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Mensch-Hannover Stefanie Heinzmann: Ein Bergkind rockt am Maschsee
Menschen Mensch-Hannover Stefanie Heinzmann: Ein Bergkind rockt am Maschsee
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15:43 03.08.2018
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Frau Heinzmann, wenn Sie die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lassen, was kommt Ihnen da so in den Sinn?
Das ist hart, in der Zeit sind so viele Dinge passiert. Ein Höhepunkt war sicherlich die Tatsache, dass ich mit 18 diese Sendung gewonnen habe. In meinen kühnsten Träumen habe ich nicht damit gerechnet, dass ich das durchziehen und Musikerin werden darf! Weitere Highlights waren Konzerte, die ich gespielt habe. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches das Tollste gewesen ist, ich habe gerade echt viele Bilder im Kopf (lacht).

Dann schauen Sie doch bitte mal genau hin.
Vor drei, vier Jahren bin ich bei uns im Wallis beim Open Air Gampel aufgetreten, das ist eine Viertelstunde von mir entfernt. Und da geht wirklich jeder von hier hin! Als ich auf der Bühne stand, habe ich sie alle gesehen: Die Lady aus der Bäckerei, Leute, die mit mir zur Schule gegangen sind. Dass war wirklich ein krasser Moment, in dem mir bewusst geworden ist, wo ich gerade stehe. Das war ein so besonderer Augenblick, dass ich erstmal heulen musste.

Und was ist mit schlechten Erfahrungen?
Da muss ich gleich an zwei Operationen denken: Erst die am Rücken, dann einen Monat später die an den Stimmbändern. Ich musste meine Tournee absagen, einer der schwersten Momente überhaupt. Im Nachhinein eine absolut richtige Entscheidung, da ich mich um mich gekümmert habe. Ich hatte meine Stimme komplett überarbeitet und überfordert. Auch den Bandscheibenvorfall, den ich übrigens an dem Tag meines Casting-Sieges erlitten hatte, habe ich nicht richtig ernst genommen.

Haben Sie eigentlich noch Kontakt zu Ihrem Entdecker Stefan Raab?
Ich rufe jetzt nicht dreimal die Woche an, aber wir hören sporadisch voneinander, gratulieren uns zum Geburtstag. Ich rechne es ihm immer noch sehr hoch an, dass er mir das Ding geebnet hat und mich dann meine eigene Sache hat machen lassen.

Was würde Stefanie Heinzmann heute machen, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte?
Ich habe keinen blassen Schimmer, ich wollte alles und nichts werden (lacht). Mal war es was mit Tieren, bis festgestellt wurde, dass ich so ziemlich gegen alles allergisch bin. Mit 16 wollte ich dann Bestatterin werden, habe aber ganz schnell gemerkt, dass mir das dann doch zu traurig wäre. Der letzte Plan war, nebenbei zu singen und Sekretärin zu werden. Ich wollte in ein Büro, Buchhaltung kann ich echt ganz gut.

Mit der Coverversion von „Unforgiven“ haben Sie einen Hit gelandet. Haben Sie Metallica eigentlich jemals getroffen?
Das Tolle an Metallica ist, dass sie jedes Cover persönlich freigeben. Als das mit meiner Version passierte, wusste ich also: Scheiße finden sie es schon mal nicht. Und in Berlin hatte ich tatsächlich mal die Gelegenheit, den Schlagzeuger Lars Ulrich zu treffen. Ich war 19, 20 und sowas von aufgeregt, konnte gar nicht so gut Englisch und mir war einfach nur schlecht. Er hat sich aber professionell um mich gekümmert und mir versichert, wie toll er das findet.

Bei Kika saßen Sie bei „Dein Song“ in der Jury – jetzt kümmern Sie sich um den Nachwuchs.
Eigentlich habe ich so meine Mühe mit Kindern im Fernsehen, weil ich finde, dass sie da nicht hingehören. Schon gar nicht sollten sie sich mit anderen vergleichen, sondern ihr eigenes Ding machen. Aber bei diesem Format wird sich um die Kiddies so viel Mühe gegeben, das ist einfach toll. Es geht darum zu vermitteln, dass Songwriting ein Beruf ist, den man erlernen kann.

Sind Sie in der nächsten Staffel denn wieder dabei?
Ich würde so gerne, aber unsere Terminkalender sind leider kollidiert. 2019 sind einige Reisen, Shows und die Veröffentlichung meines neuen Albums geplant, ich schaffe es nicht. Sollte sich die Chance zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal  ergeben, liebend gerne.

Die meisten Songs für die Platte sind schon fertig, spielen Sie den ein oder anderen vielleicht auf dem Maschseefest?
Nach drei Wochen Urlaub, die ich gerade hatte, wäre das leider etwas zu spontan (lacht). Ich halte die Songs lieber noch ein bisschen zurück. Außerdem bin ich gerade auf Jubiläumstour, da spiele ich sehr gerne auch die älteren Lieder.

War es im Urlaub auch so heiß?
Nein (lacht). Ich war in Norwegen und habe es tatsächlich auf den höchsten Berg geschafft. Die Landschaft dort ist einfach super, Städtereisen sind nicht so mein Ding. Ich war einen Tag in Oslo und dann war auch gut (lacht). Als Bergkind bin ich echt gerne in den Bergen.

Wir haben hier keine, dennoch waren Sie oft da.
Stimmt, ich habe viele Konzerte bei euch gespielt, war auf Radiotour. Ich hatte immer eine gute Zeit. Wobei mir auffällt, dass ich nie so richtig Gelegenheit hatte, mal durch die Stadt zu schlendern.

Könnten Sie am Sonnabnend ja machen.
Liegt der Maschsee denn zentral?

Zentraler geht es nicht.
Dann bestimmt. Ich bin ja ein relativ unauffälliger Mensch, da geht das sicher gut (lacht).

Naja, unauffällig ist relativ, seit einiger Zeit sind Sie platinblond. Wie kam’s?
Mein Friseur, mit dem ich gut befreundet bin und der mir auch schon mal die roten Haare verpasst hat, hatte die Idee. Erst dachte ich, er will mich mit dem Vorschlag verarschen. Mir ist die Vorstellung dann aber nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Jedenfalls habe ich ihn beim nächsten Besuch gebeten, seine Idee umzusetzen.

Von Mirjana Cvjetkovic

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