Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Alexander Herrmann lässt die Besucher schmoren
Nachrichten Kultur Alexander Herrmann lässt die Besucher schmoren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:23 10.02.2019
Mix-Show: Alexander Herrmann live und in Farbe im Theater am Aegi. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

„Ja, es gibt was zu essen“, sagt Anheizer Marco Laufenberg vor der Alexander-Herrmann-Show im Theater am Aegi und klingt ein wenig wie ein Gastgeber, der den Braten zu spät in den Ofen geschoben hat. Dabei heißt das Programm des fränkischen Fernseh- und Sternekochs Herrmann „Schnell mal was Gutes“. Und so hungrig, wie die 650 Besucher scheinbar von der Bühne aus aussehen, könnten sie schnell was zu beißen gebrauchen – zum Glück ist die Küche aufgebaut, blank geputzt, und mit mehreren Öfen ausgestattet.

Herrmann, in schwarzer Kochjacke, zeigt zunächst sein Wohlstands- und Genießerbäuchlein und macht sich dann ans Kochen. In aller Ruhe – Pech für die Hungrigen. Als erstes schwebt der Geruch von „Fleischpflanzerln“ (Frikadellen) durch das Aegi – „die Zwiebeln vorher anschwitzen“ rät der Koch, auch für die Garung hat Herrmann gute Tipps parat.

Leider wird die Expertise durch die schleppende Show verwässert, in der sich die Anekdoten aus „Inas Nacht“ (wo Herrmann einem „Verstehen Sie Spaß?“-Gag auf den Leim ging) und „Kerner kocht“ (wo Herrmann und vier anderen Fernsehköchen das Silvestermenü misslang) mächtig hinziehen.

Der Starkoch und Laufenberg necken sich über den Vegetarismus des Mitstreiters, wie zur Strafe kocht Herrmann größtenteils Fleisch und Fisch. Seine Ente zelebriert der Koch über eine Pause hinüber, nach mehr als zwei Stunden sind aber nicht einmal drei ganze Gerichte auf den Tellern gelandet – vielleicht gönnt sich Herrmann nach dem Fernsehkoch-Verschleiß einfach eine entschleunigte Atmosphäre zum Zubereiten. Den Gästen aus den ersten Reihen, die probieren dürfen, scheint es zu schmecken.

Neben seiner Teilzeitbeschäftigung als Synchronstimme für den Bösewicht Mr. Speckschwarte aus den „Teenage Mutant Ninja Turtles“ ist Herrmann auch semiprofessioneller Thermomix-Feind: Neben der Bühnenküche steht ein aufblasbarer Mixer mit einer Axt im Deckel. Ansonsten ist der Koch ideologiefrei, hat Spaß an einfachen Gerichten und empfiehlt den Gebrauch von sehr viel Butter – noch mehr Potenzial zum Verschlanken als die Rezepte hat aber die mehr als dreistündige Show.

Von Lilean Buhl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bestes Entertainment: Sweety Glitter & The Sweethearts gaben im Capitol ihre schräger 70er-Jahre-Glamrock-Show.

10.02.2019

Nachwuchskraft, die Wohlklang schafft: Pianist Jan Lisiecki begeisterte bei seinem Auftritt im Kuppelsaal.

10.02.2019

Wer vom Bauhaus spricht, denkt in erster Linie an berühmte Männer wie Walter Gropius und Paul Klee. Doch die Kunstschule wurde auch von vielen Frauen geprägt. Lange Zeit waren die meisten von ihnen vergessen. Erst langsam – zum 100-jährigen Jubiläum – rücken sie ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

10.02.2019