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In der Schwebe: Andrea von Lüdinghausen und ihre Skulptur „Conditioner“, die an einen Antennenanlage erinnert.

In der Schwebe: Andrea von Lüdinghausen und ihre Skulptur „Conditioner“, die an einen Antennenanlage erinnert.

Ausstellung im Kubus

Andrea von Lüdinghausen und Mareike Poehling in der Galerie vom Zufall und vom Glück

Eine Schau wie für Schamanen: „Room to let“ von Andrea von Lüdinghausen und Mareike Poehling zeigt bis 24. September Skulpturen, Filme, Fotos und Installationen.

Hannover. Starkes Windrauschen, lange graue Stoffbahnen, die Schutz bieten, geheimnisvolle Objekte, Federn, Antennen, die ihre Tentakel in die Welt ausstrecken, um ungeahnte Signale auffangen – und eine große Ecke aus Schaffell, auf dem man sich von dem Ganzen ausruhen kann. Die Künstlerinnen Andrea von Lüdinghausen und Mareike Poehling bieten in ihrer aktuellen Ausstellung in der Galerie vom Zufall und vom Glück „Rooms to let“.

Die Räume, die man hier besuchsweise mietet, zeigen Verbindungen der beiden Künstlerinnen, die über Generationen hinweg reichen: Beide sind von Zentralasien begeistert, beide arbeiten skulptural, fotografieren und haben ohne Wissen voneinander sich von gleichen Motiven faszinieren lassen. Motive, die in einem „Kino“ in Endlosschleife laufen.

Allein ein Film von Andrea von Lüdinghausen lohnt schon den Besuch. Eine grotesk zusammengesetzte Vogelscheuche dreht sich im Wind vor einem dramatisch bewölkten Himmel, der Dreiminuten-Loop erinnert auch ans Horror-Genre, beginnt immer wieder von vorn und schafft durch das begleitende Pfeifen des Windes eine unheimliche Atmosphäre. Heikel sind auch ihre Skulpturen, die mit der Balance spielen – wie die Arbeiten „Conditioner“. Die filigranen Gestänge werden in einer sauber kalkulierten Balance gehalten, stehen für eine inszenierte Unsicherheit – „skulpturale Zustände“ nennt die Künstlerin das. Und dass man mit Kunsthaar-Extensions überzeugende Skulpturen schaffen kann, beweist das Geschlinge namens „Believing if not“.

Zu den starken Stücken gehören die Fotos von Mareike Poehling, die große knuddelige, wollige, irgendwie gemütliche, wärmende Fell- und Federhaufen zeigen – die doch in Wirklichkeit ziemlich klein und eklig sind und Aufnahmen von Gewölle sind, eben das, was Eulen herauswürgen, wenn sie mit dem Abendessen fertig sind.

Ansonsten spielt Mareike Poeling mit biografischen Details, präsentiert eine Beuys-nahe Wachsecke aus dem Haus ihrer Großmutter oder installiert eine Leiter – inspiriert von usbekischen Gräbern, die dadurch den Aufstieg in den Himmel ermöglichen. Überhaupt ist das matt erhellte Untergeschoss Schamanen-nah – aber auch die waren ja auf dem Weg zur Erleuchtung, die die Besucher auf dem Weg durch die Ausstellung erfahren sollten.

Von Henning Queren


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