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BAUCH REIN, PO RAUS: Rimma Banina (links) und Kristina Markstetter haben „Twerxout“ erfunden.

BAUCH REIN, PO RAUS: Rimma Banina (links) und Kristina Markstetter haben „Twerxout“ erfunden.
 © Florian Petrow

Fitness

„Twerxout“: Powackeln ist ihre Geschäftsidee

„One Passion“ nennen Rimma Banina (33) und Kristina Markstetter (26) das Fitness-Event am Sonnabend, 13. Januar, im Kaiserfit (Fischerhof 1) in Linden-Süd. Eine Leidenschaft, die viele Stile vereint. Die zwei Hannoveranerinnen mit russischen Wurzeln haben „Twerxout“ erfunden – und haben nun das Patent auf stilvolles und schweißtreibendes Powackeln.

Hannover. Zwei Hannoveranerinnen auf Expansions-Kurs: Das Patent auf ihre Erfindung wollen Kristina Markstetter (26) und Rimma Banina (33) auf Europa ausdehnen, im Sommer soll eine eigene Kollektion mit Shirts, Shorts und Leggings auf den Markt kommen, die Kölner Fitnessmesse Fibo ist fest im Terminkalender eingetragen. „Es ist der Wahnsinn, was wir in einem Jahr geschafft haben“, sagt Markstetter – und kann kaum glauben, dass in Hannover die Geburtsstunde des neuen Fitness-Stils „Twerxout“ war. „Unser Sport verbreitet sich“, freut sich auch Banina. „Da steckt so viel Zeit und Energie drin. Twerxout ist unser Baby.“

Worum geht es? „Mehr als Powackeln“, betont Markstetter. Das sogenannte „Twerking“ haben Stars wie Rihanna (29) und Miley Cyrus (25) salonfähig gemacht, in Hip-Hop-Videos ist es seit jeher Bestandteil der Choreografien der Background-Tänzer. „Der Ursprung sind uralte Stammestänze aus Afrika“, erklärt Markstetter und lacht. „Das Powackeln schwappte über den jamaikanischen Dancehall in die Clubs, heute ist es fester Teil von Urban Dance.“

Technik ist beim Twerking wichtig

Trotzdem haftet den ruckartigen Bewegungen mit dem Allerwertesten noch ein etwas anrüchiges Image an. Banina seufzt: „Das liegt an den schlimmen Videos auf Youtube“, sagt sie. „Da werden Riesenhintern im String-Tanga vor der Kamera geschwenkt. Unser Sport hat damit nichts zu tun.“ Denn das Twerking samt Technik-Lektionen (der gerade Rücken und der feste Bauch sind wichtig!) ist nur ein Teil des Workouts, ein Aufwärm-Programm, Tanzelemente und intensives Functional Training mit Kniebeugen und Liegestützen zum Muskelaufbau gehören auch dazu.

TECHNIK IST WICHTIG

TECHNIK IST WICHTIG: Der Rücken muss beim „Twerxout“ gerade sein.:

Quelle: Florian Petrow

Auf die Idee kamen die beiden Frauen, die sich 2015 kennenlernten, als beide im Studio „Move and Style“ in der Südstadt unterrichteten, beim gemeinsamen Tanztraining. „Twerking ist so anstrengend, das könnte auch als Fitness-Sport durchgehen“, war ihr Gedanke. Monatelang reifte die Idee in ihren Köpfen. Markstetter (sie kam mit drei Jahren aus dem Uralgebiet nach Deutschland) hatte nach einer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und Industriekauffrau ihren Job hingeschmissen. „Das Sitzen im Büro hat mich verrückt gemacht“, erzählt sie. In Stuttgart ließ sie sich zur Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin ausbilden. Banina tanzt, seit sie ein Kind war, in Nowosibirsk war die Russin bis 2015 Koordinatorin eines großen Fitness-Studios. „Ich bin Sternzeichen Zwilling – ich kann Fitness und Tanz parallel“, sagt die Blondine mit einem tiefen, ansteckenden Lachen.

Das Wort „Twerk“ steht im Duden

Vor allem die Namenssuche für den gemeinsam ausgetüftelten neuen Sport war schwierig: „Twerk steht tatsächlich im Duden“, staunt Markstetter. „Also kann man das Wort nicht patentieren lassen.“ Auf die Variante „Twerxout“ kam Banina: „Marketingstudien haben erwiesen, dass Wörter mit X gut im Gedächtnis hängenbleiben.“ Den Begriff haben sie sich für zehn Jahre schützen lassen – nur sie dürfen Trainer unter dem Logo ausbilden, DVDs und Klamotten mit dem Logo vermarkten. Klingt nach einem ausgetüftelten Business-Plan ...

In Deutschland unterrichten bereits mehr als 40 Trainer ihr Programm, für das es alle zweieinhalb Monate Anleitungen mit neuen Choreografien gibt. Das nächste Ziel: Europa erobern. „Und die Zielgruppe öffnen“, kündigt Markstetter an. „Unseren Sport kann jeder lernen“, entkräftet sie das Vorurteil, dass sich nur junge Frauen fürs Powackeln interessieren. „Meine Mutter ist 46 – und unsere beste Kundin.“

So läuft das Event am 13. Januar

Es wird ein Stelldichein der internationalen Fitness-Stars: Am 13. Januar laden Rimma Banina und Kristina Markstetter zum ersten „One Passion“-Gruppen-Fitness-Tag ins Kaiserfit (Fischerhof 1) in Linden-Süd ein. Das Motto: Tanz und Fitness zu einer Leidenschaft verbinden.

Ab zehn Uhr startet der vierstündige „Step-Marathon“ mit vier Trainern, die Schrittabfolgen für Step-Aerobic-Fans präsentieren. José Martinez reist als Reebok-Botschafter und Mastertrainer durch die ganze Welt – er bringt für die Teilnehmer eine Choreografie mit, auch Banina gestaltet eine 60-Minuten-Einheit auf der Trainingsbank. „Step Aerobic hat viele tänzerische Elemente“, erklärt sie allen, die glauben, es handle sich nur um einfaches Trepp-auf-Trepp-ab.

Von 15 bis 19 Uhr findet der „Dance Marathon“ statt. Auf dem Programm stehen Elemente aus Zumba, Samba-Fit und Twerxout, die Kommandos gibt unter anderem der renommierte Tanztrainer Jorge Moreno. Auch Martin Mitchell und Roma El Russo sind in der Szene bekannt.

Tickets für den Step-Event kosten 20 Euro, für das vierstündige Tanztraining 25 Euro (inklusive fünf Gutscheinen für Twerxout-Stunden im Kaiserfit). Das komplette Programm gibt es für 40 Euro, im Preis enthalten ist der Eintritt für die „Sabor Latino“-Abschlussparty im Fun-Park an der Expo-Plaza. Anmeldung unter Telefon 0157/34 28 99 66 oder per Mail an twerxout@gmail.com. Hier gibt es Infos

Von Andrea Tratner