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David Guetta in Hannover© Thomas

NP-Interview

Top-DJ David Guetta über Erfolg und seine verrückten Fans

Er ist einer der erfolgreichsten DJs weltweit: David Guetta (46) stürmte zuletzt mit „Lovers on the Sun“ auf Platz eins der Single-Charts. Im Interview spricht der Franzose über sein Erfolgsgeheimnis, seine verrückten Fans und einen Musiker, mit dem er leider nie zusammenarbeiten konnte.

Im Video Ihres neuen Hits „Lovers on the Sun“ reiten Cowboys der Sonne entgegen und liefern sich Duelle … Mögen Sie Western?
Ja, das ist richtig. Ich habe eine Leidenschaft für eine bestimmte Sorte von Western, nämlich den sogenannten Spaghetti-Western. Sergio Leone hat ihn entwickelt. Und es gibt ein Genie, das die Musik für diese Filme geschrieben hat, nämlich Ennio Morricone. Er hat absolut verrückte Musik geschrieben. Das Besondere an den Spaghetti-Western ist, dass sie im Süden Spaniens gedreht wurden - diese Western liebe ich.

Viele dieser Filme wurden ja in Andalusien gedreht, in der Nähe von Almeria. Waren Sie einmal da?
Ja, ich war da, als Teenager. Clint Eastwood hat da gedreht und viele andere berühmte Schauspieler. Das Video von „Lovers on the Sun“ hat diesen Vibe. Es ist eine Ehre für mich, dass Ray Liotta darin mitspielt, ich liebe diesen Schauspieler.

Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?
Ehrlich gesagt, denke ich, dass insgesamt das Arbeitsethos das Geheimnis meines Erfolgs ist. Was die Geheimnisse meiner Hits angeht, kann ich aber nicht weiterhelfen - ich weiß es schlicht nicht. Ich arbeite gerade an einem neuen Album, und ich raufe mir die Haare, weil ich nie abschätzen kann, ob ein Song ein Hit wird oder nicht. Es ist verrückt, dass die Leute denken, ich hätte ein Rezept dafür, aber das habe ich leider nicht. Das Leben wäre mit einem solchen Rezept leichter.

Vielleicht ist Teil des Erfolgsrezepts auch, dass Ihre Musik Gefühle transportiert - anders als viele andere elektronische Beats?
Das freut mich, dass Sie das heraushören. Ich versuche wirklich sehr, Gefühle in Tanzmusik zu packen. Mein erster Hit war „Love Don’t Let me Go“, darin ging es ums Tanzen und Weinen. Mein Ziel war es immer, die Menschen dazu zu bringen, mit Tränen in den Augen zu tanzen.

Eine Zeile in Ihrem neuen Hit lautet „let’s enjoy the ride“, also übersetzt etwa „genieß das Abenteuer“. Könnte das auch ein Lebensmotto sein?
Das ist aber eine tiefgründige Frage. Ja, ich hatte bisher viel Erfolg, dafür bin ich sehr dankbar. Aber mir wird immer klarer, dass gar nicht der Erfolg selbst für mich die größte Freude ist, sondern der Weg dorthin. Je näher du deinem Ziel kommst, desto mehr freust du dich. Ich versuche, das Leben und jeden Moment zu genießen, was mir aber nicht immer leicht fällt.

Vor kurzem haben Sie das Bild eines männlichen Fans bei Facebook gepostet, der sich in Ekstase getanzt und dabei komplett ausgezogen hat. Das war schon etwas verrückter als normal, oder?
Das war so lustig! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass der wirklich so weit gegangen ist. Es kommt oft vor, dass Frauen mir mal ihren nackten Busen zeigen, aber dass sich der Kerl wirklich nackt ausgezogen und vor die ganze Menge gestellt hat … Es ist schon irre, wenn jemand so ausflippt und es ihm völlig egal ist, wie viele Menschen um ihn herum stehen. Ich liebe das, wenn jemand beim Partymachen alles um sich herum vergisst.

Was macht Ihnen mehr Spaß: als DJ auf der Bühne zu stehen oder im Studio einen neuen Track einzuspielen?
Der aufregendste Moment ist, wenn ich als DJ auflege und das erste Mal meinen neuen eigenen Track spiele. Wenn die Masse dann das erste Mal die Liedzeilen mitsingt, dann macht mich das high, dafür brauche ich keine Drogen. Das ist verrückt, wenn die Leute das erste Mal einen Song mitsingen, den ich mir ausgedacht habe. Das ist unglaublich. Daher brauche ich beides, glaube ich.

Sie haben mit vielen Stars zusammengearbeitet, von Katy Perry bis Snoop Dog. Mit wem würden Sie denn gern einmal zusammenarbeiten, mit dem Sie das noch nicht haben?
Es wäre irre gewesen, einmal mit Michael Jackson zusammenzuarbeiten. Aber dafür ist es leider zu spät.

Dirk Steinmetz