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SEIN REICH:Jeden Tag steht Ulli Hahnin seinem Geschäft „Ullis Ullikat“.

SEIN REICH: Jeden Tag steht Ulli Hahn in seinem Geschäft „Ullis Ullikat“.© Emre Yaylagülü

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Ulli Hahn ist der Herr der schrillen Ullikate!

Dass Leute manchmal komisch gucken, wenn er wieder mal in auffälligen Klamotten durch die Stadt läuft, macht Ulli Hahn (45) schon lange nichts mehr aus. Der Designer mag abgefahrene Mode und ist damit auch erfolgreich - seit 20 Jahren.

Hannover. Rockstar Rudolf Schenker (66) hat eine. Schauspielerin Sophia Thomalla (25) auch. Und 96-Kicker Salif Sané (24) sieht man mit einer durch die Gegend laufen. Ulli Hahn (45) hat mit seiner Stachel-Wollmütze seine Stilsicherheit unter Beweis gestellt - das Teil geht in seinem Laden „Ullis Ullikat“ an der Schmiedestraße weg wie warme Semmeln.

„Ich war schon immer ein Beanie-Fan, wollte aber keine stinknormale Mütze“, erzählt der schrille Geschäftsmann, „und dann kamen Nieten groß in Mode - fertig war meine Idee.“ Zunächst wollte er nur für sich eine machen, wurde dann aber andauernd auf das abgefahrene Teil angesprochen. Mittlerweile ist die Mütze seit zwei Jahren auf dem Markt, aktuell mit einem Lederstreifen optimiert, „jetzt rutschen die Nieten nicht mehr so leicht durch die Maschen.“

Hahn hätte wahrscheinlich früher nicht gedacht, dass er mit seinem Label so großen Erfolg haben wird, wusste aber schon während seiner Ausbildung bei „C & A“: „Ich will irgendwie was anders machen. Und was eigenes.“ Schließlich war er 1995 der Erste in der Stadt, der einen Outlet-Laden, damals noch an der Lavesstraße, eröffnet hat. Aus Italien bezog er die Kleidung, fuhr ständig mit dem Auto nach Florenz, um die stylischen Sachen zu besorgen. „Ich war immer aktuell aufgestellt, bei uns kam ja das meiste eh erst ein, zwei Jahre später in Mode.“

Mit „Outlet City“ folgte der zweite Laden in der Altstadt, „aber dann haben so viele Outlets eröffnet“. So kam Hahn die Idee, doch ein eigenes Label zu gründen, mit dem „Ullikat“ paarte er seinen Namen und Unikat, genau das, was er machen wollte. „Im Prinzip habe ich Klamotten mit Leder, Totenköpfen, Kreuzen und Steinen veredelt“, erläutert er sein Konzept. „So konnte ich mich von anderen in der Stadt absetzen.“ Er weiß, dass er nicht der Günstigste in Hannover ist, „aber sehr wohl bezahlbar“, betont er. „Und bei mir finanziert man nicht die Eingangstür mit.“

Und auch Mutter Marianne (85) ist mächtig stolz auf ihren Sohn. Auch wenn sie mit den Sachen, die ihr Junge da so kreiert, nicht immer was anfangen kann. Einmal sah sie ein zerschlissenes Teil in seinem Laden (sie kommt ab und an mal auf einen Prosecco rum) und sagte nur: „Ulli, das ist ja kaputt! Soll ich das nicht mit nach Hause nehmen und stopfen?“ Mütter - herrlich!


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