Vorstand der Wertgarantie Versicherung Thomas Schröder (Vorsitzender), Patrick Döring und Johannes Schulze auf dem Dach der Niederlassung in Hannover (v.l.)
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Wir sind die Exoten in der Branche.“ Thomas Schröder bringt auf den Punkt, was das Alleinstellungsmerkmal der Wertgarantie Technische Versicherung AG ausmacht, deren Geschäftsleitung er sich mit Patrick Döring und Johannes Schulze teilt.Das Prinzip der Wertgarantie lautet „schufft“, und das hat nichts mit Schurkentum zu tun, sondern steht für „schnell, unbürokratisch, freundlich, flexibel, tagfrisch“. Letzteres soll heißen, dass alle Vorgänge innerhalb eines Tages über die Bühne gehen, ein „Wartezimmer“ soll es bei der Wertgarantie nicht geben. Schröder und seine Kollegen versichern Gebrauchsgegenstände.
Angefangen hat das Geschäft 1963. In Berlin kam Unternehmensgründer Kurt Jodexnis auf die Idee, das Reparaturrisiko von TV-Röhrengeräten bei Verschleiß an Bauteilen zu übernehmen. „Verschleiß galt bis dahin als nicht versicherbar“, betont Schröder. Das neue Geschäft lief zunächst in Berlin an. „Aber da man expandieren wollte, eine der näheren Großstädte jenseits der Mauer Hannover war und dort in Langenhagen die Maschinen aus Tegel landeten, wurde die Firma eben dort gegründet“, erzählt Schröder: Als Kundendienstgesellschaft für Fernsehgeräte gestartet, nannte sich das Unternehmen später Reparatur-Ersatzkasse und wurde als Elektrodauergarantie erstmals Versicherung. Dann wurde der sogenannte Videowartungsring gegründet, schließlich verschmolzen beide Unternehmen 1988 zur Wertgarantie Technische Versicherung AG.
„Die Aufgabenfelder haben sich natürlich immens verschoben“, betont Johannes Schulze, seit gut zehn Jahren dabei. Handys, iPhones, iPads, Smartphones, Laptops und andere moderne Kommunikationsmittel würden heute zusehends über die Wertgarantie versichert.Alles läuft über den qualifizierten Fachhandel, genauso wie bei Fahrradversicherungen, die ebenfalls zum Geschäft gehören und wo neuerdings die Akkus der Elektroräder mitversichert werden können. Thomas Schröder ist bereits mehr als 20 Jahre im Unternehmen. Der Hannoveraner lernte die Firma zunächst als Mitarbeiter einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kennen. Als eine versierte Buchhalterin das Unternehmen verließ und der Jahresabschluss nicht besonders gut sortiert übergeben wurde, mäkelten die Wirtschaftsprüfer so lange daran herum, bis der damalige Vorsitzende Wilhelm Wackerbeck Schröder vorschlug, er solle doch kommen und das Ganze selber machen. „Das habe ich dann auch getan“, schmunzelt Schröder. 15 Jahre später war er selber Chef.
Im vergangenen Jahrzehnt ist die Wertgarantie stark gewachsen. „Wir haben den Bestand und das Neugeschäft kontinuierlich steigern können“, sagt Schulze. „Mit unserer Tochtergesellschaft European Warranty Partners SE sind wir inzwischen auch international gut aufgestellt.“ Insgesamt sind für die Unternehmensgruppe rund 340 Mitarbeiter im Einsatz. „Wir sind gewissermaßen Quereinsteiger im Versicherungsgeschäft und besetzen eine Nische, die sich stark entwickelt hat“, resümiert Schröder. So eine verlängerte Garantie sei in anderen Ländern längst üblich gewesen, „Deutschland war da spät dran.“
Die Wertgarantie wirbt damit, dass sie den Verschleiß mitversichert genau wie die unsachgemäße Handhabung – sogar bei gebrauchten Geräten. „Egal, was passiert, wir übernehmen den Schaden“, sagt Schulze. Die Partner sind mittelständisch orientierte freie Händler. Mit dem Tochterunternehmen Agila-Haustierversicherung besetzt Wertgarantie ein weiteres Versicherungsfeld. „Wir haben inzwischen 134 000 Kunden. Neben Öko-Test haben wir nun auch den TÜV-Nord von unserer Leistung überzeugt“, betont Patrick Döring.