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Mensch-Hannover So räumt Hannovers "Firmenretter" auf
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00:15 30.12.2012
ER RETTET KLEINE FIRMEN: Raimund Milz hat sich beim Casting gegen 500 Bewerber durchgesetzt. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Raimund Milz ist ein jovialer Typ, dazu ein lebenserfahrenerMensch. So war der 53-Jährigelange Manager in Konzernen wie der Postbank oder Visa. Doch so einen heruntergewurschtelten Kraut- und Rübenladen wie den „Schwarzmarkt“ in Duisburg hat selbst Milz noch nicht begutachtet. Und so muss er, der sonst so geschmeidig-freundliche Unternehmensberater, strenge Worte an den überforderten Ladenbesitzer Jürgen Altmann richten: „Ich sage Ihnen eines, Herr Altmann: Hoffen und Bangen ist kein unternehmerisches Konzept.“

Knackige Lehrsätze wie dieser waren es, die Milz von seinem geräumigen Dachgeschossbüro in Hannovers Oststadt direkt in seine Fernsehrolle als „Der Firmenretter“ beförderten. In dem Oststadt-Büro bieten er und seine Kollegin Katrin Haake ihre Dienste als „Business-Navigatoren“ an. Seine TV-Abenteuer sind heute und morgen in einer vorerst dreiteiligen Doku-Soap auf ZDF Info zu besichtigen: Raimund Milz schafft zunächst Ordnung beim TrödelhändlerAltmann, modernisiert anschließend einen Friseursalon in Essen und löst einen Vater-Sohn-Konflikt in einer Essener Bäckerei - das Format ist eng angelehnt an Erfolge wie „Die Kochprofis“ oder „Raus aus den Schulden“.

Die Rolle als „Firmenretter“ ist Milz zugefallen, weil er sich im April in einem Casting gegen 500 Konkurrenten durchsetzenkonnte. Der Casting-Agentur aufgefallen waren die „Business-Navigatoren“ durch ihre originelle Homepage (www.business-navigatoren.de), überzeugt hat der Rechtsanwalt durch seine so gar nicht beratertypische Persönlichkeit. „Wir gehen anders an die Dinge heran, nicht als spaßbefreite Schlipsträger“, sagt seine Kollegin Haake. Das bringt der „Firmenretter“ auch gut rüber, findet Robert Bachem, Programmbereichsleiter bei ZDF Info: „Das hat der Herr Milz richtig gut gemacht.“

Der Ansatz klingt menschenfreundlich, erst recht für einen Unternehmensberater, die ja gewöhnlich als kaltherzig bekannt sind. Wichtig sei es, in kriselnden Firmen nicht nur die Chefs, sondern auch die Mitarbeiter zu motivieren. „Wir begleiten Veränderungsprozesse, aber wir müssen die Menschen mitnehmen“, sagt Milz, „Ziel ist es, Euphorie in einem Unternehmen zu implementieren.“ Wunder könne er aber nicht bewirken, er leiste „Hilfe zur Selbsthilfe“: „Wir bringen die Werkzeuge mit, aber der Kunde muss die Werkzeuge selber bedienen.“

Die Firmen, mit denen er in seinen Fernsehfällen zu tun hat, sind eigentlich nicht seine Kragenweite: „Unsere Kunden sind größer“ - meistens mittelständische Betriebe aus Hannover, aber auch große Unternehmen wie die LBS Nord, Sennheiser oder Wabco.

Lust auf eine Fortsetzung hätte Milz in jedem Fall: „Man kann im Fernsehen gut zeigen, dass es Berater gibt, die anders sind.“ Ob es der „Firmenretter“ gar ins ZDF-Hauptprogramm schafft, ist unklar. „Das hängt unter anderem von der Quote in der Zielgruppe ab“, verweist Programmbereichsleiter Bachem auf die üblichen Mechanismen. Derzeit wird beim ZDF darüber nachgedacht, im Wirtschaftsmagazin WISO eine „Firmenretter“-Rubrik einzurichten.

3 „Der Firmenretter“, drei Folgen auf ZDF Info,Freitag ab 9.45 Uhr und 10.30 Uhr, Samstag ab 10.45 Uhr.

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