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Mensch-Hannover Sonja Baum - vom Teestübchen inspiriert
Menschen Mensch-Hannover Sonja Baum - vom Teestübchen inspiriert
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18:05 04.05.2015
LIEBLINGSORT: Seit ihrer Kindheit ist Sonja Baum Fan des Teestübchens. Das Traditionslokal in der Altstadt von Hannover inspirierte sie zu ihrem Debüt. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Grüne Lampenschirme, dunkle Holztische, schummriges Licht: Wer den Roman „Am Tresen lauert die Gefahr“ von Sonja Baum (36) liest, dem könnte das Ambiente von Harrys Bar (dort spielt sich die Geschichte größtenteils ab) ziemlich bekannt vorkommen - zumindest den Hannoveranern. Denn die studierte Molekularbiologin ließ sich für ihre fiktive Bar vom Teestübchen am Ballhof inspirieren.

Das Traditionslokal ist immer noch einer der Lieblingsorte der gebürtigen Hannoveranerin, die seit 2004 in Hamburg lebt. „Ich bin quasi damit aufgewachsen, schon mein Papa war Fan. Ich habe die Tradition übernommen“, sagt sie und lacht. Und für einen Käsekuchen-Junkie wie sie gibts auch kaum einen besseren Ort als das urige Lädchen von Betreiberin Josephine Bohnecke (29). Heute hat Sonja Baum aber zur Abwechslung mal das Backwerk des Tages gewählt: Rhabarberkuchen. „Auch köstlich“, schwärmt sie. Dazu natürlich Tee: „Eigentlich immer Jasmin- oder Grüner Tee.“

Die dreifache Mama (Leo, 6, Mia, 4, Leni, 1) ist noch oft in der alten Heimat. Ihre Eltern wohnen in Ramlingen. In dem 550-Seelen-Dorf (gehört zu Burgdorf) wuchs sie auch auf, in Hannover sang sie über zehn Jahre im renommierten Mädchenchor. „Ich packe oft meine Kinder ins Auto, gebe sie bei meinen Eltern ab und habe dann ein bisschen Freiraum für mich“, sagt die Schriftstellerin, die viele Freunde in Hannover hat.

Ihr Erstlingswerk hat übrigens noch mehr Verbindungen zum Teestübchen. Es basiert auf einer „Begegnung mit einer etwas verrückten Nachbarin, die so sonderbar war, dass ich sie aufschreiben musste“ - und diese Szenerie spielte sich vor gut 15 Jahren zwei Stockwerke über dem Traditionslokal ab, wo die 36-Jährige ein paar Monate eine Wohnung hatte („kleine Auszeit vom Studium in Heidelberg“). Dann blieb die Geschichte erst mal liegen. „Wie das dann manchmal so ist“, erzählt sie und zuckt mit den Schultern.

2007 fiel sie ihr dann zufällig wieder in die Hände. Da arbeitete das Multitalent bereits in Hamburg als freie Wissenschaftsjournalistin für das Magazin „P.M.“ und die „Financial Times Deutschland“ („der perfekte Brückenschlag zwischen meinem Molekularbiologie-Studium und dem Schreiben“). Ursprünglich sollte eine Kurzgeschichte daraus werden, die schreibt die Wahl-Hamburgerin schon, seit sie 15 war. In der alten Heimat präsentierte sie ihre Texte schon beim Poetry-Slam im Gig in Linden und dem Kanapee in der List. „Durchs Tagebuch bekam ich Lust auf mehr“, erinnert sich Baum an die Anfänge. Doch sie merkte, dass dieses Mal aus der Anekdote mehr werden könnte: ein Roman. „Aber dann kamen noch meine Kinder dazwischen“, erklärt sie. Da rückte das Schreiben in den Hintergrund. Logo!

Umso mehr freut sie sich, dass ihr Debüt 2014 endlich fertig wurde. Worum gehts eigentlich? „Um Harry, der jeden Abend in seiner Bar an der Theke sitzt, auf eine bestimmte Frau wartet und dabei von jeder Menge zwielichtiger Gestalten abgelenkt wird“, fasst sie zusammen. Klingt ein wenig surreal. „Stimmt.“ Sie grinst. In ein Genre lässt sich das Buch auch nicht stecken. „Ein Kneipenroman mit kriminalistischen Zügen oder so“, laviert die 36-Jährige charmant herum. Wer sich selbst ein Urteil bilden will: Die zierliche Frau mit den braunen Augen liest heute ab 20 Uhr in Hannover (Eintritt frei). Natürlich im Teestübchen. Wo sonst?

Mehr im Internet unter www.sonja-baum.de

Jana Meyer

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