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Hannovers Unternehmen

Solarmodule nicht nur für den Norden

Alfasolar

Martin Denz, der mit seinem Unternehmen alfasolar im Norden der einzige Produzent von Solarmodulen ist, denkt in Kreisläufen - wie in der Natur.
Alfasolar-Geschäftsführer Martin Denz

Blickt optimistisch in die Zukunft: Alfasolar-Geschäftsführer Martin Denz

© Christian Burkert, elo-images

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Am Anfang stand ein Mann. Und seine Idee und seine Überzeugung. Mittlerweile steht hinter alfasolar eine Geschichte – eine Erfolgsgeschichte. Martin Denz, Jahrgang 62, stammt aus einem kleinen Ort im Schwarzwald, geht zum Studium der Elektrotechnik nach Karlsruhe und beginnt sich spätestens da, für erneuerbare Energien zu erwärmen. „Das war damals ein ganz neuer Zweig, aber das Thema Solar war mir extrem wichtig.“ In Karlsruhe hat er Denz dann den Arbeitskreis erneuerbare Energien mitbegründet, „Photovoltaik war ein großes Thema“, sagt Martin Denz, „in dem Bereich wollte ich arbeiten.“

Danach ging alles Schlag auf Schlag: In einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein am Nord-Ostsee-Kanal hat er sich mit einem Installateur zusammengetan, um Photovoltaikanlagen zu vertreiben. „Das war eine richtig kleine Klitsche, Büro im Kuhstall, Produktion neben den Schweinetrögen“, sagt Martin Denz. Schon im ersten Jahr machte die „Klitsche“ eine Million Mark Umsatz. Im Juni 1994 gründete Denz dann gewissermaßen als Ein-Mann-Unternehmen die alfasolar Vertriebsgesellschaft mbH und zog nach Hannover – der Lebensgefährtin zuliebe.

„Im Norden sind wir immer noch einziger Produzent von Solarmodulen. Aufgebaut wurde der Betrieb ohne Förder- und Landesmittel.“ Darauf legt der Gründer wert. 1995 gab es den ersten Großauftrag – die Planung und Errichtung der größten privaten Photovoltaikanlage an einem Mehrfamilienhaus.

1998 wurden neue Firmenräume an der Calenberger Straße bezogen, alfasolar wird System- und Komponentenanbieter mit mehr als 1000 Produkten sowie eigener Planungs- und Installationsabteilung. „Und immer komplett selbstständig, ohne andere Gesellschafter“, betont der Chef.

Mit der Zeit vervielfacht sich der Markt, Personal- und Produktionserfahrung ist in der Branche mehr und mehr gefragt. Seit März 2001 werden Module in Schweden produziert, zum zehnjährigen Firmenjubiläum wartet das Unternehmen mit der Entwicklung eines eigenen Montagesystems auf. „Wir sind stets darauf bedacht, innovativ und leistungsstark zu sein“, betont Denz. Alfosolar biete alles aus einer Hand inklusive Montage, bedient Einfamilienhäuser genauso wie Industrieanlagen oder landwirtschaftliche Flächen. „Die schlüsselfertige Anlage gehört zu unserem Konzept.“

50 Prozent der Fertigung geht mittlerweile in den Export, darunter nach Israel, Belgien, Frankreich, Griechenland, Zypern oder Portugal. „In Israel etwa machen unsere Netzeinspeisegeräte ein Siebtel des Marktes aus“, erläutert Martin Denz. Alfosolar produziert mittlerweile in Hannover-Lahe. Rund 80 Mitarbeiter sind im Einsatz, derzeit auch durchgehend in vier Schichten, weil die Nachfrage ständig steigt. Alle drei Minuten geht ein Modul vom Band, das reicht nicht mehr. Aus diesem Grund soll auch die Produktion ausgebaut werden, „wir wollen die Kapazitäten verdoppeln“, plant Denz. Grundsätzlich bietet alfasolar alles aus einer Hand, punktet mit viel Erfahrung und Innovation.

„Wir denken grundsätzlich in Kreisläufen“, betont der Chef. Und haben auch den kompetenten Nachwuchs im Blick, denn in der angeschlossenen Akademie werden die Fachleute von morgen aus- und weitergebildet.

Auf dem Dach der Produktionsstätte in Lahe steht natürlich auch eine Anlage, die Produktion läuft mit erneuerbarer Energie, Denz selbst wohnt mit Frau und drei Kindern in Vahrenwald – ohne Photovoltaik. „Ich denke aber, meine Energiebilanz ist durchaus vorzeigbar.“ Natürlich wolle er Geld verdienen, aber auch ein wenig die Welt verbessern. Nachhaltigkeit heißt ein Zauberwort. Die firmeninterne Welt sieht schon ganz freundlich aus: Alle sind per Du, es wird wert auf gemeinsame Ausflüge gelegt, und der Chef freut sich aufrichtig über das Shirt mit der Aufschrift „schnell sprechender Schwabe“ – auch wenn er eigentlich aus Baden kommt. Michael Denz spricht sehr schnell, sehr schwäbisch und er mag schnelle Maschinen. Sein Hobby ist das „Motorradwandern“ im Harz oder im Weserbergland, dafür steht eine stattlich motorisierte Maschine vor der Firmenzentrale, dafür hängt eine Fransenlederjacke am Kleiderhaken. Schließlich kann man sich die Sonne ja auch einfach mal aufs Gesicht scheinen lassen.

[Susanna Bauch]

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