Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mensch-Hannover Wijnvoord ist der Türöffner von Hannover
Menschen Mensch-Hannover Wijnvoord ist der Türöffner von Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 27.11.2016
ÖFFNET TÜRCHEN: Harry Wijnvoord ganz adrett im Studio von Mediatouch in der City.
Anzeige

Eigentlich sieht er noch genauso aus wie vor 20, 25 Jahren. Gut, das Haar von Harry Wijnvoord (67) ist deutlich grauer, aus dem neckischen Schnauzer von einst ist ein Vollbart geworden. Und die acht Kilo, die der Moderator im RTL-„Dschungelcamp“ mal verloren hatte, sind sicher auch wieder da. Es ist seine Stimme mit dem holländischen Einschlag, dieses Positive und Bejahende darin, das Menschen sofort in das Zeitalter der TV-Show „Der Preis ist heiß“ zurückversetzt.

Dass der 67-Jährige Sachen anpreisen kann, als wären sie das Einzigartigste auf der Welt, hat er jetzt wieder bewiesen: Bei der Internetagentur Mediatouch an der Odeonstraße stand Wijnvoord den ganzen Tag im Studio. „Wir haben Videos für einen digitalen Adventskalender produziert“, erzählt der Holländer in der Mittagspause. Denn das Unternehmen verzichtet auch in diesem Jahr auf Weihnachtskarten, stattdessen versenken die Geschäftsführer Gerd von der Lage (35) und Mareen Bongartz (32) witzige Preise hinter den virtuellen Türchen: „Das sind mal LED-Schnürsenkel, mal Retro-Tisch-Sets und Kaffeebecher in Form eines Objektivs.“

Und jeden Tag - ab dem 1. Dezember bis Heiligabend - öffnet Wijnvoord ein Türchen und fordert die Zuschauer zum Mitbieten auf. Die Mindestgebote gehen meist ab zehn Euro los, der Höchstbieter erhält den Zuschlag. Motto ist übrigens: „Der Preis ist sch***egal.“ Der Erlös wird zu Jahresbeginn dem Kinderkrankenhaus Auf der Bult übergeben. Das Ganze ist auch eine Hommage an Firmengründer Alex Ruff († 46), er ist 2013 an den Folgen von Darmkrebs gestorben.

„Die Idee ist gut. Es ist doch wunderbar, dass Leute bereit sind, mehr auszugeben, als die Sachpreise wert sind“, lobt Showmaster Wijnvoord, der sich gern für Charity-Projekte einsetzt. Gerade hat er in Leipzig die Benefizversteigerung bei einer Spendengala der Mukoviszidose-Selbsthilfe moderiert, außerdem engagiert er sich als passionierter Angler für die „Royal-Fishing-Kinderhilfe“. „Es geht darum, sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie Lernverweigerer für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu begeistern“, so der 67-Jährige, „Angeln eignet sich perfekt, das ist Sport und Spannung.“

Das Angebot umfasst die Ausrüstung, Ruten, Rollen und Köderkisten, „außerdem können die Kinder einen Angelschein machen. Und dafür müssen sie lernen“, so Wijnvoord, „das Gute daran ist, dass sie unmittelbar danach mit der Prüfung ein Ergebnis erzielen können.“ Die Hoffnung ist, dass so spielerisch hängenbleibt: „Wenn ich mich auf den Hosenboden setze und lerne, kann ich etwas schaffen.“

Wobei der Moderator es eher fragwürdig findet, dass man bei uns eine Prüfung ablegen muss, um angeln zu dürfen. „Deutschland ist das einzige Land, das ich kenne, in dem ich eine Erlaubnis brauche, um einen Wurm zu baden“, sagt er und lacht. Seit er ein kleiner Junge war, angelt Wijnvoord selbst: „Ich habe mit meinem Vater und meinem Opa auf Klappstühlchen am Wasser gesessen und gefischt“, erinnert er sich: „Wo sieht man heute noch drei Generationen zusammen angeln?“ Die Leidenschaft ist geblieben, er fährt gern mal mit Schauspieler Fritz Wepper (75, „Derrick“, „Mord in bester Gesellschaft“) nach Kanada zum Fischen. Der dickste Fang gelang Wijnvoord aber 2015 auf den Kapverden: „Da habe ich einen 250-Kilo-Marlin aus dem Atlantik gezogen!“ Nach Bestaunen des Raubfisches ließ er ihn aber zurück ins Wasser, obwohl er Fische liebend gern brät und räuchert.

Den Mediatouch-Leuten hat am Drehtag für ihren Adventskaledner abends der Kopf geraucht, nun ist der Großteil der Arbeit für ihr Charity-Projekt aber erledigt. Von nichts kommt nun mal nichts. Wer ab 1. Dezember mitbieten will, klickt einfach auf

www.mediatouch.digital/harry

NPVISITENKARTE

Geboren am 2. Mai 1949 in Den Haag (Holland). Als Teenager zieht er mit seinen Eltern und drei Geschwistern nach Deutschland. Er macht eine Lehre als Gehilfe für Wirtschafts- und Steuerberater, arbeitet dann als Verkaufsrepräsentant – unter anderem für Olympic Airways von Aristoteles Onassis (†?69). Bei einem Trip mit Medienfachleuten wird er vom damaligen RTL-Unterhaltungschef in Hollywood entdeckt. Ab 1989 läuft „Der Preis ist heiß“, Wijnvoord moderiert in neun Jahren 1873 Sendungen. Er arbeitet weiter für Funk und Fernsehen, geht 2004 sogar ins „Dschungelcamp“. Er ist geschieden, hat einen Sohn, Alexander (39), und lebt im Münsterland. Er liebt das Kochen, Angeln und Reisen mit dem Wohnmobil. www.harry-wijnvoord.de

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit mehreren Tagen steht sie schon am Kröpcke, heute wird anlässlich der Weihnachtsmarkt-eröffnung in der Stadt auch die Weihnachtspyramide in Betrieb genommen. Lisa Aulich (26), das wissen vielleicht gar nicht so viele, leitet seit einigen Jahren die Geschicke an dem traditionellen Stand.

26.11.2016

Lennart Gäbels (35) Illustration von Donald Trump (70) „They Let you Do it“ wird tausendfach geklickt und ist plötzlich Teil des Diskurses. Nun stellt Gäbel im „Zurück zum Glück“ aus. Mit der NP sprach er über Träume und das Cover des „New Yorkers“.

22.11.2016

Für einen Abend zurück an den Ursprung seines journalistischen Wirkens: Ingo Zamperoni (42) war Dienstag Gast im Literarischen Salon. Mit der NP sprach der „Tagesthemen“-Moderator über Hannover, Donald Trump (70) und (k)einen Schlusssatz.

19.11.2016
Anzeige