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Mensch-Hannover So selbstbewusst ist die neue Miss Hannover
Menschen Mensch-Hannover So selbstbewusst ist die neue Miss Hannover
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00:18 30.09.2017
Tolle Ausstrahlung: Ioanna Palamarcuk ist keine Miss wie jede andere. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Es sind die Augen! Sie schimmern und funkeln in einem ganz eigenen Farbton zwischen Grün und Blau, die dichten Wimpern bilden einen sanft geschwungenen Kranz, in den Augen der aktuellen Miss Hannover kann man sich verlieren. Dabei musste Ioanna Palamarcuk (feierte Mitte September 17. Geburtstag) Kritik, Schmähungen, fiese Kommentare einstecken. Denn die Zehntklässlerin ist keine klassische Miss mit blonder Wallemähne – sie trägt die Haare raspelkurz. Und das mit Stolz. „Die bleiben so“, sagt sie mit Blick auf die Wahl zur Miss Niedersachsen im Januar.

Palamarcuk ist 1,75 Meter groß, wiegt 55 Kilo, hat eine schlanke, durchtrainierte Figur. Auf dem Laufsteg in der Ernst-August-Galerie zog sie die Blicke der Jury-Mitglieder auf sich – im Internet die Hasskommentare. „Chemostyle“ schimpften Menschen in sozialen Netzwerken, Palamarcuk wurde als „hässlich“ bezeichnet. „Man sieht, wie sie strahlt“, findet hingegen Olando Amoo (schon lange 39), der Hip-Hop-Choreograf ist eine Art Mentor für die 17-Jährige, die erst seit neun Monaten in seinem Studio tanzt. Aber der Funke habe gleich nach der zweiten Probestunde gezündet. „Ich habe Potenzial und Zielstrebigkeit in ihr gesehen. Kampfgeist ist beim Tanzen unbezahlbar.“ Die neue Frisur war auch seine Idee. „Mit Glatze bist du schön“, versuchte der Mann, der auch Models scoutet, die Schülerin zu überzeugen.

Ganz so weit ging Palamarcuk dann doch nicht. Neun Millimeter oben und vier Millimeter an den Schläfen sollten stehen bleiben. „Auf dem Friseurstuhl hatte ich aber erst mal Panik“, gesteht die junge Frau, die ihre schulterlangen Haare aber immer schon für „zu fusselig“ hielt. Als Siebenjährige fing sie mit Lateintanz an („Kindertanz war mir zu kindisch“), mit ihrem Parkett-Partner Alexander Kopka (21) erkämpfte sie neun Jahre lang immer wieder Spitzenplätze bei Turnieren in Norddeutschland. „Der Latein-Look ist auch krass“, erinnert sich Palamarcuk. Straff nach hinten gekämmte, gegelte Haare, extremes Make-up, viel Haut, jede Menge Bräunungscreme. „Das war immer eine schmierige Angelegenheit“, die 17-Jährige schüttelt sich.

Nun tanzt sie Hip-Hop. „Das war eher ein Zufall“, erzählt die Miss. „Ich habe nur eine Freundin zur Probestunde begleitet. Ich war sicher, dass Hip-Hop nicht meine Welt ist.“ Nun ist sie es doch. Vom Fleck weg landete sie in Olando Amoos Tanz-Crew, reiste vor einigen Wochen sogar zur Internationalen Championship nach Las Vegas.

Wie ist sie auf die Idee gekommen, sich bei der Miss-Hannover-Wahl zu bewerben? „Das war ganz spontan, ich hatte mir das Donnerstag erst überlegt.“ Sonnabend trug sie das Krönchen, das auf ihrem Kopf hin und her rutschte, weil es keinen Halt fand. Nervös war sie nicht. „Am Strand trage ich ja auch Bikini“, sagt sie leichthin. Außerdem sei sie es von Tanzturnieren gewöhnt, von einer Jury beurteilt zu werden. „Latein ist hart, man muss auf winzige Kleinigkeiten achten, Spannung mit dem Partner aufbauen.“ Nur eines sei bei der Misswahl anders gewesen: „Tanzen kann man trainieren. Aber bei der Wahl kam es darauf an, ob die Leute mich mögen.“

Ralf Klemmer (52) von der Miss Germany Corporation war beeindruckt: „Ein Look, den man nicht vergisst“, schwärmte der Mann, der wie kaum kein Zweiter in Deutschland Schönheit einschätzen kann.

Palamarcuk, die in Mühlenberg wohnt und die Bertha-von-Suttner-Schule in der Südstadt besucht („Meine Noten sind ganz gut“), bleibt trotzdem auf dem Boden. „Ich wollte immer nur tanzen, in meinem Leben dreht sich alles um Tanz“, sagt die junge Frau, die dreimal die Woche trainiert und zusätzlich im Fitness-Studio Gewichte stemmt. „Mal schauen, wohin mein Weg mich führt.“

Von Andrea Tratner

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