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Kultur Beim Jupiter! Musica Assoluta startet in die Saison
Nachrichten Kultur Beim Jupiter! Musica Assoluta startet in die Saison
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14:39 17.09.2018
Saisonauftakt: Das Ensemble Musica Assoluta startet mit dem „Jupiter“-Projekt in der Christuskirche in die Saison. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Kompakte Konzerte ohne Pause: So geht das Ensemble Musica Assoluta üblicherweise zu Werke. Das „Jupiter“-Projekt in der Christuskirche fiel indes äußerst üppig aus.

Alles drehte sich an diesem Abend um Mozart, und gleich zu Beginn setzten das teils mit Naturinstrumenten ausgestattete Orchester unter seinem Dirigenten Thorsten Encke und Solist Haiou Zhang beim Klavierkonzert Nr. 21 ein Ausrufezeichen. Da überzeugte das Zusammenspiel, und der Pianist gestaltete die feinsten Phrasierungen, legte zudem im Andante eine gewisse Eleganz an den Tag, ohne je affektiert zu wirken. Ähnlich stimmig fiel anschließend die „Jupiter“-Symphonie aus, deren Strukturen Encke klar herausarbeitte, wenngleich der Einstieg in den Finalsatz nicht ganz auf den Punkt kam.

Noch spannender wurde der zweite Teil, in dem sich kleine Mozart-Kammermusik-Häppchen mit drei Uraufführungen abwechselten – am meisten Neugier weckte wohl der australische Komponist Jessop Maticevski Shumack, der in seiner Ankündigung im Programmheft gestand, er habe Mozart mit seinem „Palimpsest für Streichquartett“ getötet.

Alle drei Werke kombinierten Klangereignisse aus dem Bereich der Neuen Musik mit mehr oder weniger klaren Klassik-Zitaten, was bei der Taiwanesin Ling-Hsuan Huang am griffigsten klang und beim mordlustigen Australier am technischsten – schön hier allerdings der fragmentierte Schluss. Den Hit landete aber die Kanadierin Keiko Devaux mit ihrem ebenfalls für Streichquartett geschriebenen, sehr subtilen Stück „Tenebrae“, das den Intellekt ebenso ansprach wie das Gefühl und hoffentlich einen Siegeszug in künftigen Konzertprogrammen experimentierfreudiger Ensembles antreten wird.

Sympathisch wirkte die ungezwungene Atmosphäre des Abends: Zum Running Gag wurde das widerspenstige Mikrophon, das bei Ansagen teilweise nur nach kräftigem Schütteln seinen Dienst aufnahm, und Thorsten Encke hatte kein Problem damit zu gestehen, dass er den Begriff „Palimpsest“ nicht wirklich definieren könne – da sprang eben ein Konzertbesucher ein.

Gestattet sei allerdings ein Vorschlag zur Güte: Dass der Abend mit allem Drum und Dran an der Drei-Stunden-Grenze kratzte, war dann doch etwas übertrieben – auf das Zwischendurch-Interview mit den Komponistinnen hätte man etwa wohl besser verzichtet.

Weitere Termine finden Sie hier.

Von Jörg Worat

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