Firmenchefin Barbara Wiedemann: "Schnell muss man heute sein."
Den Einstieg ins Familienunternehmen hatte Barbara Wiedemann eigentlich für später geplant. Doch als ihr Vater 1983 unerwartet starb, musste die damals 25-Jährige gewissermaßen von heute auf morgen den Betrieb übernehmen. Da hatte das Unternehmen Wiedemann bereits 38 erfolgreiche Jahre hinter sich. Heute gilt das Unternehmen als eines der führenden Fachlieferanten für die Industrie und Haustechnik.
„Mein Großvater hat die Firma 1945 als Zulieferer für die Zuckerindustrie gegründet“, erzählt Barbara Wiedemann. Die Industrietechnik sei dann Anfang der sechziger Jahre durch Haustechnik ergänzt worden, ein Jahrzehnt später kamen dann noch Sanitärprodukte und auf der industriellen Seite Apparate und Anlagenbau hinzu. Seit 1970 sitzt das Unternehmen in Sarstedt, von hier aus wird das Handwerk beliefert. „Der technische Bereich war früh unser Schwerpunkt“, sagt die Chefin. Rund 1100 Mitarbeiter sind für Wiedemann im Einsatz, auch in anderen Unternehmen der Gruppe. „Wir sind einfach erfolgreicher, wenn wir regionale Gegebenheiten und Befindlichkeiten berücksichtigen“, betont Barbara Wiedemann.
Die gebürtige Hannoveranerin hätte sich gern noch ein wenig Zeit gelassen mit der Chefposition, um nach ihrem Wirtschaftstudium in anderen Firmen Erfahrungen zu sammeln. So, wie es üblich ist in der Branche. „Wir lassen auch gerne den Nachwuchs von Kollegen bei uns hineinschnuppern.“ Sie habe in den Jahrzehnten ihrer Firmenleitung gelernt, wie sich Arbeitswege und Produktpaletten verändert haben. „Wir wachsen ständig, aber wichtig sind heute vor allem konstruktive Kooperationen mit anderen Großhändlern, um das Liefergebiet zu erweitern“, betont Wiedemann. Strukturwandel und Energiespardiskussion etwa hätten die gesamte Produktlandschaft verändert, „da ist ein Erfahrungsaustausch unerlässlich“. Groß und mächtig zu sein reiche da nicht mehr aus. „Schnell muss man sein“, sagt die Unternehmerin. Wiedemann setzt vor allem auf Partnerschaft. „Zwischen Herstellern und Kunden ist das selbstverständlich, aber wir arbeiten unter diesem Motto auch mit unseren Mitarbeitern.“ Sie sollen Freude im Team haben, Qualität weitergeben und die Unternehmenskultur verinnerlichen. „Wir sind für mehr da als für Gewinne, nämlich für unsere Mitarbeiter“, betont die Chefin. Schließlich sei man auch eine Art Solidargemeinschaft.