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Marc Theis (li.) und NP-Redakteur Zoran Pantic mit dem neuen Hannover-Buch.© Dröse

Porträt

Theis und Pantic haben Hannover neu entdeckt

Es gibt Orte in Hannover, die kaum jemand kennt. Und Geschichten, die noch niemand erzählt hat. Fotograf Marc Theis (62) hat beides in seinem Buch „Das andere Hannover“ vereint. Ein spannender Einblick hinter Türen, die sonst verschlossen bleiben.

Hannover. Die bunten Nanas, das prächtige Rathaus und die herrschaftlichen Herrenhäuser Gärten kennt wohl jeder Hannoveraner. Doch in der Stadt gibt es auch Orte, die der Öffentlichkeit gar nicht oder nur schwer zugänglich sind. In die Kabine von Hannover 96 zum Beispiel kann man ja nicht mal eben reinmarschieren. Fotograf Marc Theis (62) hat für seinen Bildband „Das andere Hannover“ einige verschlossene Türen geöffnet. Zusammen mit NP-Redakteur Zoran Pantic (40), der die Texte beisteuerte, spürte er unbekannte Perspektiven und spannende Geschichten auf.

Seit 1983 arbeitet Theis als Fotograf. Vor seiner Linse tummeln sich normalerweise Promis wie die Scorpions, Sterneköchin Léa Linster (60) oder Pop-Diva Beyoncé (34). Auch Beatles-Legende Paul McCartney (73) hätte er gern mal abgelichtet, sagt er. Einmal hätte es fast geklappt - doch der Termin platzte im letzten Moment. „Das finde ich noch heute bedauerlich“, seufzt Theis.

Kunst, Sport und eben die Musik interessieren den gebürtigen Luxemburger. „Da gibt es eine Menge spannende Persönlichkeiten“, erklärt er. Theis macht nicht einfach ein Bild, er macht sich ein Bild von dem Menschen vor seiner Kamera. „Es geht nicht darum, sich als Fotograf selbst darzustellen“, erklärt er, „ich versuche, den Menschen authentisch abzubilden.“ Was für andere das Bildbearbeitungsprogramm ist, ist für Theis das Licht. „Es kann Nasen schmaler oder Gesichter schlanker erscheinen lassen“, sagt er, „viele vergessen heutzutage, was Licht alles kann.“

Wenn er keine Menschen, sondern unbewegliche Objekte fotografiere, ist das eine ganz andere Herausforderung. Dafür sucht er die einzigartige Perspektive, den besonderen Blick auf einen Ort oder Gegenstand. Die Idee, die verborgene Seite Hannovers zu zeigen, ist vor allem aus persönlicher Neugier entstanden. Rund 18 Monate arbeiteten er und Zoran Pantic an dem Buch. Beeindruckt hat ihn jedes Motiv auf seine eigene Weise. „Der Kohletunnel unter Linden war eine irre Entdeckungsreise“, schwärmt er. Auch der Blick in die Mannschaftskabine von Hannover 96 ist eine Rarität. Selbst bei Führungen durchs Stadion ist dieser Bereich normalerweise tabu. Den Besuch im Bunker unter Ricklingen beschreibt er als „spektakuläres Ereignis“. Theis sinniert bereits jetzt über einen zweiten Teil seines Bildbandes. „Ich habe einige Ideen, die ich noch nicht unterbringen konnte“, sagt er, „Hannover lässt sich nicht auf die 17 spannenden Orte in diesem Buch begrenzen.“ Dem ist nicht zu widersprechen.

NPVISITENKARTE

Geboren am  18. April 1953 in Luxemburg. In Hannover begann der diplomierte Grafikdesigner 1983 mit seiner Arbeit als freischaffender Fotograf und Buchautor. 17 Bildbände und 25 Fotokalender hat er bereits veröffentlicht. Mit seinen Arbeiten gewann Theis zahlreiche Preise, wie die Goldmedaille für das beste Farbfoto beim weltgrößten Foto-Wettbewerb „Nikon Contest“. 2010 veröffentlichte er unter dem Titel „Scorpions – Rock ’n’ Roll Forever“ den ersten offiziellen Kunst-Bildband über die hannoversche Rockband, die er auf ihrer Tour begleitet hatte.

INFO

Fotokünstler Marc Theis (links) und NP-Redakteur Zoran Pantic suchten gemeinsam nach Hannovers bislang unbekannten Seiten. Der Bildband „Das andere Hannover“ zeigt die verborgenen Orte der Stadt und liefert spannende Hintergründe. Er ist ab 31. Oktober in hannoverschen Buchhandlungen sowie in NP-Shops, etwa in der Langen Laube 8, erhältlich. 
 Preis: 28 Euro.


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