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Gut in Form: City-Sänger Toni Krahl.

Gut in Form: City-Sänger Toni Krahl.
© Christian Behrens

Konzert

40 Jahre Ostalgie am Fenster

„Am Fenster“ von City ist einer der ganz großen Ostrock-Hits – und inzwischen 40 Jahre alt. Bei ihrer Jubiläumstour spielte die Band jetzt im Theater am Aegi.

Hannover. 40 Jahre hat sie auf dem Buckel und klingt immer noch klasse: Citys Ostrock-Hymne „Am Fenster“. Der magische Song mit dem stark verhallten Geigensolo war 1977 ein Riesenhit in der DDR, dann auch im Westen. Nun feiern City - die ehemals zu den berühmten DDR-Populärmusik-Exporten (Puhdys, Karat...) gehörten und mit Genehmigung des damaligen DDR-Kulturministeriums (unter strengen Auflagen) für Konzerte in den Westen reisen durften - ihren größten Erfolg mit ihrer „40 Jahre ‚Am Fenster’“-Tour.

Im Theater am Aegi lassen sie es richtig krachen: wuchtig-druckvoller, differenzierter Sound, schöne Farben zaubernde LED-Stelen, satte Lichtshow. Und eine zum Spielen aufgelegte Band, die von 700 Fans frenetisch gefeiert wird. Gefühlt ist das Konzert ausverkauft.

Kein reiner Ostalgie-Trip: Zeitsprung nach früher, ja, aber auch viel Neues. Die Band, 1972 in Ost-Berlin gegründet, hat kontinuierlich Platten und Rocksongs, Hymnen, poetische Lieder und Balladen produziert. Ihre aktuelle CD „Das Blut so laut“ (2017) haben sie dabei. Intro, „Marias Worte“ von der neuen CD, dann eine Kurzversion von „Am Fenster“. Mitklatschen. Der Funke springt sofort über. Wohl auch, weil die Band über Jahrzehnte ihrem Sound und sich selbst treu geblieben ist. Authentisch halt.

Gründer und Schlagzeuger Klaus Selmke sitzt immer noch tief unten an seinen Drums, Gründer und Gitarrist Fritz Puppel (mit Cowboyhut) lächelt ruhig, und Keyboarder Manfred Hennig herrscht über die Sounds. Georgi Gogow (Geige, Bass) bewegt sich gerne. Und Sänger Toni Krahl singt souverän, spricht selbstironisch („Die ollen Kamellen kommen später noch“) und plaudert munter aus dem Nähkästchen.

Beim CD-Titelsong „Das Blut so laut“ geht Georgis Sohn Nicolaj (er trommelt als „Nick Aragua“ bei Knorkator) ans zweite Drumset. Es wird noch druckvoller. Doch auch sanft können sie: berührend ihre schöne Version des Bettina-Wegner-Liedes „Sind so kleine Hände“. Bei „HeyYa (Immer gradeaus)“ und „Berlin“ stehen dann alle im Saal, singen kräftig mit. Ihr Medley „City’s Achtziger“ (mit „Wand an Wand“) geht ebenfalls mächtig ab. Nach zwei Stunden und viel Jubel die Zugabe: logo – die Langversion von „Am Fenster“.

Am 12. Januar spielen City bei „Rock Legenden“ in der Swiss-Life-Hall mit Karat, Maschine (alias Dieter Birr, Ex-Puhdys) und Matthias Reim. Karten (51,50 bis 73 Euro) gibt es in den NP-Ticketshops.

Von Christian Seibt


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