Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur André Rieu: Der Meister des Walzers
Nachrichten Kultur André Rieu: Der Meister des Walzers
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:47 11.01.2018
Mit poppigen Melodien und ergreifenden Filmhits: André Rieu begeistert 5000 Fans in der Tui-Arena.  Quelle: Wallmüller
Hannover

Alle Jahre wieder ist „Walzer-Zeit“, und  im selben Turnus begeistert der holländische Meister André Rieu aus Maastricht seine tausendköpfige Anhängerschaft. Auch in Hannovers Tui-Arena warten gut 5000 Fans und Zuschauer auf seine „Walzer-Offenbarung“.

Mit dem gewaltigen Orchester von knapp 50 Musikern, den bunten Kostümen und der zeitlosen Titelauswahl hat der 68-jährige Sympath und Vollblutgeiger gerade bei seinem deutschen Publikum einen dicken Stein im Brett. André Léon Marie Nicolas, wie ihn seine Eltern getauft haben, ist nicht nur Violinist, Orchesterleiter, Arrangeur und Musikproduzent, sondern auch ein ganz großer Botschafter des Wiener Tanzes: Die Welt wird schöner und bunter im Dreivierteltakt.

Doch Überraschung, das gut zweieinhalbstündige Programm wird nicht nur vom Walzer und seinen Melodien bestimmt. Denn ein Blick auf seine Musikauswahl zeigt – der Stehgeiger in der Tradition von Johann Strauss Sohn, weiß, wie seine Fans ticken.

The Platin Tenors begeistern mit „Nessun Dorma“ von Puccini, Rieu führt leidenschaftlich zu Händels „Hallelujah“, Jin Lee und Jao Ling verzaubern mit chinesischer Musik, und der „Anton aus Tirol“ darf genauso wenig fehlen.

Mit poppigen Melodien wird die Tui-Arena gut angeheizt, bis alle ordentlich weichgekocht und emotionalisiert sind. Dabei ist nicht wirklich sicher, ob der „Walzerkönig“ und „Geigenvirtuose“ auch so richtig live spielt. Denn das sieht alles so einfach und nach einer Fernsehshow aus: die unangestrengten freundlichen Blicke, das strahlende Lä­cheln inklusive. Weltweit und seit Jahrzehnten funktioniert die generationsübergreifende Unterhaltung. Andrés Abend ist einer ohne Sorgen und Stirnrunzeln. Das Unternehmen hinter der Musik ist groß geworden. Die überdimensionalen Leinwände zeigen die schönsten Stationen und romantischsten Plätze Europas.

Munter weiter mit den bekanntesten Opernarien  und den zutraulichsten Popsongs der ergreifendsten Filmhits. Eine schottische Dudelsack-Kapelle besucht die Bühne und stiehlt zusammen mit Manoe,  der Klarinettistin des Orchesters, Rieu die Show. Spucke fliegt beim zackigen „Schlittschuhwalzer“, denn Mitpfeifen will geübt sein. Zum Trinklied aus „La Traviata“ dürfen sich die Sopranistinnen beweisen.

Rieu ist ein großes Kaliber in dem Unterhaltungsgenre „eitel Sonnenschein“, und gute Solisten hat er auch. Das ganze Orchester spielt mit dem Chor zusammen die „Carmina Burana“ von Carl Orff, dazu fallen Luftballons von der Hallendecke. Mit Johann Strauss und dessen „An der schönen blauen Donau“ geht es mit viel Beifall in den Schunkelmodus und danach zufrieden nach Hause.

Von Kai Schiering

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!