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Mensch-Hannover Volker Rosin: "Kinderohren sind offener"
Menschen Mensch-Hannover Volker Rosin: "Kinderohren sind offener"
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14:28 11.06.2018
MACHT GUTE LAUNE: Volker Rosin schreibt unermüdlich Lieder, geht damit auf Tour. Schon seit Jahrzehnten tanzen Kinder mit ihm zum singenden Känguru.
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Herr Rosin, um mal Abstand von Kindermusik zu bekommen: Was für Songs hören Sie am liebsten?
Ich bin bekannt dafür, dass ich Schlager mag, aber auch lateinamerikanische Klänge: Von Juan Luis Guerra zum Beispiel habe ich alle Platten. Außerdem dürfte ich Deutschlands größter Fan der Bee Gees sein (lacht).

Ihr neues Album „Tanzfieber!“ klingt teilweise nach den Bee Gees – da hört man doch irgendwie „Night Fever“ raus. Hilft Erwachsenenmusik, um Ohrwurmverdächtiges für die Kleinen zu machen?
Helfen würde ich jetzt nicht sagen. Als Kinderliedermacher habe ich einfach den Anspruch, gute Musik zu machen. Ich habe irgendwann gemerkt, dass Kinderohren offener sind als unsere und sie sich nicht einfach in eine musikalische Schublade stecken lassen. Als Musiker will ich Musik machen, die authentisch ist, da ist es naheliegend, dass sie mir auch gefällt. Und bei „Tanzfieber“ habe ich mit der Coverband „Night Fever“ zusammengearbeitet, so hoch wie Barry Gibb komme ich nämlich nicht (lacht).

Von den Beatles haben Sie ja auch mal das Go bekommen, deren Songs für Ihre Kinderlieder umzutexten.
Das war 1984 für das Album „Beatles für Kinder“. Dafür hat sich der Originalverlag der Beatles meine Texte übersetzen lassen und dann einer Veröffentlichung zugestimmt. Darauf bin ich immer noch sehr stolz, ich bin tatsächlich der Einzige in Deutschland, der die Beatles-Songs für Kinder machen durfte. Und wer mal in „Obladi Oblada“ reinhört, dem entgeht nicht, dass da auch etwas Kindliches drinsteckt.

Kinder lieben Ihre Lieder und die Texte, der Gorilla mit der Sonnenbrille ist da nur ein Beispiel. Wie kommt man denn auf sowas?
Bei dem Song weiß ich es sogar noch ganz genau, das war so Anfang der 90er und Acid-House war gerade populär. Ich saß im Auto und es dröhnte von irgendwoher „Uhlala“. Das fand ich witzig. Noch witziger war, dass ich an dem Tag ein T-Shirt mit einem Gorilla anhatte. So fügte sich das dann, es kam eins zum anderen.

Sie sind jetzt 62 Jahre alt, haben mehrere Generationen mit Ihrer Musik begleitet. Hat sich in all den Jahren am Musikgeschmack der Kids eigentlich etwas verändert?
Wie gesagt, Kinder lassen sich in keine Schublade stecken. Bei ihnen gibt es nur: gefällt mir, gefällt mir nicht. Mein Lied „Hallo“ zum Beispiel weckt heute immer noch die gleiche Begeisterung wie vor 30 Jahren,  als ich es geschrieben habe. Bei der Produktion hat sich aber Einiges geändert: Früher saß ich noch mit Gitarre im Studio, habe live eingesungen. Heute habe ich gute Technik, gute Arrangements, exzellente Musiker.

Und wie schaffen Sie es, sich fit zu halten – bei Ihren Konzerten machen Sie ja alles, nur nicht rumsitzen.
Kinder machen alles mit, wenn man es vormacht. Deshalb hüpfe und springe ich auf der Bühne herum, das ist einfach authentisch. Ich denke, Kinder halten einen fit, ihre Herzlichkeit und ihr Enthusiasmus steckt an. Übrigens: Wenn ich Songs schreibe, dann probiere ich die auch in der Bewegung aus. Meine Mitarbeiter denken dann immer, ich sei bekloppt – es sieht nun einmal lustig aus (lacht). Da kommt es schon mal vor, dass mir nach der zweiten Strophe die Puste ausgeht und ich etwas Langsames einschieben muss.

Welchen Song wünschen sich die Kinder eigentlich am häufigsten?
Das „Tanzalarmlied“. Gerade live kommt das richtig gut an. Ansonsten stehen „Das Lied über mich“ und das „Singende Känguru“ hoch im Kurs.

Und für welche Komposition wollten Eltern Ihnen schon mal an die Gurgel?
Für alle CDs (lacht). Ich muss mir schon manchmal anhören „Oh, das Album mussten wir die ganze Fahrt von Hannover an die Nordsee hören, fünfmal ...“. Aber das meinen die Eltern dann mit einem Augenzwinkern (lacht).

Von Mirjana Cvjetkovic

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