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Mensch-Hannover Vater und Sohn bei der „Baltic“-Rallye
Menschen Mensch-Hannover Vater und Sohn bei der „Baltic“-Rallye
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00:22 06.06.2018
BEREIT FÜR DAS ABENTEUER: Hagen Lutterkort (links) und sein Vater Hans-Werner Eisinger starten am 16. Juni beim „Baltic Sea Circle“. Der Passat hat 230 000 Kilometer auf dem Tacho – nun kommen 7500 dazu! Quelle: Fotos: Petrow
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Die erste längere Etappe durch Dänemark und Schweden ist vertrautes Terrain: Hagen Lutterkort (27) tippt auf der großen Nordeuropa-Karte auf das schwedische Växjö – „da haben wir früher oft unseren Sommerurlaub mit der Familie verbracht“. Gut 700 Kilometer, in acht Stunden zu schaffen. Dann wandert sein Zeigefinger weiter nach oben, „da kommt noch einiges“. Stockholm, Sundsvall, Lofoten, Nordkap. Der nördlichste Punkt Europas – „da werden wir auf jeden Fall innehalten“, plant Lutterkorts Vater Hans-Werner Eisinger (58). Und eine Party feiern: Zur Mittsommernacht, wenn die Sonne nicht untergeht, treffen sich alle 250 Wagen der Rallye „Baltic Sea Circle“ am Polarkreis.

„Vater und Sohn“ heißt das Team von Eisinger und Lutterkort, ihren alten Passat, Jahrgang 1995, haben sie mit Auszügen der be­rühmten Comic-Strips verziert. Auch das Rallye-Logo ziert den Wagen, außerdem Hinweise auf Sponsoren – denn wer sich auf die abenteuerliche Rundreise (Start ist in Hamburg, vom Nordkap geht es über Russland und das Baltikum zurück in die Hansestadt) einlässt, will Gutes tun. Mindestens 750 Euro für ein selbstgewähltes Charity-Projekt muss dazu jedes Team sammeln. Diese Summe haben Vater und Sohn bei Freunden, Verwandten und Arbeitgebern klargemacht, sie sind aber ehrgeizig: „Wir visieren 2000 Euro an.“

Nutznießer ist die „Kin­derbrücke Hannover“, Thorsten Milzner (37) und seine Mitstreiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern Erlebnisse zu schenken, die das Budget der Eltern nicht hergibt. Und Milzner, der zwei Jahre in Finnland gelebt hat, hat einen Tipp für die zwei Abenteurer: „Mückenspray nicht vergessen!“

Das gilt auch für Kreuzschlüssel (zum Reifenwechseln), Klappspaten, Gaskocher, Schlafsack (hält warm bis minus 20 Grad) und Panzer-Tape (hilft gegen alles). Lutterkort und Eisinger haben die Notfallkiste, die auf dem Dachgepäckträger klemmt, schon halbwegs bestückt. „Nur die Gepäckfrage ist noch nicht ausdiskutiert“, sagt der Vater mit Augenzwinkern, „der Platz ist nun mal begrenzt, das wird eher spartanisch.“ Denn schlafen wollen die beiden schließlich auf der Ladefläche des Passats, dafür haben sie extra einen zweiten Boden eingezogen.

Doch Angst vor Lagerkoller haben sie nicht: „Wir stehen uns nahe“, bekräftigt der 27-Jährige. Den Roadtrip hätten sie schon seit 2015 im Sinn gehabt, ihn aber immer wieder verschoben. Am Stichtag des Anmeldungsbeginns für 2018 reichte eine spontane Kontaktaufnahme – schon waren 850 Euro Startgeld überwiesen. Eisinger will seinem Sohn ein ähnliches Erlebnis schenken wie das, an das er selber gern zurückdenkt: „Ich habe mal mit meinem Vater zu Sowjetzeiten eine Tour durch die Ukraine gemacht. Jetzt bin ich der Ältere – ich bin gespannt auf diese neue Perspektive“, philosophiert der beruflich weitgereiste In­genieur.

Spannend wird vermutlich die Etappe durch Russland. „Es wird geraten, den Grenzübertritt im Konvoi zu machen. Der bürokratische Aufwand ist immens, man braucht wohl Zeit und Ge­duld“, hat Lutterkort recherchiert, der in Hannover De­sign studiert hat und nun in der Automobilbranche arbeitet. Spannend wird dieser Teil der Reise auch wegen der Fußball-Weltmeisterschaft – „das Deutschland-Trikot muss ins Gepäck!“

Über die Strecke macht sich das Duo keine Gedanken – obwohl GPS und Navigationsgeräte verboten sind. „Ich bin ja ohne aufgewachsen“, sagt Eisinger und zeigt lachend auf sein Kartenmaterial. Die Verpflegung ist auch kein Thema: „Knäckebrot, Käse, Tomatenmark – das ist unsere Tradition aus dem Schwedenurlaub.“ Sie wird sie sicher auch zum Nordkap und wieder zurück bringen ...

Tipp: Über die „Kinderbrücke“-Facebook-Seite kann man die Rallye verfolgen!

Von Andrea Tratner

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