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Gute Laune: DJ Ötzi weiß, was seine Fans brauchen.

Gute Laune: DJ Ötzi weiß, was seine Fans brauchen.
© Samantha Franson

Live in Hannover

2800 Fans feiern ein Schlagerfest

DJ Ötzi, Klubbb3, Voxxclub und mehr: Florian Silbereisen lud zum „Schlagerfest der jungen Stars“ in die Swiss-Life-Hall. 2800 Fans fanden das ganz famos.

Hannover. Das Schlagerfest der neuen Stars? Was sucht dann DJ Ötzi hier? Doch zu spät, Florian Silbereisen hat die „Fete“ bereits eröffnet, die Gute-Laune-Maschine läuft auf Hochtouren. „Que Sera Sera“ tönen die 2800 Schlager-Fans in der ausverkauften Halle, springen auf und freuen sich ausgelassen.

Das Publikum ist sehr gemischt, viele junge Leute, eine gesunde Bevölkerungspyramide. Die Texte laufen für die Fans auf einer LED-Wand mit, und wer singen kann, der klatscht auch. Ötzi schmunzelt in einer Mischung aus „Was mache ich hier eigentlich?“ und „Warum habe ich 18 Millionen CDs verkauft?“ vom Laufsteg. Weil die Leute feiern wollen, darum. Die Konfetti-Kanonen böllern für den Weltstar aus Österreicher, „Wir haben schon so viel Spaß g’habt, der Ötzi und ich!“, gesteht Silbereisen, da möchte man dabeigewesen sein.

Direkt vor der Bühne stehen die Edel-Fans: Ganz nah dran, in einer exklusiven Bändchen-Zone, kommt tolle Party-Stimmung auf. Silbereisen singt „Moskau“, Ötzi tanzt wie ein Zirkusbär und wird später mit einer Trage von der Bühne gewuppt. Sein Reigen hat ihn „so fertig gemacht“. Doch Entwarnung, das war nur ein Spaß.

Spätestens jetzt werden die Riesen-Hits durchgekaut: „Er gehört zu mir“, „Wahnsinn (Hölle Hölle Hölle)“, „Ich will ’nen Cowboy als Mann “ und „1000 und 1 Nacht (Zoom!)“. Die Musik kommt ausschließlich vom Band - das Schlager-Lebensgefühl wird heute in Medleys gepresst. Der Flori spielt Gitarre und singt einen Klamauk-Song: „Männer im Baumarkt, während draußen die Frau parkt“. Trotz aller Klischees ist das sehr lustig und an Reinhard Meys „Über den Wolken“ angelehnt. Das Original wird danach von Voxxclub vorgetragen, die fünf Sänger aus der Schweiz, Österreich und Deutschland sind der neueste Hype der Szene.

Weiß Campino eigentlich, dass Ötzi und Flo’ „Tage wie diese“ verwursten? Endlich, „Anton aus Tirol“ und „Ein Stern, der deinen Namen trägt“, das passt doch besser als ein Hosen-Song. Über die Waschbrettbäuche der Tänzer der Dancefloor Destruction Crew freuen sich die Frauen, über die amerikanische Sängerin Sarah Jane Scott die Männer.

Das Programm ist turbulent zusammengestellt, nach einer albernen Flippers-Hommage kommt „Halleluja“, ein ESC-Gewinnertitel von 1979. Ein alter Song, den Silbereisen im Smoking und mit seiner eigenen Band Klubbb3 singt. Der Schlager verbindet, das ist das Resümee; ganz gerührt singt Silbereisen: „Wenn man Freunde hat“. Alte Inhalte in einer moderne Verpackung, das hat viel überkandidelten Charme, die lange Revue endet nach zweieinhalb Stunden und dem unvermeidlichen „Ich liebe das Leben“.

Von Kai Schiering


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