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Kultur 3000 feiern Chris Rea in der AWD-Hall
Nachrichten Kultur 3000 feiern Chris Rea in der AWD-Hall
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13:46 29.01.2010
Chris Rea machte Donnerstag in Hannover Station bei seiner "Still so far to go"-Tour. Quelle: Wilde
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Von Gunnar Gerold

Hannover. Chris Rea ist auf „Still so far to go“–Tour. Und dritte Station ist Hannover. Ein Tour-Titel, der wohl alles beinhaltet, was über den Songwriter und Ausnahmegitarristen zu sagen ist: Da schwingt Sehnsucht mit und Romantik. Sonnenuntergangsstimmung mit der Aussicht auf einen neuen Tag. „Still so far to go“, das könnte auch ein Song-Titel des mittlerweile 58-Jährigen sein.

Vor allem ist es aber Botschaft an seine über die vergangenen 30 Jahre treuen Fans. Es geht weiter mit den zeitlos-ästhetischen Arrangements des Engländers. Danach sah es vor wenigen Jahren nicht aus: Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde bei dem aus Middlesbrough stammenden Sänger diagnostiziert. Er überlebte, suchte sein Heil im Blues, gab bekannt, selbst nie wirklich überzeugt von seinen größten Hits gewesen zu sein.

An diesem Abend spielt Rea sie wieder. Zur Freude seiner Fans, aber auch zum eigenen Glück scheint er seinen Frieden mit den alten Kompositionen gemacht zu haben. Und bei den Rea-typischen virtuos dahinschwebenden Gitarren-Slides und sanft-stimmigen Refrains schwingt nun ein Stück rauer Blues mit: So gut klangen das liebevolle „Josephine“ und das lässige „Looking for the Summer“ lange nicht. Dafür verantwortlich auch das blinde Verständnis des Gefühls-Gitarristen mit seiner Band.

Ein melancholisch-schöner Abend, auch wegen des Bühnenbildes: Blaue Gitarren leuchten unter der Decke auf, die Leinwand zeigt Bilder, die Rea nach seiner Erkrankung malte. Eine Konzert-Atmosphäre, bei der einem warm und kalt zugleich ist. Ein einmaliges Gefühl, so viel Leichtigkeit und Schwere füllen die AWD-Hall in einem Moment.

So schwelgen Rea und seine Fans in gemeinsamen Erinnerungen. Bei der Zugabe haben manche derer, die ihn schon vor 30 Jahren spielen sahen, eine kleine Träne im Auge. Ob vor Glück oder Wehmut? Bei Chris Rea ist es wohl von beidem etwas.

Bewertung: 5/5.

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