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Freitagabend: Sarah Connor in Hannover.© Heusel

Konzert

5000 Fans feiern Sarah Connor in Hannover

Noch verhüllt ein großer schwarzer Vorhang die Gilde-Parkbühne, als dieser fällt, gibt er den Blick auf das Bühnenbild frei: samtige Vorhänge, die großartige und üppig besetzte Band.
Und Sarah Connor, vielleicht die amtierende Großmeisterin des deutschen Soul.

Hannover. Seit ihrem deutschsprachigen Album „Muttersprache“ ist klar, Ausnahmekünstlerin Sarah Connor hat sich neu erfunden. Unter anderem mit Peter Plate, dem ehemaligen Rosenstolz-Vordenker, fand sie die richtigen Titel für ihr deutsches Album.

„Muttersprache“ ist bei weitem ihre erfolgreichste Produktion, die gleichnamige Tournee führt sie durch ausverkaufte Arenen und Theater. Nach Hannover, zu der durchnässten Parkbühne, sind stattliche 5000 Fans gekommen, es ist ausverkauft. Die Medien beschreiben sie gern als „Löwin“ und vor „Lebensfreude sprühend“. Und wie eine Katze schnurrt sie sich auch diesmal in die Herzen der Hannoveraner. Mit „Halt mich“, „Anorak“ und „Deutsches Liebeslied“ bilden Sarah und die Menge gleich zum Start eine Einheit.

Die Fans sind textsicher, das wird den ganzen Abend so bleiben, sie haben ihre Hausaufgaben erledigt. Es herrscht eine lockere Atmosphäre zwischen ihr und dem Publikum, die Liebe pendelt hin und her. So animiert Sarah ihre Fans immer wieder mitzusingen, erzählt viel und ist freundlich und aufgeschlossen.

„Anorak“ passt dabei bestens. Zum einen hatte es geregnet, zum anderen of­fen­bart Sarah ihren Abnab­lungsprozess, weg von dem gut gelaunten Partygirl, hin zu Nachdenklichkeit und Tiefe. Denn auch heute sehnen sich ihre Fans nach klaren Aussagen, ein wenig Melancholie, sie sind zum Träumen gekommen.
„Muttersprache“ ist auch ein Bekenntnis zur Familie. Im Januar kam ihr jüngster Sohn Jax zur Welt, vier Kinder hat sieinsgesamt, das hört ihr erfahrenes Publikum gern, viele Eltern haben selbst ihre jungen Kinder mitgebracht. Die taffe Blonde. Das schlechte Wetter scheint an ihrer „Ausrüstung“ – blaue Jeans und ein modisches Jäckchen für den Übergang – abzuperlen.
Sarah ist ein Kraftpaket. Eines mit Stimme, sie singt sauber, jeder Ton sitzt. Es geht um Freundschaft, um Glück und Unglück in der Liebe, es geht um die Einstellung zum Leben. „Das Leben ist schön“ und „Keiner ist wie du“, ein umgetextetes Lied von Gregor Meyle, sprechen für sich.

Mit ihrem Support, Nico Santons, dem Ersatz für den Söhne-Mannheims-Sänger Henning Wehland, singt sie ein Duett, die Räuberpistole um „Bonnie & Clyde“. Hier wird romantisiert, was der Mythos hergibt. Da ist auch immer etwas Kitsch inklusive. Die Smartphones leuchten über den Köpfen der Besucher, wie eine Horde paarungsbereiter Leuchtkäfer. „From Sarah with Love“ schallt es nun über den durchweichten Platz, die kraftvollen Hits dürfen nicht fehlen. Songs wie „Let’s Get Back to Bed – Boy!“, „Bounce“, „From Zero to Hero“ bringt Connor tanzbar und modern.
Die hervorragende Band spielt Cover-Songs von Michael Jackson und “Son of a preacher man“ von Dusty Springfield, die Fans in ihren Regenponchos tanzen vor der Bühne, die 500 Zuschauer auf der Tribüne stehen zum Disko-Ausflug. Nun ist es Zeit, um mit einem Zuschauer ein Selfie zu schießen. „Will noch jemand ein Foto?“, fragt sie grinsend.

„Bedingungslos“, mit dem Publikum im Rücken, wird zu einem Gelübde mit Chor. Bei „Augen auf“ scheut Connor auch vor Reizthemen nicht zurück und bezieht klar Position: „Und wenn sie wieder marschieren, mit Parolen unsere Liebe zensieren.“ Den Durchbruch der Ehe für alle hat sie öffentlich gefeiert.

Es ist ein erfolgreiches Jahr für die gebürtige Niedersächsin aus Delmenhorst  – und es ist eine erfolgreiche Show auf der Gilde-Parkbühne. Ergebnis: viel Beifall und Freude. 


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