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Die NP traf sich mit Jasmin Wagner am Maschsee.

Jasmin Wagner

Sie funkt immer noch „Herz an Herz“

Die wilden Locken hat sie immer noch, doch ihre Tage als Teenie-Star Blümchen (Megahit „Herz an Herz“) sind lange vorbei:
Jasmin Wagner ist erwachsen, verheiratet – und eine erfahrene Schauspielerin. Seit Donnerstag spielt sie eine Komödie im Theater am Aegi.

Hannover. Der Himmel zeigt sein allerschönstes Blau, die Sonne hat noch ordentlich Kraft. Nur der eisige Wind – der ist alles andere als angenehm an diesem Oktobertag. Ihr macht der Vorbote der dunklen Jahreszeit aber nichts aus: „Herbst und Winter geben mir irgendwie Ruhe. Man kann mehr drin bleiben, lesen und so. Außerdem mag ich Wintersport“, sagt Jasmin Wagner (35) beim Treffen mit der NP am Maschsee. Die Schauspielerin mit den dunklen Locken lacht und deutet auf das Wasser: „Auf dem See habe ich vor Ewigkeiten auch mal gestanden und bin Schlittschuh gelaufen!“

Hannover hatte die 35-Jährige aber schon lange nicht mehr auf dem Zettel. Wenn, dann höchstens „als Umsteigeplatz bei Zugfahrten“, erklärt sie ganz wertfrei. Das wird sich endlich wieder ändern: Für drei Tage ist Wagner als Sophie in der französischen Komödie „Trennung für Feiglinge“ auf der Bühne des Theaters am Aegi. An ihrer Seite: Florian Battermann (42), Theaterleiter der Konzertdirektion Hannover und in diesem Stück mal wieder selbst auf der Bühne.

„Es ist schon etwas Besonderes, mit seinem Chef zu spielen“, findet Wagner, „aber wir sind da vor allem Kollegen, passen echt gut zueinander, sind total energetisch.“ Das Stück ist schnell, typisch für das Genre: „Und wir haben irre viel Text, mit dem es leicht umzugehen heißt.“ Sie gestikuliert beim Erzählen mit den Händen, dass sie mit Herzblut bei der Sache ist, ist unübersehbar. „Die Schauspielerei macht mir einfach unheimlich viel Spaß“, schwärmt sie von ihrem Beruf, den sie mittlerweile seit zehn Jahren ausübt. Anfangs noch darauf bedacht, bloß alles richtig zu machen. Heute mit der Sicherheit, sich ausdrücken zu können und die schauspielerischen Fähigkeiten ausgebaut zu haben.

Mehr als ein Jahrzehnt liegt zwischen der gestandenen Frau von heute und dem unschuldig wirkenden Mädchen von einst, das sich im Teenie-Alter als Sängerin Blümchen mit Hits wie „Herz an Herz“ und „Boomerang“ Mitte der 90er in die Charts katapultiert hat. Wagner hat kein Problem mit diesem Teil ihrer Vergangenheit: Millionen Platten hat sie verkauft, war erfolgreichste Solo-Sängerin der Republik. „Ich habe Freunde, die mich von 90er-Jahre-Partys aus manchmal anrufen“, erzählt Wagner. Sätze wie „Hör mal, die spielen ein Lied von dir und alle tanzen!“ wollen die dann ganz aufgeregt loswerden: „Ist doch schön, wenn einige Sehnsucht nach den Liedern haben oder etwas Schönes damit verbinden. Das war mir damals doch gar nicht bewusst.“

Dafür hat sie heute ein ausgeprägtes Bewusstsein für das Hier und Jetzt, für Dinge, die sie tut, weil sie sie gern tut. „Die Lebendigkeit des Augenblicks“ ist ihr wichtig, „es geht darum, dass ich glücklich bin“. Dass sie das mit ihren 35 Jahren auch ist, sieht man ihr an. Dazu beigetragen hat nicht nur ihr Job, sondern auch ein Mann aus der Schweiz – Frank Sippel (43). Den Geschäftsmann hat sie am 12. September kirchlich geheiratet, es ist die große Liebe: „Ich bewundere diesen Mann. Mit ihm zusammen zu sein, bereitet mir viel Freude“, schwärmt sie.

Sippel begleitet sie oft an Spielorte quer durchs Land (während des Gesprächs mit der NP besucht er eine Ausstellung im Sprengel Museum) und hilft ihr sogar bei den Rollen: „An den drei Flittertagen, die wir bisher hatten, hat er meinen Text für ,Trennung für Feiglinge‘ abgefragt. Es war schon absurd, sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt mit Trennung zu beschäftigen.“ Wagner muss bei dem Gedanken daran laut lachen. Hat sie sich von der Musik eigentlich komplett getrennt? „Ach, ich singe schon noch irre gerne“, antwortet sie, ohne lange zu überlegen, „aber eigentlich nur noch auf der Bühne, für eine eigene Platte bin ich heute vielleicht zu schüchtern.“

 „Trennung für Feiglinge“: Freitag, 20 Uhr, Sonnabend 16 und 20 Uhr im Theater am Aegi. Tickets (31 bis 44 Euro) in den NP-Ticket-Shops und im Internet unter tickets.neuepresse.de

Mirjana Cvjetkovic


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