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WAHNSINNIG UND WITZIG:Dietmar Wischmeyer brettertals „Kleiner Tierfreund“ auf seiner „Zweitakt-Ricke“ durchs Gestrüpp. Fotos: privat, Archiv

WAHNSINNIG UND WITZIG: Dietmar Wischmeyer brettert als „Kleiner Tierfreund“ auf seiner „Zweitakt-Ricke“ durchs Gestrüpp. © privat

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Porträt

Wischmeyer spielt den "Kleinen Tierfreund"

Seine Fans lieben ihn: Besonders wenn Comedian Dietmar Wischmeyer (59) in die Rolle des „Kleinen Tierfreundes“ schlüpft. Und diese Figur feiert 25-jähriges Bestehen. Dazu gehören ein Auftritt im Theater am Aegi am Sonnabend sowie eine limitierte Sonderauflage als Doppel-Schallplatte.

Eins muss gleich vorweg gesagt werden: „Es ist die älteste Figur, mit ihr fing alles an. Ich habe sie sehr liebgewonnen.“ Auch wenn Dietmar Wischmeyer (59) Doppeldeutigkeit und Ironie wie kaum ein anderer zu beherrschen weiß - diese beiden Sätze sind definitiv frei von jeglichem Sarkasmus. „Der kleine Tierfreund“ feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag.

Über diesen komischen Kauz, mit dem sein Erfinder 500 Folgen produziert und über den er mehrere Bücher geschrieben hat, haben Radiohörer schallend gelacht, so sehr, dass sie im Auto rechts ranfahren mussten, um sich erst mal wieder einzukriegen. „Der wirkt durch seine merkwürdige Art“, erklärt der Comedian den Erfolg des Typen, der immer im grauen Kleppermantel und mit Halbschalenhelm auftritt: „Der Tierfreund funktioniert, weil er so harmlos und vertrottelt wirkt, dann aber mit so bitterbösen Geschichten daherkommt - das macht ihn aus.“

Und deshalb macht es dem 59-Jährigen nichts aus, ein Programm zum Jubiläum zu stemmen, das für eine ganze Tour reicht, aber in Wahrheit nur zweimal gespielt wird: „Bekloppte Idee, ich weiß.“ In der Show, die Wischmeyer am Sonnabend im Theater am Aegi spielt (es gibt nur noch wenige Restkarten zwischen 24,95 und 30,55 Euro, die andere ist in Berlin), gibts einen Ritt mit dem Tierfreund durch seine Geschichte. Vor allem auf die ersten fünf bis zehn Jahre freut sich der Radiopreisgewinner von 2014. Seine Lieblingsnummer? „Das ist die, in der aus einem Mettbrötchen heraus Leben entsteht - so richtig schön eklig.“

Aber auch auf die Erzählungen vom einsilbigen Morasthuhn und von der Schlonte bereitet er sich natürlich vor. Der was? „Das ist wohl das hässlichste Tier der Welt, dürfte einem Nacktmulch ähneln“, lässt der Kult-Komiker seine Fantasie spielen.

Davon besaß er schon 1988 jede Menge, zu der Zeit saß er an der Uni in Bielefeld und studierte Philosophie auf Magister. „Es war der direkte Weg in die Berufsqualifikation, um der Berufsfindung aus dem Weg zu gehen“, witzelt Wischmeyer. Jedenfalls gab es an der Hochschule auch Hörfunkstudios, in einem nahm er eine Persiflage auf den kleinen Tierfreund (lief in den 50ern) auf. Auf Kassette. Die schickte er zum damals neu gegründeten Sender Radio ffn.

„Ich habe wochen- und monatelang nichts gehört“, erinnert er sich. Heute weiß er auch, warum: Es war nur eine Seite bespielt - und die Radioleute haben die andere „gehört“. Irgendwann fand eine Sekretärin beim Umräumen des Büros die vermeintliche Leerkassette und legte sie richtig ein. Den lustigen Vogel wollten die Programmmacher dann sehen: „Ich bin hin und sollte gleich für den Samstag drauf eine Folge produzieren.“

„Der kleine Tierfreund“ schlug ein wie eine Komikbombe, innerhalb weniger Tage waren 50 000 Kassetten verkauft - „für zehn Mark, überall lagen Umschläge mit dem Bargeld“. Eigentlich wollte Wischmeyer deshalb eine Jubiläumsauflage seiner Figur auf Kassette veröffentlichen - „ist aber fast unmöglich, noch welche zu bekommen“. Deswegen gibt es die Doppel-Vinyl-LP „Im Taumel der Wollust“ (39,90 Euro) mit lustigen Folgen und einem Download-Link fürs moderne Volk. Grandios gemacht.


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