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ABGEKÄMPFT: Markus Schmidt als Südstaatler in Steven Spielbergs „Lincoln“-Film.

ABGEKÄMPFT: Markus Schmidt als Südstaatler in Steven Spielbergs „Lincoln“-Film.

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Hollywood

Zu Besuch beim Präsidenten

Auge in Auge mit Stars wie Daniel Day-Lewis und Sally Field, vor der Kamera von Regisseur Steven Spielberg, inmitten der Hollywood-Produktion „Lincoln“: Dieser Traum ging für den ehemaligen NP-Redakteur Markus Schmidt alias DJ Pari in Erfüllung.

Hannover/Richmond. „Hallo Johnny, wie gehts Ihrem Bruder?“ Auf so eine Frage muss man erst einmal vorbereitet sein. Vor allem, wenn der US-Präsident sie stellt und man nicht Johnny und in Wirklichkeit Markus heißt: Markus Schmidt. Und so verhaspelte sich Markus Schmidt erst einmal, als er vor Abraham Lincoln stand und der zu Smalltalk aufgelegt war. Beziehungsweise vor dem Schauspieler Daniel Day-Lewis, der den vielleicht größten Präsidenten der US-Geschichte in Steven Spielbergs Großproduktion „Lincoln“ (siehe Info rechts) spielt.

„Wir haben die Szene glücklicherweise noch weitere neunmal gedreht. Meine Geschichte wurde immer besser“, erzählt Schmidt. „Im fertigen Film sieht man auch nur, wie Kelsea, meine Frau für diese Szene, und ich auf den Präsidenten zugehen. Aber kurz bevor ich ihm die Hand schüttele, gibt es einen Schnitt auf Tommy Lee Jones.“ Es waren aufregende Zeiten für den gebürtigen Braunschweiger, als er im Jahr 2011 Statist in „Lincoln“ war.

Hannoveraner kennen den 37-Jährigen Schmidt vielleicht noch aus seiner Zeit als NP-Redakteur vor zehn Jahren, vielleicht auch unter seinem Discjockey-Alias DJ Pari und als Veranstalter der Konzertreihe „Soulpower“, die er im Club Palo Palo unter dem Raschplatz organisierte. Die Liebe zur Musik (und die zu seiner Frau) war es schließlich auch, die ihn im Jahr 2007 in deren Heimatstaat Virginia führte. Auch dort ist er als Discjockey tätig (mit eigener Radiosendung), organisiert Konzerte und Partys - und arbeitet hauptberuflich als Journalist, als Politikredakteur bei der Tageszeitung „The Richmond Times-Dispatch“.

In seiner Wahlheimat in Richmond entdeckte er vor zwei Jahren einen Casting-Aufruf für Statisten im „Lincoln“-Film. Er bewarb sich: „Warum nicht? Ein Statist in einer Hollywood-Produktion zu sein, stand immer schon auf meinem Wunschzettel.“

Schmidt wurde genommen und hat in dem fertigen Film gleich drei Auftritte: mal als (ziemlich toter) Südstaaten-Soldat, mal als Nordstaatler und eben auch bei einem Empfang im Weißen Haus. Dort traf er Regisseur Spielberg und die Stars des Films, wie Day-Lewis, Jones, Joseph Gordon-Levitt („The Dark Knight Rises“) und auch Sally Field, die die First Lady spielt. „Ich bin ihr aus Versehen aufs Kleid getreten“, erinnert sich Schmidt. „Das machen wir aber nächstes Mal besser“, habe sie kichernd gesagt.

Die Drehtage werden dem US-Einwanderer unvergesslich bleiben. Manchmal treffe er noch andere Statisten. Und die stellen die immer gleiche Frage: „Hallo Johnny, wie gehts Ihrem Bruder?“