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Kultur 3000 Fans bei Otto Waalkes
Nachrichten Kultur 3000 Fans bei Otto Waalkes
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12:45 12.09.2010
Lustige Musikanten gibts viele. Otto Waalkes aber ist ein extrem lustiger Musikant. 3000 Fans waren begeistert. Quelle: Foto: Steiner

VON MATTHIAS HALBIG

HANNOVER. „Hollerehidi!“ rufts. Das liest sich erstmal wie Frohlocken von der Alm, aber – Trick und Täuschung – der da so alpin juchzt, ist ein Flachländer. Einer von derSorte, bei denen es nur einen geben kann. Hallo Hannover! Hallo Otto! Schon beim ersten Über-die-Bühne-Hoppeln in der bequem schlackernden Lotterhose gibts Johlen und Zähneklappern (vor Lachen) für Emdens großen Sohn. In derAWD-Hall ist um 20.07 Uhr der Abend der Nonsens-Fans und Friesen-Nerds.

Viel vom 70er-Jahre-Spaß hat sich ja inzwischen erledigt. Allen Ernstes – wie konnte man sich bloß über die Kleinholzkomiker Terence Hill und Bud Spencer beeumeln? Oder über Sprüche-Crimedians wie Jason King? Selbst Louis de Funés, Zwerg Zwerchfell aus Frankreich, gereicht nicht mehr zur Freude. Aber Otto, der wohl! Der hatte Robert Gernhardt unter seinen Mitdichtern. Ganz große Nummer! Jaaa, maiin Käntt!!!

Apropos Käntt: Man kann gern auch seinen Nachwuchs in die Show schleppen, der kennt Otto ja als Stimme von Faultier Sid aus den „Ice-Age“-Filmen. Und lacht sich stachlig über den alten Mann des bundesdeutschen Spaßhabens (62), wenn zum Lied vom „kleinen grünen Kaktus“ das riesengroße Ottogesicht auf der Leinwand erscheint, den Guinness-Grimassenrekord zu brechen. Und Sid taucht auch auf – als Chorpuppe: „Bohemian Rhapsody“. Die lieben Kleinen hören hier freilich auch so einige schlüpfrige Sachen, nach denen das Ohren-Auswaschen nicht mehr hilft. Papi tobt, Mami tobt (beide vor Lachen), Kind sammelt derweil in aller Stille Stoff für die Frühreifenrunde montags auf dem Schulhof.

Otto ist – „hollerehidi!“ – ein extrem lustiger Musikant. Johnny Cashs „Ring of Fire“ wird bei ihm zu Suffkopps Heimkehr zum Hausdrachen, dazu trompeten die blauen Ottifanten mexikanisch mit den Rüsseln. Viele Songs gibts, die meisten drastisch verknappt. Alle Fans sind volle Lotte Otto, wenn der Enterbtenrächer „Robin Hood“ sich wieder am Kutscher abarbeitet. Und manche olle Kamelle wird grunderneuert. „Hänsel und Gretel“ etwa singt Otto jetzt auf Lady Gagas „Pokerface“ und Lenas „Satellite“: „Schlaff oh schlaff, die Kinder können kaum noch laufen ...“

Nie lässt der King of Quassel, Meister des Sprachwitzes, Erbe von Karl Valentin und Heinz Erhardt, seinPublikum nur eine Sekunde aus dem Griff. Gut, dass er am Ende doch das Gebäude verlässt. Denn viele hier wären fast gestorben (vor Lachen). Am 9. Dezember will Otto es dann auch wieder im Kino versuchen. Mit „Otto’s Eleven“ auf George Clooneys und Brad Pitts Spuren.

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