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In Feierlaune: (von links)

In Feierlaune: (von links) Oberbürgermeister Stefan Schostok, die Salon-Macher Joachim Otte, Jens Meyer-Kovac und Charlotte Milsch mit Uni-Präsident Volker Epping.

Jubiläum

25 Jahre Literarischer Salon

Eine hannoversche Kulturinstitution feiert Jubiläum: Der Literarischer Salon wird 25 Jahre alt. Dazu gibt es ein neues Programm und neue Sicherheiten.

Hannover.  Literaten von Weltrang war da wie Günter Grass, Navid Kermani, und Zsuzsa Bank, Filmemacher wie Regisseur Werner Herzog und Kameramann Michael Ballhaus. Es ging mit Astronaut Thomas Reiter ins Weltall und Bundesrichter Thomas Fischer in menschliche Abgründe. Rund 750 Veranstaltungen mit einem sehr weiten Kulturbegriff gab es bislang im Literarischen Salon am Königsworther Platz. Nun feiert die bundesweit einmalige Institution 25. Geburtstag.

„Was wir in 25 Jahren aufgebaut haben, ist etwas, was wir zu Recht Ende des Jahres feiern wollen“, sagt Jens Meyer-Kovacz. Er ist heute Programmleiter und Geschäftsführer des Salons. Damals, 1992, war er Germanistik-Student, Teilnehmer eines Seminars über die Romantik der Professoren Leo Kreutzer und Jürgen Peters. Die veranstalteten in diesem Rahmen eine Reihe Gastvorlesungen und nannten sie, in romantischer Tradition, Literarische Salons; zudem erinnerten sie sich auch der Literarischen Kolloquien, die ihr eigener Hochschullehrer Hans Mayer in den 60er Jahren in Hannover veranstaltetet.

Am Ende des Seminars fragten sie ein paar Studenten, ob die diese Reihe nicht weiterführen wollten. Meyer-Kovacz ist bis heute dabei; er macht das Programm mit Joachim Otte und Charlotte Milsch. Inzwischen führen sie und Meyer-Kovacz die nächste Generation Studenten an die Kulturvermittlung heran: Sie geben als Gastdozenten Seminare und bilden eigene Volontäre aus.

Die Organisationsform hat sich mehrfach geändert, auch die Fördersituation. Die Zeiten der freien Trägerschaft sind allerdings vorbei, der Literarische Salon gehört ab diesem Jahr auch ganz offiziell zur Leibniz-Universität, die – neben dem Kulturbüro der Stadt – seit jeher wichtigster Förderer des Salons ist. Die neue Anbindung mache es vor allem einfacher, Sponsoren zu suchen, so Milsch: „Auf dieser stabilen Basis können wir an den nächsten 25 Jahren Literarischer Salon arbeiten.“

 Der Programmetat, der etwa ein Drittel der Kosten ausmacht und jährlich etwa 60 000 Euro hoch ist, wird über Drittmittel finanziert. Oberbürgermeister Stefan Schostok lobt denn auch den „einmaligen Schulterschluss“ und versicherte: „Die Bereitschaft des Rats, weiter zu unterstützen, ist sehr groß“. Uni-Präsident Volker Epping beteuerte, der Salon sei eine „Herzensangelegenheit“, weil er es schaffe, die Universität für die Bürger der Stadt zu öffnen. Im Schnitt je 150 Besucher jeden Alters kommen im Schnitt zu den Veranstaltungen im Conti-Hochhaus und genießen Kulturvermittlung mit einem Anspruch, den Otte so formuliert: „Ich muss kein Nerd sein; das geht mich etwas an.“

Das Jubiläumsprogramm

Das Jubiläumsprogramm des Literarischen Salons beginnt am 20. September mit Schriftsteller Uwe Timm. Literarisch geht es weiter: Am 22. September kommt Édouard Louis (im Rahmen des Literaturfests), am 16. Oktober Fantasy-Maestro Tad Williams, am 13. November Ingo Schulze und am 4. Dezember Petina Gappah, eine Veranstaltung zum Festival zwischen Schwarz und Weiß. Die Wissenschaft ist vertreten mit Musikmediziner Eckart Altenmüller (9. Oktober), Armutsforscher Christoph Butterwege (20. Oktober) und Meeresbiologin Antje Boethius (6. November). Um das Thema Suizid dreht sich ein Abend am 20. November. Am 11. Dezember erklärt der Museumsmacher Neil McGregor seine Pläne für das Humboldt-Forum. Zur Jubiläumsfeiert am 15. und 16. Dezember kommen zunächst „Partei“-Politiker Martin Sonneborn, tags drauf alte Freunde und Bekannte.

Mehr Informationen
 hier
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Von Stefan Gohlisch


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