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IM KINO AM RASCHPLATZ: Hauptdarsteller Jürgen Vogel stellte seinen neuen Film in Hannover vor.

IM KINO AM RASCHPLATZ: Hauptdarsteller Jürgen Vogel stellte seinen neuen Film in Hannover vor.© Alexander Körner

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Kino-Star

Vogel hat nen Schalk im Nacken

Kinostar Jürgen Vogel hat seinen neuen Film "Gnade" im Kino am Raschplatz vorgestellt. Völlig entspannt kam er direkt aus der Sauna in den Kinosaal und gab sich, ganz im Gegensatz zu seiner Filmfigur Niels, gewohnt witzig.

Hannover. Es gab Zeiten, da kannte Jürgen Vogel kaum einer. Da war er nicht viel mehr als ein Mann mit schiefen Zähnen. Selbst die Mitarbeiter des Cinemaxx Hannover erkannten ihn nicht, als der Hauptdarsteller 1992 seinen Film „Kleine Haie“ im Kino vorstellen wollte. Doch seitdem haben sich die Zeiten geändert. Kündigt Jürgen Vogel heute an, dass er zu einer Vorabpremiere kommt, sind die Vorstellungen lange vorher ausgebucht. Doch eins ist geblieben. „Ah, Jürgen Vogel. Ist das nicht der Typ mit den komischen Zähnen?“, scherzt er selber über sein Markenzeichen.

Typisch selbstironisch zeigte er sich auch bei seinem Besuch in Hannover, bei dem er seinen aktuellen Film „Gnade“ vorstellt. Immer gut drauf, immer einen Scherz parat. Dazu sein blechernes Lachen, das wie eine Packung Kellogs mit Asthma-Anfall klingt. Als der Vorhang vor der Leinwand im Kino am Raschplatz nicht aufgeht, gibt er dem Kino-Mitarbeiter kluge Hinweise: „Biste sicher, dass das das richtige Loch ist?“. Anstatt Hilfe gibt es noch mehr „gutgemeinte“ Tipps. „In der ersten Klasse bin ich sitzengeblieben, weil ich mich an die Vorhänge gehängt habe. Vielleicht könnte uns das heute helfen“, sagt Vogel und überbrückt die Wartezeit mit einer kurzen Nummer als Marionette der Augsburger Puppenkiste.

Er ist sichtlich entspannt, war kurz vorher noch im Fitnessstudio Balance in der Sauna. „Da geb es ‘nen Erdbeer-Aufguss“, sagt Vogel und sieht plötzlich nicht mehr ganz so glücklich aus. „Erdbeeren finde ich gut. Aber plötzlich hat die ganze Luft nach Süßstoff geschmeckt. Ich glaube, der Typ hat einfach den gefärbten Vitamindrink aus seiner Trinkflasche da reingekippt.“ Den Appetit hat er sich dabei allerdings nicht verdorben. In feinstem Hamburger-Dialekt meint er: „Guckt ihr euch das hier mal an. Ich habe Kohldampf. Ich muss was essen.“

Gemeinsame Saunaerfahrungen mit Regisseur Matthias Glasner gab es auch während der Dreharbeiten zu „Gnade“. „Jürgen sieht immer noch top aus“, verrät Glasner. Bei den vielen Nacktszenen, in denen Vogel bereits auf Großbildleinwand zu sehen war, hat sich der Zuschauer ohnehin längst selbst ein Bild gemacht. „Irgendwann haben wir festgelegt, in jedem Film muss mindestens Jürgens Po zu sehen sein“, sagt Glasner, boxt Jürgen Vogel in die Rippen, der daraufhin nur leicht beschämt mit den Augen rollt. „Ich wurde tatsächlich mal gefragt, ob ich Exhibitionist bin. Im Scherz habe ich Ja gesagt und am nächsten Tag war es das Thema einer Doppelseite“, sagt Vogel. Doch selbst solche Nachrichten nimmt er mit Humor.