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Kultur 17 500 Besucher feiern ihre „Stars for Free“ auf der Plaza
Nachrichten Kultur 17 500 Besucher feiern ihre „Stars for Free“ auf der Plaza
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15:28 26.08.2018
Macht gute Laune: Samu Habr von Sunrise Avenue auf der Plaza. Quelle: Frank Wilde
Hannover

In einem Sommer wie diesem könnte die Expo-Plaza – mit Eilenriede und Ihmeufer – fast zu Hannovers Lieblingsplatz werden. Um den Sommer zu verabschieden, ruft Antenne Niedersachsen zu „Stars For Free“, und die Plaza zwischen Bühne, Pavillons und TUI-Arena verwandelt sich wieder einmal in Hannovers Gute-Laune-Canyon.

Auf Anastacia warten die gut 17 500 Besucher bis nach dem Sonnenuntergang. Ein paar haben Fanshirts aus ihrer Blütezeit an: Die Masse an Hits, welche die 50-jährige seit der Jahrtausendwende in die Dauerrotationen eingespeist hat, reicht für ein volles Festivalkonzert. „Left Outside Alone“ macht den Auftakt, hinter Anastacia stehen ihre sechsköpfige Band und die DNA-förmigen Lichtinstallationen – bei diesem Komplettpaket aus Rocksound und Licht zeigt die SFF-Bühne zum ersten Mal, was sie draufhat.

Doch die Frontfrau versteckt sich nicht: Mit einem „Moin Hannover, moin Needle Slugs ‘n“ (Niedersachsen) begrüßt sie die Menge und röhrt dann „Everytime“ vom ersten Album an, was die Band mit einem bluesigen Finish beschließt. „Set Me Free“ und „Sick and Tired“ kann jeder mitsingen, der in den vergangenen 20 Jahren mal ein Radio angemacht hat – der Las Vegas-Showwomanship von Anastacia und Band gibt dem Abend eine Portion dringend benötigte Energie.

Bis alle Besucher auf der Plaza eingetrudelt waren, war es auf der Bühne eher schleppend vorangegangen. Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel fordert „viel corazón“ von den Zuhörern, mit dem schlagerhaften Synth-Pop des erweiterten Duos tanzt man sich warm. Im deutschen Pavillon spiegeln sich noch die Regenwolken des Nachmittags, die meisten Besucher streifen die Plastik-Ponchos aber bald ab – die neue Single „Schloss“ klingt wie der Soundtrack zum nächsten Elyas-M’Barek-Streifen, Einspieler von Daft Punks „Get Lucky“ sorgen für Freiluftdisko-Feeling.

Weil der Eintritt nichts kostet und Karten nur gewonnen werden konnten, sitzt das Geld für Getränke und Essen etwas lockerer, lange Schlangen gehen quer über die Plaza: Während die Sonne scheint, ist hinten am Eingang noch Picknick-Atmosphäre. Für den 18-jährigen Mike Singer stürmen die Mädchen nach vorne, nach einem kleinen Drake-Cover („God’s Plan“) singt der Youtuber „Karma“ und „Flashbacks“. Ohne Autotune-Effekt bleibt von der Studio-Stimme nicht viel übrig.

Auch Nico Santos ist im Autopilot, sein Set hat man fast genauso Ende Mai auf dem N-Joy-Plazafestival gesehen: Bei „Safe“ und „Rooftop“ kennt man den Sonnyboy als Interpreten, nebenbei ist er aber auch ein Schattenmann der neuen deutschen Popmusik, schreibt für Bushido und Helene, Mark Forster und SDP. Beim Akustik-Medley aus seinen Hits ist Shindys „Sex ohne Grund“ dabei – „die meisten sind hier ja über 18“ – doch bei einem Blick in die ersten Reihen singt Santos die bösen Worte lieber leise. Und kommt dabei aus dem Lachen nicht mehr raus.

Eine Robostimme kündigt dann mit „Rot, Blau, Grün, Gelb“ DJ Alle Farben an – es fehlen zwar noch Lila und Orange, doch die reicht der Hitmacher per Konfetti nach. Sein Rezept: Hooks zum Mitsingen und Drops zum Abgehen, die Sänger Kelvin Jones und Graham Candy steuern zu „She Moves“ und „Supergirl“ Livegesang bei.

Die Lochis, Heiko und Roman, schauen auch kurz für einen Überraschungsbesuch vorbei und geben zwei Songs vom neuen Album, bevor der Hauptact sich auf die Bühne traut: Sunrise Avenue, erfolgreichster Finnland-Export seit den Glasvasen von Alvar Aalto, legt ohne große Worte los. Mit „Dreamer“ und „I Help You Hate Me“ eröffnet das Quintett, Frontmann Samu Haber erinnert sich gut an den ersten Plaza-Auftritt vor elf Jahren, als er Gitarrist Riku Rajamaa vor einem Sturz von der Bühne rettete. Dieses „Feld“, wie Samu es nennt, stand am Anfang des massiven Deutschland-Erfolges, den Hit „Fairytale Gone Bad“ variieren die Finnen in eine 2018-Version, und sagen „Bye Bye“ – den „Hollywood Hills“ und auch dem Plaza-Sommer.

Von Lilean Buhl

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