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FEUCHTES KÜSSCHEN: Susanne Born hat ihren drolligen Podenco Maneto Guillaume aus Andalusien gerettet. © Dröse

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Porträt

Susanne Born ist eine Weltbürgerin aus Hannover

Nicht nur auf dem Gebiet Reiseführer ist Susanne Born (60) Expertin: Die Journalistin und PR-Frau von der Rennbahn auf der Bult kennt sich so gut mit Tieren aus, dass sie nun das Fachmagazin „Vollblut“ leitet - und einen eigenen Hengst ins Rennen schickt!

Sie mag es, freie Hand zu haben, Inhalte selbst zu bestimmen, Akzente zu setzen. Und wenn es sein muss, auch mit Traditionen zu brechen. Deshalb hat Susanne L. Born (60) nicht lange überlegt, als sie gefragt wurde, ob sie Chefredakteurin des Magazins „Vollblut“ werden will. „Die erste Ausgabe war ausverkauft“, sagt sie, nippt im Lister „Treibhaus“ zufrieden an ihrer Cola und lacht. Nur drei Hefte hat sie noch, die gibt sie aber auch nicht her.

Die Frau aus der List hat mehr Lifestyle-Themen und deutlich mehr Geschehen aus der Szene in das Magazin gebracht, das alle Galopprennpferdbesitzer in Deutschland erreicht. Ihr Fazit: „Es sieht jetzt deutlich frischer aus.“ Frisch ist irgendwie das passende Wort in Bezug auf Susanne Born. Unterhält man sich mit ihr, wird man gleich angesteckt von ihrer Spritzigkeit, ihrem kosmopolitischen Denken, ihrer Offenheit. „Deutschen wird ja so eine Neidkultur nachgesagt, das ist aber gar nicht mein Ding“, sagt sie von sich und schiebt sich die Sonnenbrille von der Nase ins blonde Haar. Ihr Ding ist es viel mehr, „Leute zu ermutigen zu wachsen. Nicht nur beruflich, sondern auch seelisch und geistig.“

Vielleicht ist diese Einstellung durch ihre vielen Reisen rund um den Globus gewachsen - insbesondere die USA haben es ihr angetan: „Im tiefsten Herzen bin ich Amerikanerin, ich weiß gar nicht, warum. Nicht weil ich cool sein will, sondern weil ich mich als Weltbürgerin empfinde.“ Der Kontinent war auch ihr erster Anlaufpunkt, nachdem sie ihr Studium (Soziologie, Romanistik, Germanistik und Politikwissenschaften) geschmissen hatte - in der letzten Phase! „Ich war Ende zwanzig und wollte ein Buch schreiben.“ Ganz einfach. Dass es ein Reiseführer über Florida werden würde, hätte sie auch nicht gedacht. Mittlerweile hat Born zwölf Travel-Guides (etwa über Hawaii, San Francisco, Chicago) geschrieben und sogar selbst verlegt. Ganz aktuell ist ein Bildatlas aus dem Hause Dumont, „Südengland: Von Cornwall bis Kent“, den es nun in dritter Auflage gibt. Wie man journalistisch arbeitet, weiß Born: Sie hat mal einen Reisebuchverlag besessen, war Hörfunk-Korrespondentin für den NDR und arbeitete sogar für die Madsack-Heimatzeitungen.

Wegen ihrer sehr guten Kenntnisse in Sachen Galoppsport wurde Rennbahn-Chef Gregor Baum (49) auf Born aufmerksam. „Mein Opa hatte nach dem Krieg ein Wettbüro in der List, ich habe mich lange mit dem Sport beschäftigt“, so Born. Vor allem: „Ich verstehe die Materie und kann sie gut vermitteln.“ Deshalb arbeitet sie nun seit zehn Jahren als Pressesprecherin auf der Bult: „So spannt sich der Bogen wieder zurück in meine Jugend.“

Und wer weiß, vielleicht landet sie auf der Rennbahn bald selbst einen sportlichen Erfolg: Ihr Hengst Landslide soll im Spätsommer zum ersten Mal an den Start gehen, das Vollblut ist derzeit im Training. „Aber er guckt gerade sehr viel den Mädels hinterher“, weiß die PR-Expertin aus dem Stall zu berichten. Sie grinst: „Ich habe ihn selbst gezüchtet. So was macht man nur einmal im Leben.“ Vielleicht ist ihr Landslide so erfolgreich, dass sie mit ihm zu den großen Turnieren der Welt jetten kann. Würde irgendwie passen.

NPVisitenkarte

Geboren am 29. November 1955 in Hannover. Das „L“ in ihrem Namen steht für Lina, „meine Omma, meine Heldin. Sie war erste weibliche Chefköchin bei Adligen“. Born wuchs in der List auf und besuchte die Käthe-Kollwitz-Schule. „In Sport hatte ich immer eine Eins, in Religion eine Sechs.“ An der Leibniz-Uni studierte sie, brach aber für einen langen USA-Aufenthalt das Studium ab. Sie lebte in Florida und Kalifornien – verwirklichte ihren größten Traum. Als Pressesprecherin auf der Bult ist sie vielen ein bekanntes Gesicht, besonders mit der dunklen Sonnenbrille. Born kocht gern, „am liebsten mediterran und französisch angehaucht“.


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