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LECKER: Annette Rieger und Alexandra Vásquez Bea lieben die Lebkuchen nach Oma Lenes Rezept.

LECKER: Annette Rieger und Alexandra Vásquez Bea lieben die Lebkuchen nach Oma Lenes Rezept.
© Rainer-Droese

Genuss

Sie machen Oma Lenes Lebkuchen unsterblich

Sie setzen ihrer Ururoma Lene ein leckeres Denkmal: Annette Rieger (31) und Alexandra Vásquez Bea (34) haben ein 130 Jahre altes Lebkuchen-Rezept aufgefrischt und sich mit dem Produkt selbstständig gemacht. Am 4. November eröffnet ihr Geschäft in der Galerie Luise.

Hannover. Natürlich hat sich über die Jahre ein bisschen was verändert: „Jede Generation hat etwas weggelassen und etwas anderes hinzugegeben. Insbesondere in den vergangenen 30 Jahren wurde an dem Rezept von Oma Lene viel herumgetüftelt.“ Annette Rieger (31) und Alexandra Vásquez Bea (34) sind mit den Lebkuchen der Ururoma groß geworden, haben ihr Leben lang genossen, was zuletzt Riegers Mutter Constanze (49) im heimischen Ofen gebacken hat.

Nun ist den Cousinen nicht nur die Hoheit über die Anleitung zur Herstellung der schmackhaften Happen weitergegeben worden, die Frauen haben sich mit dem Produkt in Pralinenform selbstständig gemacht: „Lenchen – Der Lebkuchen“. „Ich hatte schon länger Lust, etwas Eigenes aufzuziehen“, erzählt Vásquez Bea in ihrem Popup-Store „Hannover. made“ in der Galerie Luise, der am 4. November um zwölf Uhr eröffnet. Die 34-Jährige war nach ihrem BWL-Studium und ihrem Master in Rechtswissenschaften als Bankerin bei der Nord/LB sowie als Unternehmensberaterin tätig, merkte irgendwann, „dass ich keine Lust auf dieses Hamsterrad habe und aus der Mühle raus will“.

Sie suchen lange nach der richtigen Idee

Immer wieder mal schlug sie ihrer Cousine Ideen vor, womit sich die beiden (Rieger studierte Japanologie, ostasiatische Kunstgeschichte sowie Kultur- und Medienmanagement) selbstständig machen könnten. „Ein Teegeschäft vielleicht?“, war nur eine der Visionen, die sie Rieger unterbreitete – und regelmäßig scheiterte. „Haben wir denn nicht irgendwas in unserer Familie?“, überlegten die Zwei bei einem Ausflug am Südufer des Maschsees, als sie die Füße im Wasser baumeln ließen. Da kam es ihnen in den Sinn: „Die Lebkuchen!“

KOSTBARER GENUSS

KOSTBARER GENUSS: Die Packung mit vier Lenchen-Lebkuchen kostet 7,80 Euro.

Quelle: Rainer_Droese

„Meine Mutter war ganz erleichtert, dass endlich mal jemand nach dem Rezept fragt, damit es nicht verloren geht“, erinnert sich Rieger an den Tag (es war ein 21. August, das weiß sie noch genau). Denn eigentlich gab es Oma Lenes Lebkuchen fast nur im Familienkreis, für einige Unternehmer backte Constanze Rieger welche zu Hause in Wernigerode, die dann etwa in Harzer Hotels auf Kopfkissen als kleiner Gruß landeten. Die Mädels stellten sich schließlich die Frage: „Wollen wir das so klein belassen oder Geld und Zeit investieren und Struktur unter das Produkt legen?“ Letzteres war der Fall – sie wollten in das „Endkundengeschäft“ einsteigen.

Der Teig muss fünf Tage gehen

„Es ist sauschwer ein kleines Unternehmen mit kleinem Budget nach vorne zu bringen, da braucht es langen Atem“, sagt Vásquez Bea ganz reflektiert. Ein Jahr wurde von Ersparnissen gelebt. „Es gab in der Zeit ganz viel Gurke, Brot und Wasser“, ergänzt Rieger und lacht.

Mit der Bäckerei Langrehr und Konditormeister Andreas Fischer haben die Unternehmerinnen einen Partner gefunden, wo die Lebkuchen angefertigt werden – jeder einzelne von Hand! „Allein der Teig braucht bis zu fünf Tage, ehe er verarbeitet wird“, so Rieger. Als Topping obendrauf gibt es Mandel, Kirsche, Ingwer und Walnuss (keine kalifornische, sondern aus Frankreich, weil aromatischer). Das handliche Süßgebäck in der Einer- (3,20 Euro), Vierer- (7,80 Euro) und Achterschachtel (14 Euro) wird schließlich in den Hannoverschen Werkstätten verpackt.

FAMILIENGEHEIMNIS

FAMILIENGEHEIMNIS: Ururoma Lene (Mitte) hat 25 Zutaten im Lebkuchen verarbeitet.

Quelle: privat

Ein Pop-up-Store in der Galerie Luise

Mit dem 120 Quadratmeter großen Popup-Store, in dem auch die Macher der Hannoverschen Kaffeemanufaktur und des Hannover-Gins vertreten sind, freuen sich die Gründerinnen auf ein Geschäft, „das Manufakturcharakter hat und ein besonderes Einkaufserlebnis bietet“. Die Kombination aus Lebkuchen, Gin und Kaffee verspricht übrigens noch spannend zu werden: „Mal schauen was man mit den drei Produkten so anstellen kann“, so die „Lenchen“-Herstellerinnen. „Wir wollen jedenfalls das Beste aus Oma Lenes Erbe machen.“ Hier geht es zur Homepage der beiden Lebkuchen-Fans.

Von Mirjana Cvjetkovic