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GEGENSÄTZE: Simon Licht und "Dr. Klein" (ChrisTine Urspruch) trennen 50 Zentimetern Größenunterschied.

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Interview

Simon Licht - Dr. Klein bringt ihn ganz groß raus

Er ist ab morgen (19.25 Uhr, ZDF) wieder der große Widersacher von „Dr. Klein“. Im Interview mit der NP will Simon Licht (49) aber lieber über andere Dinge reden: seine alte Heimat Hannover, seine große Liebe Theresa und die Entdeckung der Boulevard-Medien.

Herr Licht, Sie leben in Berlin, haben aber eine Hannover-Vergangenheit ...

Meine Mutter lebt immer noch im Zooviertel. Ich bin zwar in der Nähe von Wuppertal geboren, nach einem Jahr zogen wir aber nach Hannover. Mein Vater wurde als Jugendpfarrer dorthin versetzt, wir haben auf dem Lindener Berg gelebt. Die Lichts kommen aus der Lüneburger Heide - ich bin also ein echter niedersächsischer Warmblüter (lacht).

Was verbindet Sie mit Hannover?

Vieles! Schön ist, dass mein Schwiegervater ein Ur-Hannoveraner ist, ein Kleefelder Kind. Zwischen dem Haus meiner Mutter und dem der Schwiegereltern liegen gerade mal 800 Meter. Der Kreis schließt sich, das freut mich unglaublich. Ich habe jetzt die ganze Familie unter einem Hut, das ist so genial.

Dann war die Hochzeit mit Theresa Krentzlin im August also ein doppeltes Geschenk?

Ja, ich bin nach der Trennung meiner Eltern viele Jahre ohne Vater aufgewachsen, mein Schwiegervater hat vier wunderschöne Töchter, aber keinen Sohn. Das hat sich gefunden! Wir waren schon zweimal auf Mallorca segeln - und ich gehe mit niemandem zehn Tage auf ein Boot, mit dem ich mich nicht verstehe.

Wie wichtig ist Familie für Sie?

Sehr wichtig. Ich bin 49, meine Frau 26 Jahre alt. Es ist klar, dass ich jetzt Familie, dass ich jetzt Kinder möchte. Meine Tochter ist heute 25 Jahre alt, sie hat mir gesagt, dass sie es toll fände, kein Einzelkind zu bleiben.

Ich würde gern mit Ihnen über die Serie „Dr. Klein“ sprechen ...

Da sind Sie die Erste (lacht)! Ich habe bestimmt hundert Interviews gegeben - und alle wollten immer nur über meine Hochzeit reden.

... über die es eine Doppelseite im Magazin „Bunte“ zu lesen gab.

Ich sage das ganz ehrlich: Ich finde das toll, ich war jahrelang eher unter dem Radar, obwohl ich viel gearbeitet habe. Diese Berichte sind ein Business-Tool, das ich nutze. Ich brauche das für mein Ego nicht, aber ich bin Pragmatiker. Ich will eine Familie gründen, da kann man nicht nur von Arthouse-Projekten leben.

Dabei wollten Sie Medizin studieren!

Medizin war immer mein Traum! Ich war früher Leistungssportler, Säbelfechter im Bundesleistungszentrum in Tauberbischofsheim. Aber mein ambitionierter Deutschlehrer in Hannover steckte mich in der elften Klasse in die Theater-AG, damit der Licht mal was anderes macht als Sport. Also hab ich den Faust gespielt. Das hat mich sehr beeindruckt. Fechten ist ein Einzelsport, der klar von Konkurrenzgeist dominiert ist. Man steht mit der Waffe in der Hand auf der Planche, da heißt es „Du oder ich“. Aber auf der Bühne zählt die Ensemblearbeit. Ich habe erkannt, dass auch einer neben mir wichtig ist.

Wie kamen Sie zur Bühne?

Ich besuchte einen Freund in Wien, der dort Schauspiel studierte. Und hab aus Jux und Dollerei vorgesprochen - und bin genommen worden. Mit Fechten war dann Schluss, Schauspiel war spannender. Und die Gefahr, Olympiasieger zu werden, war auch nicht groß.

Lief die Schauspiel-Karriere immer so gut?

Natürlich hatte ich auch mal Saure-Gurken-Zeit. Aber ich wusste mir immer zu helfen, ich bin immer auf die Füße gefallen. Als 2004 mal eine Flaute war, hab ich in Spanien das Segelteam eines Freundes gemanagt und per Fernstudium in Hagen Politikwissenschaft studiert. Aber es geht immer wieder aufwärts. Denn ich habe das Handwerk gelernt und bin gut vernetzt. Und ich habe keinen Dünkel!

Gegenüber Soaps zum Beispiel?

2008 hab ich den oscarnominierten „Bader-Meinhof-Komplex“ gedreht - und „Rote Rosen“ für die ARD. Das sind zwei Welten, aber die Soap hat mir auch viel positive Resonanz gebracht. Ich bin ein großer Pragmatiker. Theater, TV-Serien, Fernsehspiel, Kino - ich mache alles.

Welche Rolle spielt „Dr. Klein“?

Ich sags mal ganz flapsig: Das ist eine Serie über Zwerge, Dicke, Schwule, Schwarze (lacht). Meine Rolle als Widersacher von Christine Urspruch ist sehr vielschichtig - und hat, das gebe ich zu, meine Popularität enorm gesteigert. Das merkt man am Feedback auf Facebook und in anderen sozialen Medien, das ist ein Super-Gradmesser und sagt mehr als Einschaltquoten. Deshalb kann ich mir aber auch wieder No-Budget-Filme leisten wie „Dünnes Blut“, den drehen wir im Januar in Berlin - weil das in meinen Terminplan passt.

Jetzt wollen wir aber auch noch Details über Ihre Hochzeit erfahren!

Ich bin 49, ein Scheidungskind, Schauspieler. Verantwortung wollte ich immer nur für mich selber übernehmen. Als ich Theresa kennenlernte, war klar: Ich nehme mein Leben in die Hand, ich will nicht mehr warten. Und: Ich wollte das nach allen Regeln der Kunst durchdeklinieren.Am 24. Dezember habe ich nach dem Kirchgang offiziell beim Schwiegervater um die Hand seiner Tochter angehalten. Am Silvesterabend hab ich Theater gespielt, ich war so nervös, dass ich mit dem Verlobungsring in der Tasche auf der Bühne stand. Kurz nach Mitternacht bin ich dann auf die Knie gegangen. Theresa hat sofort ja gesagt, aber mich gebeten: „Machs nochmal“, weil ihr das alles zu schnell ging. Also hab ich den Antrag in Zeitlupe wiederholt.

NPVISITENKARTE

Geboren am 8. Juli 1966 in Hückeswagen, aufgewachsen in Linden und im Zooviertel, sein Abitur machte Simon Licht in Großburgwedel. Nach zweieinhalb Jahren Schauspielschule in Wien schmiss er für das erste Engagement am Theater Josefstadt hin. Die Arbeit beim Film lernte er von der Pike auf, weil sein Freund Stephan Wagner damals in Wien Film studierte: „Wir haben zusammen drei Grimme-Preise gewonnen.“ Seit 1995 ist Licht im deutschen TV dauerpräsent („Rote Rosen“, „Stromberg“). Im Kino war er zuletzt in „Elser“ zu sehen. Er hat eine 25-jährige Tochter, ist mit Schauspielkollegin Theresa Krentzlin (26) verheiratet und lebt in Berlin.


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