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Kultur Hannover: 5000 Fans feiern Marteria
Nachrichten Kultur Hannover: 5000 Fans feiern Marteria
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00:18 18.12.2017
ER HAT HANNOVER IM GRIFF: 5000 Fans feiern Marteria. Quelle: Behrens
Hannover

Wer hat hier keinen Bock auf Feiern? Alle haben Bock. Es ist „die Party des Jahres“, die Marteria zu Beginn des Abends versprochen hatte. Unter den klugen Rappern des Landes ist er der Hedonist, fasst zwar auch – wie Kollege Casper – das Lebensgefühl einer verlorenen Generation zwischen Berufsjugendlichkeit und erwachsenem Anspruchsdenken, aber paart es mit Lustgewinn. Marten Laciny aus Rostock hat es geschafft, „vom Endboss zur Endzeit“, wie es im Titelsong seines neuen Albums „Roswell“, dem ersten Lied des Abends heißt – und wieder zurück.

Er war im U-17-Kader der Fußballnationalmannschaft und Männermodel in Manhattan, ist Weltenbummler und Hobby-Angler, Ehemann und Vater.Jetzt feiert er sich selbst und die Stationen seines Lebens, die Kindheit im Osten („Endboss“), New York, die „Stadt mit zwei Türmen“, schwärmt von einer „Welt der Wunder“ und „Lila Wolken“, findet „Das Geld muss weg“ und besingt einen besonders schönen Fang, dem „Blue Marlin“ – der alternde Mann und ein Meer aus Menschen.„Roswell“ feiert die Andersartigkeit und die Gemeinschaft, die daraus entstehen kann: „Wir sind gottverwandte Aliens“, rappt er, und auf der Leinwand laufen Science-Fiction-Szenarien, läuft zu „El Presidente“ in Fantasieuniform auf, zündelt zu „Bengalische Tiger“ mit dem Feuer der Revolution und lässt sein dauerbreites außerirdisches Alter Ego Marsimoto mit gepitchter Stimme auf die aufgepeitschte Halle los.

Heute sind alle „Marteria Girls“. Auch die Boys. „Alles verboten - trotzdem machen!“ Und Hannover ist eh „die krasseste Stadt von allen“. Die großartige Live-Band unterlegt den Hip-Hop mit einer Melange aus Indiepop, Reggae, Elektro, mehr als zwei Dutzend Songs lang.

Die Bässe sind sowieso nicht von dieser Welt.„Gleich kommt Louis“, die Liebeserklärung an seinen Sohn, singt er auf dem Bühnenrand sitzend, für „Feuer“, das allerletzte reguläre Lied, lässt er sein letztes Hemd, und ein Großteil der Fans tut es ihm nach, während er, kaum noch verständlich, mitten unter ihnen tanzt. Das Leben kann so schön sein, wenn man es lässt.

Danke für die Erinnerung. Nächste Gelegenheit:Am 20. März ist Marteria wieder in der Swiss-Life-Hall. *****

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