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Mensch-Hannover Willi Weitzel: „Richtig fiese Witze lehnen Kinder ab“
Menschen Mensch-Hannover Willi Weitzel: „Richtig fiese Witze lehnen Kinder ab“
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10:15 11.03.2019
Willi Weitzel Quelle: Handout
Hannover

Im GOP moderieren Sie mit Eckart von Hirschhausen einen Nachmittag über Witze für Kinder. Wie kann man sich das vorstellen?

Das wird ein sehr amüsanter Nachmittag, die Zutaten sind einfach beschrieben: Wir stehen auf der Bühne, laufen durchs Publikum und erzählen Witze – oder lassen uns welche erzählen. Wir hoffen natürlich sehr, dass auch Kinder auf die Bühne kommen und ihre Witze zum Besten geben. Dafür verteilen wir als Mutmacher am Anfang Scherzkekse. Nein, ich habe mich sehr gefreut, als Eckhart von Hirschhausen mich gefragt hat. Wir haben zwar schon einiges zusammen gemacht, aber nicht solch einen Nachmittag. Das ist eine absolut einmalige Nummer, eine echte Premiere. Ich habe total Lust darauf.

Der Ablauf klingt sehr spontan, wie haben Sie sich vorbereitet?

Eckart von Hirschhausen ist ein sehr spontaner, toller Witze-Erzähler. Wenn man ihm ein Stichwort gibt, egal welches, fällt ihm sofort ein Witz dazu ein. Das bewundere ich. Ich bin, ehrlich gesagt, eher ein über-Witze-Lacher. Ich höre einen Witz, finde ihn gut, aber habe ihn auch schnell vergessen. Dafür kann ich wieder herzhaft lachen, wenn ich ihn ein zweites Mal höre. Und während sich Eckart von Hirschhausen auf diesen Nachmittag nicht vorbereiten muss, bin ich seit Wochen wie ein Verrückter dabei, Witze zu lernen.

Aber Sie haben doch ein ganzes Buch voller Lieblingswitze herausgebracht!

Nein, das war anders: In der Zeitung „Willi will’s wissen“ haben wir damals Kinder aufgefordert, uns ihre Witze zuzusenden, die wir dann abgedruckt haben. Das wurde tatsächlich die beliebteste Kategorie im Heft. Und aus den über 1000 Zusendungen haben wir dann das Buch gemacht. Das ist ein großer Fundus, wirklich liebe Kinder, ich bin euch allen sehr dankbar, denn aus diesem Buch habe ich ganz viele Witze für Hannover auswendig gelernt.

Haben Sie einen Lieblingswitz?

Ach, den will ich eigentlich erst auf der Bühne erzählen: Kommt ein Mann mit verbrannten Ohren zum Notarzt. Der fragt: „Was ist Ihnen passiert?“ Der Mann erklärt: „Ich habe gebügelt, da hat das Telefon geklingelt und ich habe das Bügeleisen mit dem Telefonhörer verwechselt.“ Sagt der Arzt: „Ja, aber Sie haben sich doch beide Ohren verbrannt, wie geht denn das?“ Da antwortet der Mann: „Danach musste ich ja den Notarzt rufen!“

Die meisten Kinder kennen Sie aus der Sendung „Willi will’s wissen“. Was war da Ihr lustigstes Erlebnis?

Über so manches kann man ja auch erst im Nachhinein lachen: Ich sollte mal eine Vogelspinne auf der Hand halten. Sie ist da tatsächlich ganz ruhig sitzen geblieben. Später wollte der Fotograf noch ein Bild machen, aber ich konnte mich nicht ein zweites Mal überwinden. Schließlich hat der Spinnenbesitzer das Tier auf die Hand genommen, aber es raste ihm sofort den ganzen Arm bis zur Schulter hoch. Da haben wir alle laut gelacht – man sieht, dass Humor auch hilft, schreckliche Erlebnisse zu verarbeiten.

Wie ist das bei Ihnen selbst, können Sie eigentlich über sich lachen?

Ich glaube schon, sonst würde ich das nicht machen. Auch in meinen Sendungen oder Auftritten – ich nehme die Dinge ernst, aber nicht mich selbst.

Haben Sie auch eine Sendung über Humor gemacht?

Nein, aber über Clowns. Doch da habe ich gelernt, dass es eine sehr ernste Arbeit hinter den Kulissen ist, die dann auf der Bühne fürs Publikum lustig wird. Es sind ja vorbereitete, einstudierte Szenen, die die Leute zum Lachen bringen. Aber Humor spielte bei „Willi will’s wissen“ allgemein eine ganz große Rolle: Meiner Meinung nach kann man Wissensvermittlung gut verankern, wenn man diese mit eine emotionale Komponente wie Humor verbindet. Ich habe jetzt eine Sendung im Bayerischen Rundfunk, die „Gut zu wissen“ heißt und eher für Erwachsene gedacht ist. Wenn ich da mit meinen Witzen komme, schüttelt die Redaktion oft den Kopf und meint, dass es ein Kinderwitz sei. Ich bleibe aber hartnäckig, denn ich glaube, dass „Willi wills wissen“ auch deswegen so gut bei den Erwachsenen angekommen ist, weil es durch den Humor lässiger wirkte.

Unterscheidet sich denn der Humor von Erwachsenen sehr von dem von Kindern?

Ich habe eine Aufzeichnung von einer Show mit Eckhart von Hirschhausen und Jürgen von der Lippe gesehen. Jeder zweite Witz ist versaut und das Publikum kreischt vor Lachen. Bei Kindern funktioniert das so nicht. Richtig fiese Witze lehnen Kinder ab, bei ihnen schwingt oft Mitleid mit, sie sagen dann ganz klar: „Das ist doch gar nicht so lustig.“ Humor erreicht Kinder auch unterschiedlich: Ein Vierjähriger lacht über etwas ganz anderes als ein Zehnjähriger. Das ist ja auch der Spagat, den wir an diesem Nachmittag leisten wollen: Wir wollen die Großen und die Kleinen zum Lachen bringen.

Am Dienstag, 12. März, 15 Uhr, soll im GOP Hannover ganz kräftig gelacht werden. Willi Weitzel, bekannt aus der Kika-Sendung „Willi will’s wissen“ und Eckart von Hirschhausen erzählen ihre schönsten Witze für Kinder und mit Kindern. Karten kosten 25 Euro, für Kinder bis 14 Jahre 19,50 Euro. Die Erlöse gehen an die Stiftung Humor hilft heilen. Karten gibt es im GOP Hannover, Georgstraße 36, Telefon 0511/ 30 18 67 10 und im Internet.

Von Maike Jacobs

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