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VOLLBLUTMUSIKER: Tom Black auf der GOP-Bühne.© Behrens

Porträt

Tom Black mit „Sexy Eis“ auf die großen Bühnen

In der aktuellen GOP-Show liefert Tom Black (53) die Musik für die rasanten Varieté-Nummern „Lovely Bastards“: Der Gitarrist aus Peine stand schon mit großen Stars auf der Bühne - und hat immer wieder neue Pläne.

Die Sonnenbrille, die er auf der Bühne trägt, ist nur Show. Wäre aber gar nicht nötig. Denn wenn Tom Black (53, wuchs als Thomas Hopf in Peine auf) mit seinen Bandkollegen von den Funky Jazzholes in der GOP-Show „Lovely Bastards“ loslegt, merkt man sofort, dass der Gitarrist eine coole Socke ist. Black, der sich so nennt, weil sein langjähriger Partner im Duo „New York, New York“ Scott White hieß, hat schon auf vielen Bühnen gespielt. Auf ganz kleinen privaten und auf denen richtig großer Stars.

Im Alter von zwölf Jahren brachte der Peiner sich das Gitarrespielen bei. Mittlerweile gibt er selbst Unterricht. „Musik ist Kommunikation“, sagt er, „deshalb rate ich meinen Schülern immer, sich eine Band zu suchen und vor Publikum aufzutreten.“ Es ist ein Ratschlag, den er selbst befolgt hat.

Nach dem Abitur zog es ihn nach Berlin. „Ich studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaften“, verrät der Jazzmusiker. Nebenbei spielte er in drei Bands - und startete mit 27 Jahren neu durch, er wechselte zum Musikstudium. Das Berlin der 80er hat ihn geprägt. „Ich war in der linken Szene unterwegs, habe in besetzten Häusern geschlafen und in Clubs wie dem ,Quasimodo‘ gespielt“, erzählt Black, „das war eine irre Zeit.“

In der Band Gossip musizierte er zehn Jahre an der Seite von Schlagzeuger Florian Dauner (trommelt mittlerweile für Die Fantastischen Vier). Black wird fast melancholisch, wenn er an die alten Zeiten zurückdenkt: „Gossip war mein Baby.“ Black liebt Jazz. Umso überraschender ist es, dass er seine größten Erfolge mit Blödelmusiker Bürger Lars Dietrich (43) feierte. 1996 landete der Entertainer mit „Sexy Eis“ den Sommerhit - es folgten Touren und Festivals, einmal spielte Black vor 48 000 Menschen - und hatte amüsante Erlebnisse: „Bei einem Aufenthalt in Freiburg fragte mich ein Mädchen im Hotel, ob N’Sync auch dort übernachten“, erinnert sich Black schmunzelnd, „ich hatte keine Ahnung, wer das sein sollte.“ Am folgenden Tag ging es für den Tour-Tross weiter nach Bern. „Ein kleiner blond gelockter Junge setzte sich im Bus neben mich und stellte sich als Justin Timberlake vor“, so Black. Erst später wurde Black klar, dass er es mit dem heutigen Superstar zu tun hatte. Popmusik ist eben nicht sein Genre.

Hip-Hop liegt dem Vollblut-Musiker schon eher. „Die elektronische Musik der 80er fand ich fürchterlich“, gesteht er, „in den 90ern kam mit Hip-Hop Rhythmus in die Songs zurück.“ Mit US-Sängerin Kelly Rowland (35), die damals mit Destiny’s Child durchstartete, spielte er auch ein paar Konzerte. Ebenso mit Samtstimme Xavier Naidoo (44). „Ich war einfach ein paar Mal zur richtigen Zeit am Telefon“, sagt Black und klingt fast so, als seien ihm die bekannten Namen peinlich.

Seine Zukunftspläne? „Mit zwei ehemaligen Bandkollegen werde ich Filmmusik schreiben und aufnehmen“, verrät Black, der auf französische Filme aus den 60ern steht. „Ich probiere gern unterschiedliche Sachen aus“, sinniert er, „wahrscheinlich hält mich das davon ab, auf einem einzigen Gebiet richtig gut zu werden.“

Dieser Musiker stapelt gern tief!

NPVISITENKARTE

Geboren am 22.01.63. Black wuchs als Thomas Hopf in Peine auf, ging 1983 zum Studieren nach Berlin. Sein Lieblingsinstrument ist der Kontrabass, obwohl er es selbst nicht beherrscht. Mit seinem Musikerkollegen Scott White bildet er das Jazz-Duo „New York, New York“. Er spielte mit Superstars wie Kelly Rowland und deutschen Top-Musikern wie Xavier Naidoo. Trotzdem fühlt er sich auf den kleineren Bühnen zu Hause.

VON JANINA SCHEER

Liebenswerte „Bastards“ im GOP

„Let me Entertain you“ von Robbie Williams ist der Auftaktsong der aktuellen GOP-Show „Lovely Bastards“. Ein mitreißend inszeniertes Versprechen: Andreas Wessels, Aron Eloy und Daniel Reinsberg sind echte Entertainer im abwechslungsreichen Mix aus Comedy, Akrobatik und Zaubershow. Ihr Anspruch: Sie wollen das neue Rat-Pack sein. Unterstützung be-kommt das Trio von Tänzerin Vita Radionowa, die Ukrainerin meistert ihre rasante Hoola-Hoop-Nummer auf Glitzer-Stiefeln mit Zehn-Zentimeter-Absätzen. Wessels beweist ebenfalls sportliches Geschick, wenn er Bälle und Blechtonnen über die Bühne wirbelt. Er hat aber auch ein paar richtig gute Angebertricks für die nächste Party auf Lager: Wer ein Streichholz von hinten durch seine Beine wirft, mit dem Mund fängt und damit eine Zigarette anzündet, dem ist die Aufmerksamkeit sicher. Ein Rätsel bleibt, wie er diese akrobatische Darbietung in einer hautengen Hose vorführen kann. Daniel Reinsberg führt mit breitem Grinsen und viel Humor durchs Programm. Als Bauchredner haben der Wahl-Berliner mit äthiopischen Wurzeln und Königspinguin Scholli das Publikum sofort auf ihrer Seite. Der freche Vogel mit Wollmütze und geringer Konzentrationsspanne sorgt für viel Gelächter. Viel zu schnell ist die zweistündige Show vorbei. Die liebenswerten „Bastards“ haben hochkarätige Unterhaltung geboten.

Bis 11. September läuft die Show im GOP (Telefon 0511/30 18 67 10). Tickets kosten zwischen 15 und 44 Euro, NP-Leser bekommen mit Abo-Plus-Pass Rabatte gutgeschrieben. www.variete.de


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