Lothar Schulze von Windwärts schafft Fakten mit erneuerbaren Energien.
Am Anfang stand eine Party. In Trier feierte die Schwester von Lothar Schulze vor knapp 20 Jahren. Dort traf er auf Roger Lutgen, unterhielt sich die ganze Nacht mit ihm, und eine Idee war geboren: der Bau einer Windenergieanlage. „In Richtung Energie und Umwelt habe ich mich aber schon vorher orientiert“, sagt Schulze. Der Hannoveraner, der in der Landeshauptstadt auch Wirtschaftsgeografie studiert hat, erstellte bereits 1992 für den damaligen Kommunalverband eine Windstudie, außerdem arbeitete er ein Jahr in der Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Windenergie.
Dann kam die Party. „Wir wollten nicht länger nur für die Umwelt demonstrieren, sondern Fakten schaffen, um die Energieproduktion zu verändern“, erzählt der 49-Jährige. „Als 1995 die erste 500-Kilowatt-Anlage stand, war das schon ein tolles Gefühl.“ Über die Jahre wurden Technik und Wirtschaftlichkeit der Anlagen so optimiert, dass der Windenergie künftig eine entscheidende Bedeutung für die Energieversorgung beigemessen wird. „Vor 15 Jahren konnte keiner ahnen, wie sich das entwickelt“, sagt Schulze. Inzwischen hat Windwärts 127 Windenergieanlagen, 29 Photovoltaik- und eine Biogasanlage auf den Weg gebracht. 350 Millionen Euro wurden bisher investiert. „Wir konnten auch weiter wachsen, weil viele Menschen daran mitgewirkt haben, die Energiewende voranzubringen“, betont der Geschäftsführer.
Die Entwicklung eigener Projekte hat für das Unternehmen zahlreiche Vorteile. „Wir sind nicht von schwankenden Auftragslagen betroffen, akquirieren Projekte direkt und suchen laufend nach geeigneten Standorten für unsere Anlagen“, sagt Schulze. So bleibe Windwärts unabhängig, müsse allerdings auch die Risiken der Projektentwicklung tragen. „Von der ersten Planung bis zur Realisierung vergehen durchschnittlich drei bis fünf Jahre.“ Aber wenn gebaut werde, schaffe man ein für Investoren sehr interessantes Produkt. Schließlich unterstützenmehr als 90 Prozent der Bevölkerung den Ausbau der erneuerbaren Energien.
„Wir wollen aber nicht nur unser Unternehmen weiterentwickeln und Geld verdienen, sondern die Energiewende mitgestalten“, betont Schulze. Und mit den Projekten einen Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft leisten. Daran, dass die Versorgung bis zum Jahr 2050 komplett mit erneuerbaren Energien funktioniert, hat Schulze keine Zweifel. Noch vor zehn Jahren bestand das Windwärts-Team aus elf Mitarbeitern, mittlerweile sind es 101. „Wir pflegen eine offene und kommunikative Unternehmenskultur“, betont Schulze. Dies habe sich als sehr motivierend erwiesen. „Und diese Motivation liegt genau im unternehmerischen Interesse.“