Hollywood (MEZ 8. März frühmorgens) zum 82. Mal vergeben. Steve Martin und Alec Baldwin werden die Gala gemeinsam moderieren. Die Gewinner der Ehren-Oscars stehen bereits fest. Hollywoodstar Lauren Bacall, Regisseur Roger Corman und Kameramann Gordon Willis waren im November mit dem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.

dpa

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