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Mensch-Hannover Theatermaler Schauerte startet Raketen am Spielplatz Wakitu
Menschen Mensch-Hannover Theatermaler Schauerte startet Raketen am Spielplatz Wakitu
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17:27 10.12.2018
Raketenmäßig: Theatermaler Alexander Schauerte sitzt in der „Südpark“-Kulisse. Sein Kinderbuch in einer schmaleren Version gibt es für 9,60 Euro. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Wer hat nicht schon mal auf dem Rücken im Gras gelegen und sich aus Wolken Figuren fantasiert? Das macht auch die Maus auf dem Eilenriede-Spielplatz Wakitu – sie sieht eine Waffel Vanilleeis. Und versucht mit dem Schwung der Schaukel an die Köstlichkeit zu kommen. Aber da hilft auch der „1, 2, 3, Raketenstart“ mit Hilfe von Hase, Igel und Frosch nicht.

„1, 2, 3, Raketenstart“ – mit diesem Kommando schubst Alexander Schauerte (39) auf dem Lister Kult-Spielplatz seine Söhne Finn (5) und Leon (2) auf der Schaukel an. „Man muss ja einen Spannungsbogen aufbauen“, sagt der Vater mit einem verschmitzten Grinsen. In seiner Elternzeit fing der Theatermaler an, um den Spruch herum eine Geschichte zu reimen und zu illustrieren. „Die Idee trage ich schon lange mit mir herum.“ Eigentlich ein privates Projekt für seine Jungs und enge Freunde – jetzt sind schon 500 Stück im Eigenverlag verkauft oder vorbestellt.

Könnte am schelmisch vermittelten Lokalkolorit der Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt liegen: „Man sieht an einer Stelle die Skyline von Hannover“, sagt Schauerte. Knusperhäuschen, Matschmaschine und Röhrenrutsche werden Wakitu-Fans ebenfalls erkennen.

Veröffentlicht hat Schauerte das Buch unter Pseudonym. Was steckt hinter dem Name Karla Asten? „Ich bin Sauerländer“, erzählt der 39-Jährige, der seit 15 Jahren in Hannovers Oper Bühnenbilder malt (zum Beispiel für den Opernball am 1. und 2. März unter dem Motto „Roaring Twenties“). Aufgewachsen ist er in einem Dorf mit neun Häusern, „ich bin ein richtiges Landei“. Mit emotionaler Bindung zu dem Landstrich, deren Bewohnern man nachsagt, sie seien eher spröde. Der Kahle Asten ist einer der höchsten Berge der Region. „500 Meter. Naja, eher ein Hügel“, rückt Schauerte zurecht.

Gemalt hat er schon als Kind, die „Masters of the Universe“ waren seine Helden. „Ich wollte Comiczeichner werden.“ Geworden ist er dann erstmal Kfz-Mechaniker, merkte aber, dass dieser Beruf nicht die Erfüllung sein würde. Heute ist er „Theatermaler“ – in den Hallen der Probebühne des Staatstheaters in Bornum gehört er zu dem Team, das für Inszenierungen die Skizzen der Bühnenbildner im großen Maßstab umsetzt. „Wir malen auf dem Boden“, erklärt der 39-Jährige.

Die großflächigen „Prospekte“ werden dabei auf den Boden gepinnt, gemalt wird quasi aus der Vogelperspektive – mit sehr langen Pinseln. Und akribischem Blick. „Wir überlegen, wie wir die Vision des Bühnenbildners umsetzen.“ Als Ausstattungsleiter für das Kinderfest der Oper hat sich Schauerte vor einigen Jahren am Märchenthema ausgetobt, für die Inszenierung von „Tintenherz“ im Schauspielhaus entwarf er zusammen mit Kollegen riesige Bücherwände, sägte die Schmöker aus Styropor und staffierte sie aus. Mit Liebe fürs Detail: „Wir hatten den Ehrgeiz, uns für die Buchrücken möglichst kuriose Titel auszudenken.“

Dass Schauerte seinen Traumberuf ausüben kann, hat er seinem Talent zu verdanken – sein Auftreten beim Vorstellungsgespräch für die Ausbildungsstelle am Schauspielhaus Düsseldorf wird es nicht gewesen sein. Der Sauerländer erinnert sich mit Grauen: „Ich hatte bei einem Freund in Düsseldorf übernachtet und mich morgens ausgesperrt.“ Die Folge: zwei Stunden Verspätung, keine Arbeitsklamotten dabei, keine Mappe mit Referenz-Arbeiten. „Und auch noch ein blaues Auge von einer Kneipen-Auseinandersetzung“, erzählt der 39-Jährige.

Seit 15 Jahren arbeitet er in Hannover, auch sein nächstes Buch soll Bezug zur Stadt haben. „Ich habe viele Ideen“, gibt er sich geheimnisvoll. Das Problem sei aber der Zeitspagat zwischen Job und Familie. Und der eigene Perfektionismus. „Ich habe auf dem letzen Meter noch in allen Bildern den Hasenkopf geändert“, sagt er über seine „Raketenstart“-Helden.

Deren Spielplatz-Abenteuer endet übrigens mit einer Erkenntnis, die man Kindern gerne vermittelt: „Mit Freunden ist das Leben einfach wunderbar.“

Karla Asten: „1, 2, 3, Raketenstart“, Epubli, 36 Seiten, 9,60 Euro. Hugendubel, Decius und Leuenhagen & Paris führen das Buch.

Von Andrea Tratner

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