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Brachten erneut die Nachbarschaft zum beben: Leipzigs Kraftklub-Fans

Brachten erneut die Nachbarschaft zum beben: Leipzigs Kraftklub-Fans
© RND/André Kempner

Kraftklub-Konzert

12.000 Leipziger Fans hüpfen Erdbeben herbei

Nach zweieinhalb Jahren trat die Chemnitzer Band Kraftklub wieder in Leipzigs Arena auf. Bei ihrem letzten Gastspiel dort hatte im angrenzenden Waldstraßenviertel die Erde gebebt. Auch diesmal gerieten Anwohner wegen wackelnder Wände in Sorge.

Leipzig. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass beim letzten Kraftklub-Konzert in der Arena der Boden im angrenzenden Waldstraßenviertel bebte. Keine einmalige Sache, wie die Indie-Rocker aus Chemnitz bei ihrer Rückkehr unter Beweis gestellt haben. Am Freitagabend wackelten bei Anwohnern erneut die Wände. „30 bis 50 Menschen haben sich schon bei uns gemeldet“, sagte Volker Clauß von der Leitstelle der Feuerwehr zu LVZ.de. Die Anrufer hätten über Schwingungen an den Wänden ihrer Wohnungen und wackelnde Gegenstände geklagt. Clauß: „Wir können da nichts machen, haben den Leuten aber sachlich erklärt, dass heute wieder Kraftklub in der Arena spielen. Die meisten haben das auch so akzeptiert.“ Zur Erklärung sagte Clauß, dass der Boden unter dem Waldstraßenviertel auf losem Untergrund stehe. Die Bodenplatte überträgt die Schwingungen ins Grundwasser. Darüber werden sie dann weiter bis zu den angrenzenden Häuser übertragen.

Eine Anwohnerin hat LVZ.de gesagt, dass sie und ihre Nachbarn sehr besorgt gewesen seien, weil „seit über einer Stunde die Wände vibrieren.“ Nach dem letzten Kraftklub-Konzert in der Arena hatte es in Leipzig Diskussionen um ein Hüpfverbot gegeben. Die Band und ihre Fans ließen sich davon jedoch auch diesmal nicht bremsen.

Im Gegenteil, Sänger Felix Brummer erinnerte während der über zweistündigen Show immer wieder an das Beben beim letzten Arena-Konzert und forderte sein Publikum bei Songs wie „Ich will nicht nach Berlin“ auf, das Ganze noch mal zu versuchen. Für die Band gibt es aber auch noch einen richtigen Grund zu feiern. Der Auftritt in Leipzig war für Kraftklub mit 12.000 Fans, also 4000 mehr als im März 2015, das größte Solo-Konzert ihrer Geschichte.

Die Chemnitzer freuten sich später bei Twitter über ihren Coup. „HAHAHAHAHAHAHAHAHA! Kann man sich nicht ausdenken...“, posteten die Chemnitzer.

Für die meist weiblichen Zuschauer wurde es aber vor allem wegen der Musik auf der Bühne zu einen unvergesslichen Konzert. „Hallo Nacht“ ruft Felix Brummer gegen 21 Uhr in dieselbe. Mit dem gleichnamigen Song vom neuen Album „Keine Nacht für Niemand“ haben Kraftklub den Abend eröffnet. Über zwei Stunden lang begeisterte die Chemnitzer Band mit Songs zum Mitgrölen und Tanzen zwischen Party („Chemie Chemie Ya“) – und deutlicher politischer Haltung: Es ist bei weitem nicht die einzige unmissverständliche Ansage gegen Rechts, dass zum Programm auch der Ärzte-Song „Schrei nach Liebe“ zusammen mit der Vorband Von Wegen Lisbeth gehört. Viele Titel der jüngsten Platte wechseln sich mit Songs der beiden Vorgänger-Alben ab, dazwischen gibt’s ein Medley.

Ja, sie sind Kommerz, wie sie selbst in „Eure Mädchen“ gestehen – sehr besonders ist diese Band trotzdem. Im letzten Abschnitt kommen Brummer & Co. per mobiler Bühne den Fans rund um die Saalmitte näher, feuern zum großen Jubel „Drei Schüsse in die Luft“, spielen „Ich will nicht nach Berlin“ und „Randale“. Es folgt endlos gleichmäßiges Hüpfen in der Arena. Und Leipzig bebt.

Von RND/anzi/luc


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